Maciowakrze

Maciowakrze (deutsch Matzkirch) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Oppeln. Es liegt im südlichen Teil des Powiat Kędzierzyńsko-Kozielski nahe der Grenze zu Tschechien und gehört der Landgemeinde Pawłowiczki an.
Das 858 Hektar große Gebiet liegt im südwestlichen Teil Polens und im Westen Oberschlesiens. Für Maciowakrze ist der Anbau landwirtschaftlicher Erzeugnisse (Getreide 76.7 %, Kartoffeln 2 %, Zuckerrüben 10 %, Rüben 10 %) die wichtigste Einnahmequelle.
Maciowakrze grenzt im Süden an die Stadt Baborów (Bauerwitz). Westlich von Maciowakrze liegt Dobrosławice (Ehrenhöhe). Die Grenze dort verläuft ab Chaussee Bauerwitz–Ehrenhöhe sowie ab dem Bahnübergang. Nördlich befinden sich die Dörfer Dobieszów (Dobischau) sowie Radoszowy (Radoschau). Hier finden wir auch vier kleine Wäldchen. Entlang der Grenze nach Radoszowy verläuft ein namenloser Wasserlauf. Es endet als rechter Zufluss des „Potok Cisek“. Die östliche Grenze bilden die Dörfer Koza (Heinrichsdorf) sowie Szczyty (bis 1936 Tscheidt, 1936–1945 Maxwaldau – siehe: Max Waldau).
Aus zahlreichen Urkunden lässt sich schließen, dass das Dorf Matzkirch eine Niederlassung deutscher Siedler in slawischer Umgebung war. Erste Erwähnungen über Matzkirch stammen aus dem Jahr 1223, als der Breslauer Bischof Lorenz die Kirche in Matzkirch mit dem Zehnt von Gogolin belehnt hat.
Am 19. März 1264 erlaubte der Breslauer Bischof Tomas II. das Zusammenlegen der beiden Kirchen in Matzkirch und Stanice unter dem Patronat des Klosters in Rauden. 1272 erfolgte die erste Erwähnung einer Bürgermeisterei (Scholtisei) was die Urkunden über eine Schulzenfamilie belegen.
Am 26. April 1316 erhielt das Dorf das lang erwünschte Herzogsrecht durch Herzog Wladislaus. 1408 erließ Konrad von Cosel den „armen Leuten von Matzkirch“ die Arbeiten auf seinen Festen und Vorwerken gegen ein Jahresgeld von 3 ½ Mark. 1587 verlieh Abt Michael dem Kretschmar Balenga den Freibrief zum Betreiben einer Gastwirtschaft, die bis in das Jahr 1808 bestand.
Am 25. August 1652 wurde die unter der Leitung vom Abt Andreas Emanuel Pospeli von Rauden neu erbaute Schrotholzkirche dem heiligen Florian von Lorch geweiht. Von 1728 stammt die erste Erwähnung einer Schmiede, betrieben von einem Herr Dzwiza. 1752–1754 erfolgte der Bau der ersten Mühle durch Raudener Mönche. 1773 wurde die heutige barocke Kirche errichtet. 1855 starb auf Gut Tscheidt der Dichter Max Waldau.
Am 1. Januar 1889 wurde die Freiwillige Feuerwehr von Matzkirch gegründet. Im April 1889 wurde die Bahnlinie Groß Neukirch–Bauerwitz eröffnet und zeitgleich die erste Poststelle in Matzkirch im Auszugshaus des Bauern Franz Waluga. Im Jahre 1935 übernahm Joseph Piosczyk die Poststelle.
Bei der oberschlesischen Volksabstimmung am 20. März 1921 stimmten in Matzkirch 538 Personen für den Verbleib beim Deutschen Reich und 107 für einen Anschluss an Polen – Matzkirch verblieb in Deutschland bzw. der Provinz Oberschlesien der Weimarer Republik. Am 6. Oktober 1923 wurde das Dorf an das Stromnetz angeschlossen. An der 1842 erbauten zweiklassigen Schule haben die Lehrer Venantius Schirmeisen (seit 1923), Gerhard Alscher (seit 1933) und die Lehrerin Gertrud Kothe (seit 1934) unterrichtet. Im Januar 1926 wurde ein Sportverein gegründet und im gleichen Jahre 1926 wurde das Gut Matzkirch vom Staat erworben, das ein Jahr später an das Siedlungsunternehmen „Landschaft“ verkauft wird.
1945 wurde der Ort als Maciowakrze Teil Polens und am 3. September 1946 erfolgte der erste Unterricht in polnischer Sprache durch die Lehrer Andrzej und Helena Kocman.
1970 bekam die Freiwillige Feuerwehr Maciowakrze ein neues Feuerwehrhaus. Der Feuerwehrführer war Hubert Kubanek und sein Stellvertreter Josef Kurka. Am 7. März 1983 kam es zu einem Großbrand in Maciowakrze. In den Nachmittagsstunden fing die St.-Florian-Kirche an zu brennen.
Im Jahre 1996 wurde der Eisenbahnverkehr (Personenbeförderung) zwischen Kędzierzyn-Koźle und Baborów eingestellt. Es findet nur noch vereinzelt Güterverkehr statt.
Am 22. März 2001 starb im Alter von 91 Jahren Pater Hyazinth Theodor Mende, der am 16. März 1940 in Fürstenzell bei Passau zum Priester geweiht worden war und seit 1996 im Salvatorianer-Kloster Steinfeld seinen Lebensabend verbracht hatte.
Schulzenämter: Borzysławice (Borislawitz) | Chrósty (Chrost) | Dobieszów (Dobischau) | Dobrosławice (Dobroslawitz) | Gościęcin (Kostenthal) | Grodzisko (Grötsch) | Grudynia Mała (Klein Grauden) | Grudynia Wielka (Groß Grauden) | Jakubowice (Jakobsdorf) | Karchów-Ligota Wielka (Karchwitz) | Kózki (Koske) | Maciowakrze (Matzkirch) | Mierzęcin (Mierzenzin) | Milice (Militsch) | Naczęsławice (Groß Nimsdorf) | Ostrożnica (Ostrosnitz) | Pawłowiczki (Pawlowitzke) | Przedborowice (Przeborowitz) | Radoszowy (Radoschau) | Trawniki (Trawnig) | Ucieszków (Autischkau) | Urbanowice (Urbanowitz)