Paidopithex

Paidopithex ist eine fossile Gattung der Altweltaffen aus dem oberen Miozän in Rheinhessen (Rheinland-Pfalz).

Von Paidopithex rhenanus wurde 1820 ein etwa 28 Zentimeter langer Oberschenkelknochen in einer Sandgrube bei Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) in Rheinhessen (Rheinland-Pfalz) entdeckt. Dort wurde auch ein Eckzahn einer vermutlich anderen Affenart entdeckt, die als Rhenopithecus eppelsheimensis beschrieben wurde.
Der Affenknochen aus der Gegend von Eppelsheim stammt aus etwa zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins. Diese Ablagerungen werden als Dinotheriensande bezeichnet, weil sie oft Zähne oder Knochenreste des riesigen Rüsseltieres Deinotherium (auch Dinotherium) enthalten.
Nach der ersten Erwähnung durch den Darmstädter Paläontologen Johann Jakob Kaup (1803–1873) im Jahre 1861 wurde der Affen-Oberschenkelknochen aus Eppelsheim mehrfach umbenannt. Heute gilt der 1895 von dem Bonner Paläontologen Hans Pohlig (1855–1937) vorgeschlagene Artname Paidopithex rhenanus.
Der Originalfund des Affen-Oberschenkelknochens wird im Hessischen Landesmuseum Darmstadt aufbewahrt. Eine Kopie davon befindet sich im Dinotherium-Museum in Eppelsheim.
Aufgrund der spärlichen Überreste ist die systematische Zuordnung von Paidopithex schwierig. Köhler et al. schließen in einer Untersuchung die manchmal vorgeschlagene Ähnlichkeit mit dem (zu den Menschenartigen (Hominoidea) gehörenden) Dryopithecus aus. Sie vermuten eine Zugehörigkeit zu den Pliopithecidae, schließen aber die Möglichkeit nicht aus, dass es sich um einen eigenen Seitenzweig der Altweltaffen handelt.