Nerechta

Nerechta (russisch Нерехта) ist eine Stadt mit 22.828 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010) in Russland in der Oblast Kostroma, etwa 300 km nordöstlich von Moskau sowie 46 km südwestlich von der Gebietshauptstadt Kostroma entfernt. Sie liegt am Fluss Nerechta, einem Nebenfluss des Wolga-Zuflusses Soloniza. Die nächstgelegene Stadt ist Wolgoretschensk, die 34 km östlich von Nerechta entfernt liegt.

Noch vor der ersten schriftlichen Erwähnung Nerechtas existierten im Bereich der heutigen Stadt mehrere slawische sowie finno-ugrische Ansiedlungen. Letzteren hat Nerechta auch seinen Namen zu verdanken, der ein Hydronym des gleichnamigen Flusses ist und vermutlich so viel wie „Fluss in einer Niederung“ bedeutet.
Die erste Erwähnung Nerechtas als eigenständigen Ort erfolgte im Jahre 1214 im Zusammenhang mit einem Krieg zwischen mehreren Fürstentümern. Die nächste Erwähnung stammte aus dem Jahr 1362, als nahe der heutigen Stadt ein russisch-orthodoxes Kloster entstand, das 1764 aufgelöst wurde. Im 14. Jahrhundert kam Nerechta an das Großfürstentum Moskau und erlangte zu dieser Zeit unter anderem eine Bedeutung in der Salzherstellung.
Anfang des 17. Jahrhunderts wurde Nerechta von polnisch-litauischen Interventen eingenommen und weitgehend verwüstet. Obwohl dies das Ende des Salzhandwerks des Ortes einleitete, konnte Nerechta nach der Befreiung vor allem dank seiner günstigen Lage in der Nähe wichtiger Städte wie Kostroma, Jaroslawl oder Susdal wirtschaftlich aufholen, unter anderem durch Handel und verschiedene Handwerke. Im 18. Jahrhundert entstanden in Nerechta mehrere steinerne Kirchengebäude sowie die ersten Manufakturen. Gegen Ende des Jahrhunderts galt der Ort bereits als wichtiges Zentrum der Textilindustrie.
Den Stadtstatus erhielt Nerechta 1778 im Zuge der allrussischen Verwaltungsreform unter Katharina der Großen. Aus dieser Zeit stammt auch der Stadtwappen mit den Abbildungen zweier Muscheln. Dies sollte die beiden an Schalentieren reichen Flüsse Nerechta und Soloniza symbolisieren.
Da die Stadt Ende des 18. Jahrhunderts noch größtenteils aus Holz gebaut war, war sie anfällig für Brände. Durch einen besonders starken Brand wurde sie im Sommer 1785 größtenteils zerstört. In den nächsten Jahrzehnten wurde Nerechta nach einem neuen Generalplan wiederaufgebaut. Eine Reihe von Gebäuden aus dieser Periode ist in Nerechta bis heute erhalten geblieben.
Im 20. Jahrhundert, während der Sowjetzeit, entstanden in Nerechta neben den bestehenden Textilbetrieben mehrere weitere Fabriken sowie im Jahr 1923 erstmals ein Kraftwerk. Ab den 1960er-Jahren entstanden außerhalb des historischen Stadtkerns mehrere Neubauviertel.
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Unter den heutigen Industriebetrieben der Stadt finden sich nach wie vor Textilfabriken, außerdem eine Autoersatzteilfabrik sowie Nahrungsmittelfabriken. In der Umgebung der Stadt wird vor allem Landwirtschaft betrieben, außerdem gibt es Lagerstätten des Tons und des Torfs.
Nerechta hat einen Bahnhof an der Eisenbahnlinie von Jaroslawl nach Kostroma. Über diese beiden Großstädte besteht auch eine Anbindung an die Fernstraße M8.
Verwaltungszentrum: Kostroma
BuiS/R | GalitschS/R | KologriwR | KostromaS/R | MakarjewR | ManturowoS/R | NejaR | NerechtaR | ScharjaS/R | SoligalitschR | TschuchlomaR | WolgoretschenskS
KadyR | KrasnojeR | PonasyrewoR | SudislawlR | SussaninoR | Tschistyje Bory | Wetluschski
Antropowo | Bogowarowo | Georgijewskoje | Ostrowskoje | Parfenjewo | Pawino | Pyschtschug | Wochma
Liste der Städte in der Oblast Kostroma | Verwaltungsgliederung der Oblast Kostroma
Anmerkungen: S – Sitz eines Stadtkreises, R – Verwaltungszentrum eines Rajons

Initiale

Eine Initiale oder ein Initial (lateinisch initium ‚Anfang‘, ‚Beginn‘; Plural die Initiale → die Initialen oder das Initial → die Initiale) ist ein schmückender Anfangsbuchstabe, der in einer Inkunabel, einem handgeschriebenen Text oder im Werksatz als erster Buchstabe von Kapiteln oder Abschnitten verwendet wird.
Initialen nennt man ebenfalls die jeweils ersten Buchstaben eines Namens. In diesem Zusammenhang gibt es nur die Pluralform. Künstler zum Beispiel verwenden ihre Initialen, um ein Werk zu signieren. Meist werden die Buchstaben zudem auch künstlerisch ausgestaltet (z. B. bei Albrecht Dürer).

In der Vergangenheit wurden Initialen reich verziert. In der heutigen Typografie werden als Initialen meist Versalien aus größeren Schriftgraden verwendet, die ein- oder mehrzeilig angeordnet sein können und stilistisch zur Grundschrift passen sollten. Nach ihrer Platzierung in der Textkolumne unterscheiden Forssmann/de Jong (2004) in ihrem Buch Detailtypografie folgende Arten von Initialen: freistehende Initialen, eingebaute Initialen, überhängende Initialen, angesetzte Initialen und Kassetteninitialen. Weiterhin werden dort die Initialen anhand ihrer Gestalt unterschieden in: Initialen aus einer Satzschrift, verzierte Initialen und illustrierte Initialen.
Wenn der Text mit beispielsweise einem Zitat beginnt und somit ein Anführungszeichen das erste Zeichen ist, werden dieses Zeichen und der nächste Buchstabe als Initialen verwendet. Einschränkend formulieren jedoch Forssman/de Jong dazu in Detailtypografie (S. 288): „Beginnt der Text bei Verwendung von eingebauten Initialen mit einer Anführung, entfällt sie. Nur bei freistehenden Initialen, ob sie stumpf beginnen oder nach Einzug, kann man die Anführung aus der Grundschrift vor die Initialen setzen, und zwar, wie gezeigt, in der Größe der Grundschrift.“
Historisierte Initiale: Der Buchstabenkörper dient als Rahmen für eine Darstellung, meist geschlossene Buchstaben (z. B. O, Q, D); im Bild zu sehen ist Papst Gregor IX. in einem G.
Bewohnte Initiale: Figuren agieren in der Initiale, der Initialkörper wird oft aus Rankenwerk gebildet. Bild: Initiale P in Malmesbury Abbey, Wiltshire.
Figureninitiale: Der Initialkörper wird aus Figuren gebildet. Beispiel: Das N aus einem fantastischen Alphabet.
30 Pf-Sondermarke der Deutschen Bundespost (1971) mit den Initialen Albrecht Dürers.
Geschnitzte Initialen, vermutlich aus dem Jahr 1953 in der Rinde eines alten Baumes
Initialen von „Iesus Nazarenus, Rex Iudaeorum“ (Jesus von Nazaret, König der Juden): INRI

Olenellina

Der Trilobit Mesonacis vermontanus aus der Unterordnung Olenellina
Die Olenellina sind eine Unterordnung der Trilobitenordnung Redlichiida. Die Unterordnung besteht aus zwei Überfamilien, den Olenelloidea (mit zwei Familien) und den Fallotaspidoidea (mit fünf Familien). Unter den Olenellina finden sich die ersten im Fossilbericht auftretenden Trilobiten.

(Morphologische Begriffe werden ausführlicher unter dem Beitrag Trilobiten erläutert.)
Cephalon: Es fehlen Gesichtsnähte. Die Glabella besitzt recht tiefe Seitenfurchen. Bei manchen Arten ist der frontale Glabellarlobus nahezu eine halbkugelförmige Aufbeulung. Das Hypostom ist konterminant, die zwischen den Dublüren sitzende Rostralplatte sehr breit und von nicht bindenden Rostralnähten umgrenzt.
Thorax: Besitzt eine große Anzahl von eben verlaufenden Segmenten, auf der Spindel setzen gelegentlich Stacheln an.
Pygidium: Schmal, besteht aus nur wenigen Segmenten.
Kalzifizierte protaspide Entwicklungsformen sind nicht erhalten. Der Körperbau der Olenellina ist flach gedrückt, ihre Cuticula ist dünn.
Die Olenellina erscheinen im Verlauf des Unterkambriums zum ersten Mal und starben noch vor Abschluss des Unterkambriums wieder aus.
Die Olenellina finden sich hauptsächlich auf Laurentia (Nordwesten und Südwesten Kanadas, Südwesten und Nordosten der Vereinigten Staaten), auf Avalonia (Shropshire, England), auf Baltica (Estland, Polen, Norwegen, Schweden), im westlichen Gondwana (Marokko), im nordöstlichen und südöstlichen Sibirien und in der westlichen Mongolei.
Die Familie der Olenellidae (Olenelliden) ist auf den kambrischen Kontinent Laurentia (Nordamerikanische Faunenprovinz – Nordamerika und assoziierte Gebiete) beschränkt. Olenelliden sind recht häufig und definieren gleichermaßen die damalige Ausdehnung Laurentias. Ihr plötzliches Verschwinden legt in ihrem Verbreitungsgebiet die Grenze zwischen Unter- und Mittelkambrium fest.
Zwischen den Olenelliden und den Redlichiina besteht eine deutlich ausgeprägte Ausschließlichkeit ihres Vorkommens, nur in Marokko und in der westlichen Mongolei treten beide Faunen gemeinsam auf.
Die Daguinaspidae sind mittlerweile als Daguinaspinae eine Unterfamilie der Fallotaspidae.

Johannes Balser

Johannes Balser (* 18. April 1922 in Peking; † 18. April 1985 in Oslo) war ein bundesdeutscher Diplomat.
Er wuchs als jüngster Sohn des Diplomaten Karl August Balser in seiner Geburtsstadt Peking, Berlin, Wladiwostok und Harbin auf. Nach dem Abitur am Luisengymnasium Berlin kämpfte er im Zweiten Weltkrieg und verheiratete sich 1943 mit Jutta Schimmelfennig, der Tochter eines in China verstorbenen Militärberaters Chiang Kai-sheks. Nach dem Krieg begann er als Schwerversehrter ein Studium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er legte 1950 seine Promotion an der dortigen rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät mit einer Dissertation zum Thema Die Stellung der Arbeit im Industrialisierungsprozess Chinas. Eine wirtschaftshistorisch-soziologische Untersuchung ab.
Nach Abschluss des Studiums trat er in den Auswärtigen Dienst ein und fand nach Abschluss der Laufbahnprüfung und einem halben Jahr zur Weiterbildung an der Georgetown University in Washington (1952) Verwendungen in der Zentrale des Auswärtigen Amtes in Bonn sowie an verschiedenen Auslandsvertretungen: 1952 bis 1955 an der Botschaft Washington, 1955 bis 1956 am Konsulat in Atlanta und 1956 bis 1960 an der Botschaft Tokio. Von 1960 bis 1964 war er in Bonn in der Berlinabteilung tätig und im Juni 1964 wurde er als Konsul Erster Klasse zum Botschafter der neugegründeten Botschaft in Malawi ernannt und zog nach Blantyre-Limbe. Nach vier Jahren in Malawi kam er 1968 in die Afrikaabteilung nach Bonn zurück und wurde 1969 für ein Jahr als Fellow beim Center for International Studies an die Harvard University in Cambridge, Massachusetts, USA berufen. Dort konnte er erster Hand die Studentenunruhen in den Vereinigten Staaten beobachten und begutachten, sowie Fragen der Europäischen Union im internationalen Kreis bearbeiten. Bald danach kam die Berufung in die Sowjetunion, wo er 1971/1972 den Auftrag hatte, das deutsche Generalkonsulat in Leningrad aufzubauen. Danach diente er 1972 bis 1975 als Chargé d’affaires in Moskau. Mitte der 1970er Jahre war er Chefinspekteur des Auswärtigen Amtes und als solcher insbesondere mit internen Verfahren befasst wie den Berichten und politischen Analysen der Auslandsvertretungen für das Auswärtige Amt.
1978 wurde er Nachfolger von Hermann Kerstin Botschafter in Ungarn und bekleidete dieses Amt bis Anfang 1981. In dieser Funktion organisierte er 1979 die Besuche von Bundeskanzler Helmut Schmidt sowie des bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß.
Im Anschluss an Ungarn erfolgte seine Ernennung zum Botschafter in Norwegen als Nachfolger von Edgar von Schmidt-Pauli, der in den Ruhestand trat. Das Amt des Botschafters in Norwegen bekleidete er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand, der mit seinem Todestag und seinem 63. Geburtstag am 18. April, 1985 zusammenfiel. Nach seinem Tod in Oslo wurde er durch Harald Hofmann ersetzt. Johannes Balser hinterließ seine Ehefrau Jutta Balser, geb. Schimmelfennig (1921–2006) und zwei Töchter.

Sulmer Bergebene

Sulmer Bergebene im Nordwesten des Naturraums Schwäbisch-Fränkische Waldberge
Die Sulmer Bergebene im Landkreis Heilbronn sind die bis 338,1 m ü. NHN hohen Nordausläufer der Löwensteiner Berge in Baden-Württemberg. Zusammen mit den südwestlich gelegenen Heilbronner Bergen werden sie oft als Heilbronner Bergland bezeichnet.

Die Sulmer Bergebene bildet im Nordwesten der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge die Nordausläufer der Löwensteiner Berge.
Die Landschaft erstreckt sich zwischen dem Unterlauf des Kochers im Nordwesten und Norden mit Neuenstadt am Kocher, dem Unterlauf der Brettach im Nordosten und Osten mit Langenbrettach, wobei sich nordöstlich die Hohenloher Ebene und östlich, jenseits von Bretzfeld, der Mainhardter Wald anschließt, dem Unterlauf der Sulm im Süden mit den jenseits des Weinsberger Tals bei Weinsberg und Erlenbach gelegenen Heilbronner Bergen und dem Mittellauf des Neckars im Westen im Neckarbecken mit Neckarsulm und Bad Friedrichshall.
Innerhalb der Landschaft liegen unter anderem diese Ortschaften: Amorbach, Buchhorn, Cleversulzbach, Dahenfeld, Eberstadt, Gellmersbach, Hölzern, Oedheim, Schwabbach, Siebeneich und Wimmental.
Naturräumlich betrachtet gehört die Sulmer Bergebene (Nummer 108.11) mit dem Weinsberger Tal (108.12) und den Heilbronner Bergen (108.13) als Teile der Löwensteiner Berge (108.1) im Schwäbischen Keuper-Lias-Land (10) zu den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen (108).
Zu den Erhebungen und Hangspornen der Sulmer Bergebene gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN):
Zu den Fließgewässern der Sulmer Bergebene oder ihren Ausläufern gehören:
Geologisch betrachtet zählt die Sulmer Bergebene als Teil der Löwensteiner Berge im Schwäbischen Keuper-Lias-Land zur Germanischen Trias des Erdmittelalters und ist dem Keuper zuzurechnen, also vor etwa 220 Millionen Jahren entstanden. Ihre Erhebungen sind isolierte Schwarzjura­kuppen, die dem Knollenmergel aufliegen. Aus ihrer Landschaft stammt der Heilbronner Sandstein.
Die Sulmer Bergebene ist besonders in ihren Hochlagen bewaldet, und in tieferen Lagen wird Weinbau und auch Landwirtschaft betrieben.
In der Sulmer Bergebene befinden sich ein Teil des 54,27 km² großen Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Löwensteiner und Heilbronner Berge (FFH-Nr. 7021-341) und Teile des 23,91 km² großen FFH-Gebiets Untere Jagst und unterer Kocher (FFH-Nr. 6721-341). Außerdem liegen dort das 1982 gegründete und 0,65 km² große Landschaftsschutzgebiet Sulzbachtal-Berg und das 1986 gegründete und 2,58 km² große LSG Brettachtal. Zudem befindet sich am Rand der Landschaft das 1992 gegründete und 0,49 km² große Naturschutzgebiet Wildenberg.
Zu den Anziehungspunkten und markanten Stellen der Sulmer Bergebene und ihren Ausläufern gehören:

Herbert Kierstein

Herbert Kierstein (* 17. Januar 1938 in Grottkau) ist ein ehemaliger Oberstleutnant des MfS der DDR.

Kierstein trat 1955 in das MfS ein. Ab 1958 war er Untersuchungsführer im Bereich Spionagedelikte gegen die DDR. In dieser Funktion war er unmittelbar mit dem Fall Hannes Sieberer beschäftigt. Am 1. Oktober 1969 wurde er stellvertretender Referatsleiter und am 1. Oktober 1970 Referatsleiter in der Hauptabteilung IX (Untersuchungsorgan). Am 1. November 1980 stieg er zum stellvertretenden Abteilungsleiter auf und wurde 1981 zum Oberstleutnant befördert. Ab 15. März 1983 fungierte er als Offizier für Sonderaufgaben (OfS) in der Auswertungs- und Kontrollgruppe (AKG) der HA IX und von Februar 1985 bis September 1989 als Leiter der AKG-Arbeitsgruppe Analyse. Zuletzt war er ab 1. Oktober 1989 stellvertretender Leiter des Arbeitsbereichs Koordinierung der AKG der HA IX. Der Diplomjurist Kierstein lebt bei Berlin.
2009 klagte der frühere Stasi-Häftling und Mitarbeiter der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Mario Röllig gegen den Verlag Das Neue Berlin wegen falscher Tatsachenbehauptungen und der nicht genehmigten Verwendung eines Fotos von ihm in einem Buch von Kierstein und Gotthold Schramm. In der Verhandlung hatte der Verlag Unterlassungserklärungen zu den Falschzitaten und der nicht genehmigten Fotoveröffentlichung abgegeben. Der Verlag verpflichtete sich, unter Androhung einer Geldstrafe die strittigen Passagen zu streichen und das Foto nicht mehr zu verbreiten.

Rainsford Island

Rainsford Island ist eine Insel im Boston Harbor. Sie liegt 6,33 mi (10,2 km) vom Bostoner Stadtzentrum entfernt auf dem Gebiet des Bundesstaats Massachusetts der Vereinigten Staaten und verfügt über eine Fläche von ca. 21,6 Acres (8,7 ha). Sie wird von der Stadt Boston verwaltet und ist Teil der Boston Harbor Islands National Recreation Area.

Die Insel besteht aus zwei Drumlins, die bis auf eine Höhe von 49 ft (14,9 m) aufragen. Die Küstenbereiche der Insel sind an der Nordseite starker Erosion ausgesetzt, während sie an der Nordost- und Ostseite von einer verfallenen Uferbefestigung noch teilweise geschützt werden. Die Küstenlinie ist felsig und weist eine kleine Sandbucht im Süden auf.
Auf der Insel wachsen Rispengräser, Harthölzer und Rhus. Die Tierwelt der Insel ist noch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.
Bereits die Indianer nutzten die Insel für verschiedene Zwecke. Zur Kolonialzeit betrieben die Siedler auf ihr Landwirtschaft und nutzten sie ebenfalls als Viehweide. Die institutionelle Nutzung begann im Jahr 1737 und dauerte – mit wenigen Unterbrechungen – für nahezu zweihundert Jahre bis 1929 an. Während dieses Zeitraums diente die Insel zu unterschiedlichen Zeiten als Quarantänestation, Armenhaus, als Krankenhaus für Veteranen oder auch als Reformschule für Jungen. Heute befinden sich noch die Überreste eines Resorts aus dem 19. Jahrhundert auf der Insel.
Auf der Insel stehen noch einige Überreste der ehemaligen Gebäude. Ebenfalls zu sehen sind die Reste eines Piers sowie einer teilweise verfallenen Uferbefestigung aus Granit.
Zum Schutzgebiet gehörende Inseln und Halbinseln, sortiert nach zugehöriger Stadt
Calf Island • Gallops Island • Georges Island • Great Brewster Island • Green Island • Little Brewster Island • Little Calf Island • Long Island • Lovells Island • Middle Brewster Island • Nixes Mate • Outer Brewster Island • Rainsford Island • Shag Rocks • Spectacle Island • The Graves • Thompson Island
Bumpkin Island • Button Island • Langlee Island • Ragged Island • Sarah Island • World’s End
Peddocks Island
Grape Island • Sheep Island • Slate Island • Webb Memorial State Park
Deer Island • Snake Island
Hangman Island • Moon Island • Nut Island • Raccoon Island
Massachusetts Department of Conservation and Recreation • Urgeschichte der Boston Harbor Islands

Kühlkettenmanagement

Das Kühlkettenmanagement (engl. cold chain management) befasst sich mit der effizienten Kontrolle und der Organisation von Produktion und Logistik bzgl. der Kühlkette.
Es beinhaltet das Planen und Implementieren von einzelnen Prozessen und Prozessabläufen, sowie das Implementieren von Werkzeugen und Methoden zur Prozessüberwachung und Kontrolle. Im Fokus des Kühlkettenmanagements stehen meistens kühlpflichtige Lebensmittel, Pharmaprodukte oder Chemikalien, aber auch sonstige spezielle Gegenstände, wie z.B. manche High-Tech-Geräte bedürfen u.U. einem Kühlkettenmanagementsystems.
Die Hauptziele des Kühlkettenmanagements sind die Optimierung der Produktqualität und der Produktsicherheit sowie die Minimierung von Verlusten. In der Anwendung bedeutet das Kühlkettenmanagement oftmals die Temperaturüberwachung in den einzelnen Stufen der Produktions-, Lagerungs- und Transportketten auf der inner- und überbetrieblichen Ebene. Bei der überbetrieblichen Temperaturüberwachung wird derzeit vielfach der Einsatz von Zeit-Temperatur-Indikatoren sowie RFID-Systemen mit integrierten Temperatursensoren diskutiert. Neben der Temperaturüberwachung sind die Produkteigenschaften, die technischen Ausrüstungen und Einrichtungen in Bezug auf die Kühlung, Gesetze, Verordnungen sowie das Supply Chain Management von großer Bedeutung.

James Muspratt

James Muspratt (* 12. August 1793 in Dublin; † 4. Mai 1886 in Seaforth Hall bei Liverpool) war ein britischer Chemiker und Industrieller.
Muspratt begann 1822 in Liverpool die Fabrikation von Blutlaugensalz und anderen Präparaten, namentlich auch von Schwefelsäure und Soda. Hierbei hatte er so großen Erfolg, dass er sehr bald noch zwei Fabriken zu St. Helens und Newton anlegen konnte.
Mit Charles Tennant in Glasgow führte er den Schwefelkies an Stelle des Schwefels in die Schwefelsäurefabrikation ein. 1846 gründete er auf Anregung von Justus von Liebig eine Mineraldüngerfabrik, die zwar bald wieder einging, aber den Anstoß zu der gegenwärtigen bedeutenden Kunstdüngerfabrikation gegeben hat.
Muspratt gilt als Mitbegründer der chemischen Großindustrie und namentlich als Urheber der Sodafabrikation. Seine Fabriken in Liverpool, Widnes und Flint waren Musteranstalten und dienten als Vorbild für zahlreiche andere Fabriken des In- und Auslandes.
Sein Sohn James Sheridan Muspratt war ebenfalls ein bedeutender Chemiker. Sein Enkel Sir Max Muspratt (1872–1934) war Chemiker und Politiker.
Seine Tochter Emma wurde 1853 durch die erstmalige Anwendung von „Liebigs Fleischextrakt“ geheilt.

John Ross (Kongressabgeordneter)

John Ross (* 24. Februar 1770 in Solebury, Bucks County, Pennsylvania; † 31. Januar 1834 in Easton, Pennsylvania) war ein US-amerikanischer Jurist und Politiker. Zwischen 1809 und 1811 und nochmals von 1815 bis 1818 vertrat er den Bundesstaat Pennsylvania im US-Repräsentantenhaus.
Nach einem Jurastudium in West Chester und seiner 1792 erfolgten Zulassung als Rechtsanwalt begann John Ross in Easton in diesem Beruf zu arbeiten. Politisch wurde er Mitglied der Ende der 1790er Jahre von Thomas Jefferson gegründeten Demokratisch-Republikanischen Partei. Im Jahr 1800 war er Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Pennsylvania. Zwischen 1800 und 1803 fungierte er als Gerichtsdiener am Vormundschaftsgericht. Außerdem war er zwischen 1800 und 1809 als County Register bei der Bezirksverwaltung angestellt.
Bei den Kongresswahlen des Jahres 1808 wurde Ross im zweiten Wahlbezirk von Pennsylvania in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 4. März 1809 die Nachfolge von John Pugh antrat. Bis zum 3. März 1811 konnte er zunächst eine Legislaturperiode im Kongress absolvieren. 1814 wurde er im sechsten Distrikt seines Staates erneut in den Kongress gewählt, wo er am 4. März 1815 Robert Brown ablöste. Nach einer Wiederwahl konnte er bis zu seinem Rücktritt am 24. Februar 1818 im Repräsentantenhaus verbleiben.
Ross’ Rücktritt erfolgte nach seiner Ernennung zum Vorsitzenden Richter im siebten Gerichtsbezirk seines Heimatstaates. Im Jahr 1830 wechselte er an den Supreme Court of Pennsylvania. Dort verblieb er bis zu seinem Tod am 31. Januar 1834 in Easton. Sein Sohn Thomas (1806–1865) wurde ebenfalls Kongressabgeordneter.