Hornschwiele

Eine Hornschwiele oder Hautschwiele (fachsprachlich Tylom, Tylosis oder Tylositas), umgangssprachlich auch „Hornhaut“ genannt, ist eine Vernarbung der Haut mit lokaler Verdickung des Stratum corneum (Hyperkeratose). Sie tritt als Resultat einer chronisch-traumatischen Dermatitis auf. Die bekannteste Form der Hornschwiele ist das sogenannte Hühnerauge am Fuß.
Unter mechanischer Belastung, durch Druck oder Reibung, entsteht in der Haut eine minimale Entzündung. Zum Schutz darunterliegender, empfindlicher Zellschichten wird die Haut – lokal auf die beanspruchte Region begrenzt – zur vermehrten Bildung von Keratino- beziehungsweise Korneozyten angeregt, was eine Verdickung des Stratum corneum zur Folge hat (Proliferationshyperkeratose).
Die Bildung von Hornschwielen tritt typischerweise vor allem an Fußsohlen und Handflächen als Folge der besonderen, zuweilen berufsbedingten Beanspruchung durch Druck und Reibung auf. Bei entsprechender Belastung ist dies aber auch an anderen Stellen des Körpers möglich.
Nicht selten verschwindet die Hornschwiele von selbst, wenn der auslösende mechanische Reiz endet. Bimssteine, Hornhautraspeln und -hobel werden angeboten, um die ungewünschte Hornhaut abzuraspeln oder abzuschneiden. Außerdem ist eine Behandlung mit hornlösenden Substanzen (Keratolytika) möglich. Meist kommt Salicylsäure zum Einsatz. In einigen Fällen muss eine chirurgische Korrektur vorgenommen werden.
Hornschwielen können jedoch auch erwünscht sein, da sie einen natürlichen Schutzmechanismus des Körpers darstellen und die Haut bei mechanischer Belastung schützen (z. B. beim Barfußgehen, bei Arbeiten mit den Händen oder beim Spielen von Musikinstrumenten wie z. B. Gitarren).

Louis Falk

Louis Wahl Falk (* 30. Dezember 1935 in Milwaukee, Wisconsin) ist ein anglikanischer Erzbischof.
Im Jahre 1953 graduierte Falk an der University School of Milwaukee. Am 3. September 1955 heiratete er Carol Alice Froemming. Im Jahr 1958 absolvierte Falk das Lawrence College (heute Lawrence University) mit dem Schwerpunkt Philosophie und erhielt einen Bachelor of Arts mit der Auszeichnung summa cum laude. Er ist ein Mitglied der Phi Beta Kappa. Im Jahr 1962 absolvierte Falk einen Master of Divinity mit der Auszeichnung cum laude am Nashotah House, ein Seminar der Episcopal Church. Nach der Weihe zum Diakon am 23. Januar 1962 wurde er am 6. August zum Priester der Episcopal Church geweiht. Falk trat dann aus dem aktiven Dienst der Episcopal Church aus und wurde Geschäftsmann. Von 1976 bis 1981 war er Präsident von General Growth Management Company in Des Moines, Iowa.
In den späten 1970er Jahren trat Falk der Anglican Catholic Church bei. Er wurde Rektor der St. Aidan’s Parish in Des Moines. Im Jahr 1981 wurde er zum ersten Bischof der Diözese von Missouri Valley gewählt. Schließlich am 14. Februar 1981 in Des Moines wurde Falk zum Bischof geweiht durch James Orin Mote (Diözese der Heiligen Dreifaltigkeit), Carmino de Catanzaro (Anglican Catholic Church of Canada), William F. Burns (Diözese von der Auferstehung), William O. Lewis (Diözese des Mittleren Westens) und William Dejarnette Rutherford (Diözese des Mittleren Atlantik).
Im Jahr 1983 wurde Falk Erzbischof und Primas der Anglican Catholic Church. In den späten 1980er Jahren nahm die Anglican Catholic Church unter der Führung von Falk Gespräche mit der American Episcopal Church auf, um eine Union zwischen den beiden Kirchen zu vereinbaren. Die beiden Kirchen vereinigten sich im Oktober 1991 zur Anglican Church in America, deren erstes Oberhaupt Falk wurde. Falk trug auch dazu bei, die Traditional Anglican Communion zu gründen und wurde auch deren erstes Oberhaupt.
Im Jahr 2002 gab Falk sein Amt als Primas der Traditional Anglican Communion auf. Sein Nachfolger im Amt wurde Erzbischof John Hepworth. 2005 trat Falk ebenfalls altersbedingt als Primas der Anglican Church in America und als Bischof der Diözese von Missouri Valley zurück, in welcher Bischof Stephen D. Strawn sein Nachfolger wurde. Nachdem sich die Kirche neu strukturiert hatte, wurde entschieden, statt eines Primas einen Präsidenten des Hauses der Bischöfe einzusetzen. Falk wurde zum ersten Präsidenten des Hauses der Bischöfe gewählt und ist somit Oberhaupt dieser Mitgliedskirche der Traditional Anglican Communion.

Nationalhymne der Islamischen Republik Iran

Die aktuelle Nationalhymne der Islamischen Republik Iran (persisch سرود ملی جمهوری اسلامی ایران Sorud-e Melli-ye Dschomhuri-ye Eslami-e Iran [ˈsoɾud ɛ melli je dʒomhuɾi je ɛslɑmi je iɾɑn]) wird seit 1990 verwendet. Die Musik wurde von Hassan Riyahi komponiert, der Text wurde von Saed Bagheri verfasst. Die ersetzt die vormalige Nationalhymne Payandeh Bada Iran, die seit 1980 verwendet worden war.
Vorgänger waren Sorud-e Schahanschahi Iran („Kaiserliche Hymne des Iran“) und nach dem Sturz der Monarchie für eine sehr kurze Zeit von 1979 bis 1980 de facto das Volkslied Ey Iran.
فروغ ديده حق باوران بهمن فر ايمان ماست پيامت ای امام استقلال ازادی نقش جان ماست شهيدان پيچيده در گوش زمان فريادتان پاينده مانی و جاودان جمهوری اسلامی ايران
Aufgestanden am Horizont, die Güte des Ostens im Glanze der Blicke der Rechtgläubigen Anmut des Bahman [damit ist der Imam gemeint], unser Glaube, deine Botschaft, o Imam, Unabhängigkeit und Freiheit, durchdringt unseren Leib und unsre Seele Märtyrer, eure Schreie schellen im Ohr der Zeit: bleib ewig beständig, islamische Republik Iran
sar zad az ofoq mehr-e ḫāvarān forūġ-e dīde-ye ḥaq bāvarān bahman farr-e īmān-e māst payāmat ey emām esteqlāl. āzādi naqš-e ǧān-e māst šahīdān pīčīde dar gūš-e zamān faryād-e tān pāyande manī-o ǧāvedān ǧomhūri-ye eslāmī-ye īrān
sæɾ zæd æz ofoɢ mɛhɾ ɛ xɑvæɾɑn foɾuɢ ɛ didɛ jɛ hæɢ bɑvæɾɑn bæhmæn fæɾɾ ɛ imɑn ɛ mɑst pæjɑmæt ɛj ɛmɑm ɛstɛɢlɑl ɑzɑdi næɢʃ ɛ dʒɑn ɛ mɑst ʃæhidɑn pitʃidɛ dær guʃ ɛ zæmɑn farjɑd ɛ tɑn pɑjændɛ mɑni jo dʒɑvɛdɑn dʒomhuɾi jɛ ɛslɑmi jɛ irɑn
47 asiatische Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen: Afghanistan | Armenien | Aserbaidschan | Bahrain | Bangladesch | Bhutan | Brunei | China, Volksrepublik | Georgien | Indien | Indonesien | Irak | Iran | Israel | Japan | Jemen | Jordanien | Kambodscha | Kasachstan | Katar | Kirgisistan | Nordkorea | Südkorea | Kuwait | Laos | Libanon | Malaysia | Malediven | Mongolei | Myanmar | Nepal | Oman | Osttimor | Pakistan | Philippinen | Russland | Saudi-Arabien | Singapur | Sri Lanka | Syrien | Tadschikistan | Thailand | Türkei | Turkmenistan | Usbekistan | Vereinigte Arabische Emirate | Vietnam | Zypern
Abhängige Gebiete: Autonome Region Kurdistan | Palästinensische Autonomiegebiete
Umstrittene Staaten: Abchasien | Bergkarabach, Republik | China, Republik (Taiwan) | Palästina | Südossetien | Türkische Republik Nordzypern
Nationalhymnen der Staaten von: Afrika | Europa | Nordamerika | Ozeanien | Südamerika
Übersicht aller Nationalhymnen

Schnepfenaal

Schnepfenaal (Nemichthys scolopaceus)
Der Schnepfenaal (Nemichthys scolopaceus) ist ein weltweit in allen Ozeanen zwischen 55° nördlicher und 42° südlicher Breite vorkommender Meeresfisch.

Die Fische werden maximal 1,30 Meter lang. Der Körper ist lang und dünn und läuft in einem langen filamentartigen Faden aus. Die Rückenflosse wird von etwa 350 Flossenstrahlen gestützt, die Afterflosse von 320 Flossenstrahlen. Eine Schwanzflosse ist nicht festzustellen. Das Maul ist pinzettartig lang ausgezogen und an den Enden auseinandergebogen. Die Fische sind von dunkelbrauner oder grauer Farbe, die Unterseite ist oft dunkler. Die Afterflosse und die Enden der Brustflossen sind fast schwarz.
Der Schnepfenaal lebt weltweit in tropischen, subtropischen und gemäßigten Meeren. An den europäischen Küsten reicht sein Verbreitungsgebiet von der Südküste Islands bis nach Spanien. Er ist auch im westlichen Mittelmeer und im Skagerrak zu finden.
Der Schnepfenaal lebt von der Meeresoberfläche bis in Tiefen von 3600 Metern, meist jedoch zwischen 400 und 1000 Metern, im nördlichen Teil seines Verbreitungsgebietes auch zwischen 100 und 400 Metern. Er ernährt sich von kleinen pelagischen Krebstieren, die er mit weit geöffnetem Maul fängt. Die Kiefer werden nach Erreichen der Geschlechtsreife rückgebildet. Der Schnepfenaal vermehrt sich deshalb wahrscheinlich nur ein Mal in seinem Leben (Semelparitie) und ist ovipar. Die transparenten Larven sind planktonische Leptocephaluslarven, die nah der Meeresoberfläche leben.

Positron

Positron (e+)
Das Positron (Kunstwort aus positive Ladung und Elektron), Formelzeichen , ist ein Elementarteilchen aus der Gruppe der Leptonen. Es ist das Antiteilchen des Elektrons, mit dem es bis auf das Vorzeichen der elektrischen Ladung und des magnetischen Moments in allen Eigenschaften übereinstimmt.
Treffen ein Positron und ein Elektron aufeinander, kann eine Paarvernichtung (Annihilation) eintreten. In einem idealen Vakuum, in dem es keine Elektronen gibt, sind Positronen hingegen stabil.
Das Positron war das erste bekannte Antiteilchen. Seine Existenz wurde 1928 von Paul A. M. Dirac vorhergesagt. Carl David Anderson entdeckte es am 2. August 1932 experimentell in der kosmischen Strahlung und gab ihm auch seinen Namen. Da sich die quantenmechanischen Eigenschaften aller Elektronen abgesehen von Ladung und Helizität gleichen, wurde das Begriffspaar Positron–Negatron für die beiden Varianten des Elektrons vorgeschlagen. Die Bezeichnung Negatron hat sich allerdings nicht durchgesetzt und wird in der Literatur heute nur noch gelegentlich benutzt.

Positronen entstehen
In normaler Umgebung „verschwinden“ Positronen innerhalb kürzester Zeit durch gegenseitige Annihilation mit Elektronen, in der Regel mit Emission von zwei Gammaquanten. Der Annihilation kann die Bildung eines Positroniumatoms vorausgehen. Nur in einem sehr guten Vakuum können Positronen mittels Magnetfeldern aufbewahrt werden.
Anwendungen von Positronen außerhalb der grundlagenphysikalischen Forschung beruhen auf der speziellen, leicht zu identifizierenden Strahlung der Paarvernichtung. Insbesondere die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist in der modernen Medizintechnik ein wichtiges bildgebendes Verfahren. Hierbei wird dem Patienten ein Positronen emittierendes Radiopharmakon verabreicht, und zwar ein Stoff, der im Stoffwechsel des Menschen vorkommt (bspw. Glucose). An das Molekül dieses Stoffes ist ein β+-radioaktives Atom entweder zusätzlich oder an Stelle eines nicht radioaktiven Atoms angekoppelt. Zu beachten ist in der Nuklearmedizin, dass das radioaktive Isotop einerseits langlebig genug ist, damit es in ein Biomolekül eingebaut und vom Herstellungslabor (meist einer Zyklotron-Anlage) zum Patienten gebracht werden kann, andererseits jedoch kurzlebig genug, um während der Messung Bildgebung zu ermöglichen, danach aber den Patienten nicht mehr unnötig mit Strahlung zu belasten. Der hauptsächlich benutzte Tracer bei der PET ist FDG-18, bei dem ein Atom 19F durch ein radioaktives Atom 18F (Halbwertszeit 109,77 min) ersetzt ist. Die Glucose wird von Geweben mit hohem Energiebedarf wie Tumoren oder dem Gehirn vermehrt verstoffwechselt, ist dort also höher konzentriert als in anderen Regionen. Diese Konzentration wird bildlich sichtbar gemacht.

Dorfkirche Eickelberg

Die Dorfkirche in Eickelberg, einem Ortsteil der Gemeinde Warnow im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern, ist ein gotischer Ziegelbau aus dem 14. Jahrhundert. Sie ist eine der Kirchen der Kirchgemeinde Baumgarten in der Propstei Rostock im Kirchenkreis Mecklenburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

Der aus dem beginnenden 14. Jahrhundert stammende, einschiffige, turmlose und der Backsteingotik zuzuordnende Sakralbau besitzt einen dreiseitigen Ostschluss und ist durch Strebepfeiler bewehrt. Der Innenraum ist mit einer flachen Holzdecke versehen. In der Nord- und Südfassade befinden sich spitzbogige, vermauerte Portale. An beiden Seiten ist die Existenz ehemaliger Sakristei-Anbauten zu erkennen. Das Portal an dem Anfang des 20. Jahrhunderts erneuerten Ostgiebel bildet den Eingang zur Kirche. Auch die Fenster sind spitzbogig ausgeführt. Die Kirchenglocke befindet sich in einem freistehenden Glockenstuhl auf dem Friedhof neben der Kirche.
Aktuell (Stand: 2010) ist die Kirche als sanierungsbedürftig eingestuft. Das Gebäude ist bis ins Fundament mit Rissen durchzogen, so dass demnächst eine Sperrung erfolgen könnte. Für 2010 sind Notsicherungsmaßnahmen vorgesehen. Das Mauerwerk weist Ausbrüche und Fehlstellen auf. Schäden existieren ebenfalls an Stützpfeilern, Fenstern und Fußböden. Der Innenraum kann nur noch eingeschränkt genutzt werden.
Zu den wenigen erhaltenen Einrichtungsgegenständen der Kirche zählen eine spätromanische Granitfünte, zwei Grabplatten der Familie von Lützow im Renaissance-Stil, zwei K. v. Lützow gewidmete Epitaphe, eines mit Reliefdarstellungen (um 1590) und die Kanzel vom Ende des 16. Jahrhunderts, die Anfang des 20. Jahrhunderts überformt wurde. Reste des Prospektes zeugen von der ehemals vorhandenen Orgel.
Eine Parochie Eickelberg wurde 1287 erstmals urkundlich erwähnt.
Das Kirchengebäude besaß ursprünglich einen Turm, der vermutlich einstürzte und dessen Reste um 1780 abgetragen wurden. Anstelle dessen wurde am Westende des Daches ein kleiner Ausbau für zwei Glocken eingerichtet. Durch das Glockenläuten bedingte Erschütterungen führten zu Schäden am Mauerwerk, so dass 1902 ein freistehender Glockenstuhl errichtet und der Ostgiebel erneuert wurde.
53.77446738527311.817347841182Koordinaten: 53° 46′ 28″ N, 11° 49′ 2″ O

Andreasgebet

Das Andreasgebet ist ein vor allem in Österreich bekannter volkstümlicher Brauch.
Bei einem Andreasgebet handelt es sich um ein Gebet, oder besser um eine Art „Heiratsorakel“ das in der Andreasnacht, d.h. der Nacht zum 30. November, dem Todestag des hl. Andreas († um 60), gesprochen wird. Derselbe Brauch findet sich mancherorts auch in Bezug auf die Thomasnacht, d.h. die Nacht des 21. Dezember.
Ursprünglich lassen sich diese Gebräuche auf Freyr beziehen, den altgermanischen Gott der Liebe und der Ehe. Der Volksglaube besagt, dass sich einer Jungfrau, die dieses Gebet spricht, ihr zukünftiger Geliebter offenbaren wird, zum Beispiel durch Blick in ein Feuer oder einen Spiegel. Das Andreasgebet ist von allerlei Brauchtum begleitet, wie dem Essen von Semmeln in drei Bissen, dem Decken eines Tisches für den fiktiven Zukünftigen, dem Sammeln von bestimmten Zweigen und den Umzügen von Kindern von Haus zu Haus. In manchen Orten hoffen in der Nacht vor dem Andreastag Mädchen von ihrem zukünftigen Mann zu träumen, jedoch ohne zu fasten, wie vor dem Agnestag, sondern, indem sie zuvor Wein trinken und Gebete in völliger Nacktheit verrichten und dabei einen Strohsack (als Symbol für das Hochzeitslager) treten oder mit einem neuen Besen ihre Kammer kehren und dabei zum Beispiel folgenden Text aufsagen:
Heiliger Andreas, ich bitt‘ dich, Bettstatt, ich tritt dich, lass mir erscheinen den Herzallerliebsten mein!
Eine etwas längere Version ist folgende:
Andreas, heiliger Schutzpatron, gib mir doch nur einen Mann,
und lass mich im Bild ihn sehn, ob er hässlich oder schön,
ob er geistlich oder weltlich, ob er jung ist oder ältlich,
ob’s ein Junker, stolz und frei, ob er arm, doch fromm dabei.
St. Andreas zeig‘ mir’s an, ob und was ich hoffen kann.
St. Andreas, ich bitte Dich! Denk doch dieses Jahr an mich!
Der Text des Andreasgebets hat aber oft auch einen leicht zotenhaften Unterton, wie in diesem Beispiel:
Andresgen, Mann, Bescherer, Du treuer Jungfern Lehrer, hier steh ich splitternackt! Wann wird die Stunde kommen, daß einer mich genommen, und mein Brautbett knackt?

Burgstall Retterner Kanzel

Der Burgstall Retterner Kanzel bezeichnet eine abgegangene mittelalterliche Höhenburg auf der „Retterner Kanzel“, etwa 700 Meter östsüdöstlich oberhalb von Rettern, einem Ortsteil der Marktgemeinde Eggolsheim im Landkreis Forchheim in Bayern, Deutschland. Die „Retterner Kanzel“ ist der südlichste Punkt der Langen Meile, und weist eine Höhe von 506,3 m ü. NHN auf. Über diese einstmalige Burg sind keine geschichtlichen oder archäologischen Informationen bekannt, die Burgstelle macht allerdings einen unfertigen Eindruck, so dass sie möglicherweise nicht fertiggestellt wurde. Die Stelle wurde während der Vorzeit vermutlich schon als Höhensiedlung genutzt, an der Südspitze wurden vorgeschichtliche Lesefunde gemacht, die sich heute im Historischen Museum Bamberg befinden. Die Burg wird grob auf mittelalterliche Zeitstellung datiert. Erhalten haben sich von der Anlage nur noch Wälle und Gräben, die Stelle ist als Bodendenkmal Nummer D-4-6232-0390: Vermutlich Höhensiedlung des Neolithikums, der Hallstatt- und Frühlatènezeit sowie mittelalterlicher Burgstall geschützt.

Die Burgstelle liegt auf der sogenannten Retterner Kanzel, ein vom Schützenberg nach Südsüdwest gerichteter Bergvorsprung, der bis auf seine Nordnordostseite sehr steil in die umliegenden Täler des Weilersbaches, des Jägersburggrabens und des Sittenbaches abfällt. Am Südostrand befindet sich ein 75 Meter langer Wallzug, dem ein Innengraben folgt. Dieser Wall endet allerdings unvermittelt an beiden Enden, ohne das das Gelände dies bedingt hätte. Deswegen und auch wegen des Fehlens jeglicher weiterer Befestigungsspuren, vor allem an der fast eben in einen leicht eingeschnürten Bergsattel übergehenden Nordnordostseite, kann man wohl vermuten, dass die Anlage nicht fertiggestellt wurde.
Schlösser: Schloss Ermreuth | Schloss Gräfenberg (Steinhaus, Großhaus, Nürnberger Pflegschloss) | Schloss Guttenburg | Schloss Hagenbach | Schloss Hallerndorf (abgegangen) | Schloss Heroldsbach | Neues Schloss (Hiltpoltstein) | Schloss Hundshaupten | Schloss Jägersburg | Schloss Kunreuth | Schloss Pretzfeld | Schloss Schellenberg (abgegangen) | Schloss Thurn | Schloss Unterleinleiter | Schloss Wiesenthau | Wolfsberger Schloss (Gräfenberg) | Schlossruine Wüstenstein
Burgen und Ruinen: Burgruine Bärnfels | Burg Bieberbach (abgegangen) | Burg Dietrichstein (abgegangen) | Burg Dietzhof (abgegangen) | Burg Dörnhof (abgegangen) | Burg Egloffstein | Burg Forchheim | Burg Gaillenreuth | Burg Gößweinstein | Burg Gräfenberg (abgegangen) | Burg Hiltpoltstein (Altes Schloss) | Burg Kohlstein | Burg Moschendorf (abgegangen) | Burgruine Neideck | Burg Niederfellendorf (abgegangen) | Burg Obertrubach (abgegangen) | Burg Oberweilersbach (abgegangen) | Burgruine Regensberg | Burg Reifenberg (abgegangen) | Burg Reuth (abgegangen) | Burg Rothenbühl (abgegangen) | Burg Schlüsselstein (abgegangen) | Burgruine Streitburg | Burgruine Thuisbrunn | Burg Unterleinleiter | Burg Vestenberg (abgegangen) | Burg Wichsenstein (abgegangen) | Burgruine Wolfsberg | Burgruine Wolkenstein
Festungen: Festung Forchheim
Turmhügelburgen (alle abgegangen): Turmhügel Burk | Burgstall Ebermannstadt | Turmhügel Kersbach | Turmhügel Niedermirsberg | Turmhügel Rüssenbach | Turmhügel Wöhr
Herrensitze: Herrensitz Dormitz (abgegangen) | Herrensitz Steinhaus (Dormitz) (abgegangen) | Herrensitz Hammermühle (abgegangen) | Herrensitz Walkersbrunn (abgegangen) | Herrensitz Wannbach
Burgställe (abgegangene, unbekannte Burgen): Abschnittsbefestigung Altenburg | Abschnittsbefestigung Burggraf | Burgstall Alter Schlossberg | Burgstall Altes Schloss (Affalterthal) | Burgstall Altes Schloss (Oberzaunsbach) | Ringwall Altes Schloss (Drügendorf) | Abschnittsbefestigung Borschl | Burgstall Breitensten | Abschnittsbefestigung Burggraf | Burgstall Burgstein (Burg Leutenbach?) | Ringwall Ehrenbürg | Burgstall Hainburg (Burgstall Rüsselbach, Burgstall auf der Katze) | Ringwall Heidelberg | Burgstall Heiliger Bühl | Burgstall Hetzelsdorf | Abschnittsbefestigung Hunnenburg | Abschnittsbefestigung Lehmberg | Burgstall Leutenbach | Ringwall Lindelberg | Burgstall Lindelburg | Abschnittsbefestigung Reisberg | Burgstall Retterner Kanzel | Burgstall Sattelmannsburg (Stadtmers Bürg) | Ringwall Schießberg | Burgstall Schlossberg (Haidhof) (Heidenstein) | Burgstall Thüngfelderstein (Burg Eberhardstein) | Abschnittsbefestigung Tiefenstürmig | Burgstall Unterailsfeld | Burgstall Wartleiten
Wehrkirchen: Wehrkirche Burk (Heilig Dreikönig) | Wehrkirche Dormitz (Unsre Liebe Frau) | Wehrkirche Ebermannstadt (St. Nikolaus) | Kirchenburg Effeltrich (St. Georg) | Wehrkirche Eggolsheim (St. Martin) | Wehrkirche Kersbach (St. Johannes Baptist und St. Ottilie) | Wehrkirche Kirchrüsselbach (St. Jakobus) | Wehrkirche Langensendelbach (St. Peter und Paul) | Wehrkirche Pautzfeld (Mariae Himmelfahrt) | Wehrkirche Pinzberg (St. Nikolaus) | Wehrkirche Willersdorf (St. Bartholomäus)

Johann Briesmann

Johann Briesmann (auch Brießmann, Brismann, Prysmann, sorbisch Jan Brězan; * 31. Dezember 1488 in Cottbus; † 1. Oktober 1549 in Königsberg) war ein deutsch-sorbischer evangelischer Theologe des 16. Jahrhunderts und Reformator.
Briesmann entstammte einer angesehenen Familie, sein Großvater war zweiter Bürgermeister in seiner Geburtsstadt. Zunächst wurde er um 1510 Franziskaner und immatrikulierte sich 1518, unter dem Rektorat Konrad Wimpinas, in der Universität Frankfurt an der Oder. Im Januar 1520 wechselte er an die Universität Wittenberg, wo er unter dem Einfluss Martin Luthers, im Oktober 1521 zum Litzentaten der Theologie, am 1. Februar 1522 zum Doktor der Theologie promovierte und damit am 2. Februar 1522 einen Sitz in der Theologischen Fakultät der Universität erhielt.
Im Rahmen der Wittenberger Bewegung wurden die Franziskaner durch den Rat der Stadt aus Wittenberg ausgewiesen. Dazu kehrte er nach Cottbus zurück, hatte aber mit seinen Ordensbrüdern schwere Kämpfe wegen der Mönchsgelübde auszustehen. Seinen Standpunkt legte er in dem Sendschreiben „Unterricht und Ermahnung“ dar, das er in Wittenberg drucken ließ. Aufgrund dieser Streitigkeiten kehrte er Ende 1522, durch Vermittlung Georg Spalatins und auf Intervention Luthers nach Wittenberg zurück.
Wieder war es Luther, der Briesmann 1523 dem Hochmeister des Deutschen Ordens Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach, als Prediger am Dom in Königsberg empfahl. Mit dem Einverständnis Georg von Polenz begann er Ende Juni seine Reise in das preußische Königsberg und hielt am 27. September 1523 seine erste Predigt im reformistischen Sinne und erlangte das volle Vertrauen von Polentz der in der Folge sein nächster Mitarbeiter wurde.
Seine Predigten waren geistvoll, ernst und auf das Wesen des Evangelium, die Rechtfertigung des Sünders vor Gott, gerichtet. Damit andere Prediger eine Anleitung für die reformistischen Grundlagen erhielten, stellte er 110 Thesen, die „Flosculi de homine interiore et exteriore, fide et operibus“ auf, die entscheidend zum Durchbruch der Reformation in Preußen beitrugen, in der Anlehnung an Luthers Traktat von der Freiheit eines Christenmenschen. Verstärkt wurde die durch ihn initiierte Bewegung, als Paul Speratus 1524 als Schlossprediger nach Königsberg berufen wurde und Johann Poliander 1525 an die Altstädter Kirche in Königsberg berufen wurde.
Als Albrecht am 8. April 1525 in Krakau den Huldigungseid ablegte, wurde Preußen evangelisch. Nun fiel Briesmann die Arbeit zu, eine neue Kirchenordnung aufzustellen, er ließ zahlreiche Predigten als Traktate drucken und wirkte auch dadurch stark auf die Gemeinden ein. Er hatte am 12. Juni 1525 Elisabeth Sackheim geheiratet, Abtissin des Marienklosters in Löbenicht bei Königsberg. Aber nicht theologisch agierte Briesmann; als er die Ehe einging, war er der erste verheiratete Prediger in Preußen.
Seine vielfältigen Engagements und als Vertrauter des Herzogs Albrecht, wurde er Mitglied dessen Regierungskollegiums. Als dieser half er seinem Herzog, gemeinsam mit Andreas Knopke 1527 die Reformation in Riga und Livland durchzusetzen. Dazu reiste er im Oktober 1527 mit seiner Familie nach Riga und verfasste hier seine bedeutende Schrift von der „kurzen Ordnung des Kirchendienstes samt einer Vorrede von Ceremonien“, in der er sich an die Königsberger Ordnung teilweise wörtlich anschloss. Der grundsätzliche Teil war hochdeutsch, die Ausführungsbestimmungen waren niederdeutsch geschrieben.
Als er vier Jahre in Livland gewirkt hatte kehrte er 1531 nach Königsberg als Pfarrer an den Dom zurück. Gemeinsam mit Speratus und Poliander führte er zunächst einen erbitterten Kampf gegen die Schwarmgeisterei des Kaspar Schwenckfeld. Sein Wirken wurde auch in anderen deutschen Städten anerkannt. So wollte ihn die Universität Rostock als Professor und Superintendent berufen. Jedoch lehnte er diese Berufung ab und widmete aber zum Dank der Fakultät 2 Predigten aus dem 4. Kapitel Genesis. Vielmehr war er an der Ordnung und Festigung des evangelischen Gottesdienstes in seiner Gemeinde interessiert.
Als 1544 eine neue Kirchenordnung nötig wurde, arbeitete er diese als „Ordnung vom äußerlichen Gottesdienst und Artikel der Zeremonien, wie es in den Kirchen des Herzogtums zu Preußen gehalten wird“ wiederum aus, die im Wesentlichen den Abschluss der Reformation in Preußen darstellt. Als die Universität Königsberg gegründet wurde, war er einer der maßgeblichen Beteiligten. Er übernahm dessen Führung der Geschäfte, erstellte Gutachten und richtet diese ein. Deshalb wurde er 1546 zu Präsident und Superintendenten des samländischen Bistums.
Jedoch erkrankte Briesmann. Da der überanstrengte Mann nicht mehr die an ihn gestellten Ansprüche erfüllen konnte, legte er seine Tätigkeiten nieder und konnte daher seine Amtspflichten mehr wahrnehmen. Im März 1549 kam es zum Osiandrischen Streit, gegen den Briesmann entschieden auftrat. Da es sich in diesem Streit um die Grundartikel des christlichen Glaubens handelte, wollte er die Entscheidung im Lande vollzogen haben, ohne dass Gutachten von auswärts eingeholt wurden. Mit diesem Protest schließt seine öffentliche Wirksamkeit. Er fiel der Pest zum Opfer und wurde im Chor des Königsberger Doms begraben.

Museo Franz Mayer

Das Museo Franz Mayer ist ein Kunstmuseum im historischen Zentrum von Mexiko-Stadt. Es wurde 1986 in einem alten Gebäude errichtet, das zuvor über vier Jahrhunderte lang als Hospital genutzt worden war. Das Museum beherbergt die Sammlung des Kunstsammlers Franz Mayer, die einen Schwerpunkt auf Kunsthandwerk und Objekte aus Mexiko aufweist. Die Sammlung umfasst neben dem Kunsthandwerk auch Gemälde, Textilien und Bücher.

Franz Mayer sammelte zeit seines Lebens Kunsthandwerk wie Keramik, Möbel, Silberarbeiten und Textilien aus Asien, Europa und vor allem aus Mexiko. Daneben sammelte er Gemälde und Bücher. 1963 richtete er den Fonds Franz Mayer Cultural Trusteeship ein, der von der Banco de México verwaltet wird. Nach seinem Tod im Jahr 1975 begannen die Bestrebungen, ein eigenes Museum einzurichten. 1981 übergab das Ministerium für Stadtentwicklung und öffentliche Bauvorhaben das Gebäude an der Plaza de la Santa Veracruz an die Stiftung Franz Mayers. Im selben Jahr begannen die Restaurierung und die Anpassung des Gebäudes an die Erfordernisse eines Museums. Am 15. Juli 1986 wurde das Museo Franz Mayer eröffnet. Zur Eröffnung waren die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. So gab es noch keinen Museumsshop, keine Cafeteria und Bibliothek. 1988 wurden die letzten Bauarbeiten am Museo Franz Mayer abgeschlossen. Für die Unterbringung der Personalbüros und für neue Magazinräume wurde 1998 ein angrenzendes Gebäude gekauft. Bis 2020 soll das Museum modernisiert werden, um die Ausstellungsräume auf den neuesten Stand zu bringen.
Das Museo Franz Mayer befindet sich in einem Gebäude, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Es wurde ursprünglich als Lager für Mehl genutzt. 1582 errichtete in ihm Pedro López, der erste Arzt, der die Real y Pontificia Universidad de México absolvierte, ein Hospital, das sich vor allem an unterprivilegierte Gruppen der Gesellschaft richtete. Nach dem Tod von López 1597 übernahm dessen Sohn die Leitung des Hospitals, das mit Unterstützung der Dominikaner betrieben wurde. Im folgenden Jahr reiste einer der Dominikaner nach Spanien und erreichte dort 1599, dass König Philipp III. begann die Einrichtung finanziell zu unterstützen. 1604 zog der Orden der barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott in das Gebäude ein und betrieb das Hospital als erste Einrichtung zur Krankenfürsorge des Ordens in Amerika. Im Jahr 1620 begannen große Umbaumaßnahmen, die zur Errichtung einer Kirche, eines Konvents und Hospitals führten. 1650 wurde der Altar geweiht, 1673 die Baumaßnahmen abgeschlossen. Am 10. März 1766 wurde das Hospital bei einem Brand teilweise zerstört, am 8. März 1800 geschah selbiges durch ein Erdbeben.
Infolge der Beschlüsse der Cortes von Cádiz wurden die Orden unterdrückt und 1821 gaben die Brüder des heiligen Johannes von Gott das Hospital auf. 1826 wurden die letzten Kranken in andere Hospitäler verlegt. Von 1830 bis 1834 wurde das Gebäude als Schule genutzt, in der Folge wechselte die Nutzung. Während der französischen Intervention in Mexiko wurde das Gebäude abermals als Hospital genutzt. Diesmal richtete es sich an Prostituierte. Ab 1875 wurde es öffentlich geführt und erhielt den Namen Morelos Hospital. Ab 1914 wurde es als Frauen- und Kinderhospital genutzt. Der Gebäudekomplex wurde 1937 zum nationalen Kulturerbe erklärt und während der Olympischen Sommerspiele 1968 infolge eines Funktionswandels als Ausstellungsraum genutzt. Es behielt seine Funktion als Zentrum für Kunsthandwerk. 1981 wurde es der Museumsstiftung übergeben.
Die Sammlung des Museo Franz Mayer umfasst über 11.000 Kunstwerke und 10.000 Bücher. Ihr Fokus liegt auf dem Kunsthandwerk vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. So sind Silberarbeiten, Keramik, Textilien, Möbel, Federkunst, Elfenbeinarbeiten, Glaskunst, Schildpatt- und Emailarbeiten in der Dauerausstellung zu sehen. Daneben umfasst die Sammlung Skulpturen und Gemälde.
Zur Sammlung des Museo Franz Mayer gehören rund 1300 Silberarbeiten seit dem 15. Jahrhundert, womit es eine der wichtigsten Sammlungen dieser Art in Mexiko ist. Die Objekte repräsentieren die verschiedenen Entwicklungen und Ausführungen dieser Kunstwerke. Eine Vielzahl von ihnen sind Objekte, die in der katholischen Liturgie genutzt wurden, wie etwa Kruzifixe, Tabernakel, Kerzenhalter und Kelche. Daneben sind im Museum auch Werke ziviler Silberobjekte zu sehen wie Teller, Schalen und Besteck. Besondere Stücke sind etwa kleine, goldene, mit Edelsteinen besetzte Zigarettenetuis. Die Keramikabteilung umfasst rund 1600 Objekte und 10.000 Fliesen, die nicht offiziell zur Zahl der Sammlungsobjekte hinzugerechnet werden. Chinesisches Porzellan ist etwa mit Flaschen, Vasen, Tellern und Tassen vertreten. Zur Sammlung gehören auch Teller und Tassen, die mit Logos der British East India Company aus dem späten 18. Jahrhundert. Eine weitaus größere Zahl keramischer Objekte stammt aber aus Mexiko, von denen wiederum viele in Puebla gefertigt worden sind. Zu ihnen gehören etwa Teller, Schalen, Krüge, Trinkgefäße und Vasen. Die meisten Teller und Schalen zeigen ornamentale oder religiöse Motive, während auch einige Teller, aber vor allem Vasen am chinesischen Porzellan orientierte Bemalungen zeigen. Textilien sind etwa mit Stickereien von Mariendarstellungen in der Sammlung vertreten. Sie umfasst aber auch etwa mit floralen Elementen bestickte Umhänge und auch Messgewänder. Von den Federkunstarbeiten im Museo Franz Mayer ist vor allem eine Rosenkranzmadonna herausragend.
Prozessionskreuz.
Zigarettenetuis.
Vase mit an chinesisches Porzellan erinnernder Bemalung, Puebla, 19. Jahrhundert.
Messgewand.
Das Museo Franz Mayer besitzt über 700 Möbelstücke, die vor allem aus Mexiko und Spanien stammen. Die Sammlung umfasst Stühle und Schränke in verschiedenen Ausführungen, sowie Schreibtische, Kommoden und Truhen. Sie decken die Zeitspanne von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ab. Besondere Stücke sind etwa eine Tür aus dem Mexiko des 18. Jahrhunderts mit Holzeinlagen als Schmuck und eine Präsentationsplattform für eine religiöse Skulptur aus dem gleichen Zeitraum.
Schreibtisch, Spanien, 17. Jahrhundert.
Apotheneinrichtung.
Tür, Mexiko, 18. Jahrhundert.
Im Museo Franz Mayer werden sowohl mexikanische als auch europäische Gemälde ausgestellt, so dass die verschiedenen Einflüsse und Bezugspunkte für den Besucher nachvollziehbar werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der spanischen Malerei vom 14. Jahrhundert bis in die Moderne. In der Sammlung vertreten sind etwa Jusepe de Ribera, Francisco de Zurbarán und Ignacio Zuloaga. Daneben sind Gemälde italienischer Maler wie Lorenzo Lotto oder deutscher wie Bartholomäus Bruyn der Ältere zu sehen. Ebenso umfasst die Sammlung flämische und niederländische Werke. Die mexikanische Malerei ist etwa mit den religiösen Gemälden des 17. Jahrhunderts vertreten. So etwa durch Juan Correas Jungfrau von Balvenara und Juan Tinocos Die Pflege des Heiligen Cajetan. Besondere Stücke der Sammlung sind die Biombos, die durch einen aus dem späten 17. Jahrhundert, der die Eroberung Mexikos zeigt, und einem aus dem späten 18. Jahrhundert, auf dem eine pastorale Szene dargestellt ist, repräsentiert werden. Die Moderne Kunst ist etwa mit einem Landschaftsgemälde von José María Velasco und El Paseo de los melancólicos, einem Frühwerk von Diego Rivera. Die Skulpturensammlung des Museo Franz Mayer umfasst eine Marien mit Kind von der Mitte des 16. Jahrhunderts an. Daneben sind weitere religiöse Skulpturen wie etwa eine Darstellung des Erzengel Michaels aus dem 16./17. Jahrhunderts, eine trauernde Maria aus dem gleichen Zeitraum oder eine thronende Heilige Anna aus dem 17. Jahrhundert zu sehen. Ein herausragendes Stück ist zudem die große Reiterskulptur des Heiligen James.
Francisco de Zurbarán, La partida de San Pedro Nicolaso de Barcelona Spanien, 17. Jahrhundert.
Biombo Die Eroberung Mexikos, Mexiko, Ende 17. Jahrhundert.
Reiterfigur des Heiligen James.
In der Bibliothek werden viele alte und seltene Bücher aufbewahrt. In ihr befinden sich über 800 verschiedene Ausgaben des Buches Don Quijote de la Mancha. Daneben befinden sich in der Bibliothek wertvolle Chorbücher aus dem 18. Jahrhundert.
19.437278-99.143313Koordinaten: 19° 26′ 14,2″ N, 99° 8′ 35,9″ W