Begründungssatz (spanisch)

Unter einem Begründungssatz oder Kausalsatz, oración causal versteht man in der Grammatik eine spezielle Form eines adverbialen Nebensatz (Protasis).
Mit einem Kausalsatz wird in der Grammatik allgemein beschrieben, dass ein spezieller Nebensatz (Protasis) den Grund für einen Sachverhalt im Haupt- oder Folgerungssatz, (Apodosis) näher beschreibt. Anders formuliert wird im Kausalsatz der Grund bzw. die Ursache für eine Handlung oder einen Vorgang angegeben. Ein Kausalsätze sind eingeleitete Nebensätze; eingeleitet werden sie durch unterordnende kausale Konjunktion, conjunciones causales. – Beispiele:
Begründungssätze sind von den Konditionalsätzen abzugrenzen. So ist in den kausalen Verhältnissen der Anspruch auf Tatsächlichkeit der Voraussetzung, im Nebensatz (Protasis) postuliert. Denn es wird nicht nur behauptet oder festgestellt, dass in aller Regel, nach allem, was wir aus Erfahrung wissen, die Gezeiten auftreten, weil die Anziehungskraft des Mondes wirkt, sondern impliziert darüber hinaus auch das Gezeiten auftreten bzw. beobachtet werden können.
Ein zusammengesetzter Satz mit einer subordinativen Verknüpfung führt zu einem Satzgefüge. Allgemein finden sich bei den untergeordneten Propositionen oder Nebensätzen drei Arten:
Der Begründungs- oder Kausalsatz, oración causal zählt zu der letzteren Einteilungsklasse.
Aus dieser zusätzlichen angenommenen Wahrheit der Voraussetzung (Protasis) folgt auch die Wahrheit der Folgerung im Hauptsatz (Apodosis), der consecuencia. Der Nebensatz (Protasis) vertritt bei Kausalsätzen immer das Antezedens und der Hauptsatz das Konsequens. Die in einem Begründungssatz formulierte (vergangene) Erfahrung, verweist auf eine erlebte, in der tatsächlichen oder aktualen Welt gebildeten, zutreffenden Vorstellung von der Wirklichkeit. Das mehrmalige „Erleben“ dieser Situation führt zu einer (verallgemeinernden) Konditionalbeziehung. – Beispiel:
Die Fragepronomen im deutschen Kausalsatz lauten „Warum?“ „Wieso?“ „Weshalb?“ „Weswegen?“ bzw. „Aus welchem Grund bzw. Anlass?“ Im Spanischem ¿Por qué? ¿Por lo cual? ¿Por qué motivo? – Beispiel:
Die wichtigsten kausalen Konnektoren sind im Spanischen:

Wird die Begründung der Nebensatz (Protasis) vor der Folge, dem Hauptsatz (Apodosis) genannt stehen die kausalen Konjunktion como, aber auch ya que sowie puesto que. Hier also steht der Nebensatz immer vor dem Hauptsatz. – Beispiele:
Begründungssätze sind Adverbialsätze, die die Ursache, das Motiv oder einen Grund für das im Hauptsatz (Apodosis) Ausgesagte im Nebensatz (Protasis) angeben. Zwischen Nebensatz und Hauptsatz besteht ein Verhältnis von Ursache und Wirkung.– Beispiele:
Die kausalen Satzverknüpfungen lassen sich für das Spanischen semantisch nach Galán Rodríguez (1999) durch zwei Entitäten oder Gruppen beschreiben:
Hiernach können kausale Konjunktionen den beiden Gruppen zugeordnet werden. Die Konjunktionen porque und pues können als die typischen Repräsentanten jeweils der ersten oder der zweiten Gruppe zugeschrieben werden. Aber auch für komplexere Konjunktionen kann diese semantische Abgrenzung vornehmen, so etwa por causa de que, a causa de que, por razón de que, debido a que, teniendo en cuenta que werden als die Konjunktionen angesehen, die einen Kausalsatz mit einer „causa real“ einleiten, während durch puesto que, ya que, dado que eingeleiteten Kausalsätze im Sinne einer „causa lógica“ zu interpretieren seien.

Die durch kausale Konjunktionen eingeleiteten (affirmativen) Adverbialsätze stehen im Indikativ, indicativo. Wird aber die Faktizität oder der Wahrheitswert des Kausalsatzes verneint, so kann auch der Subjunktiv verwendet werden.

Zhangjiakou

Zhangjiakou (chinesisch 張家口 / 张家口, Pinyin Zhāngjiākǒu) ist eine bezirksfreie Stadt in der chinesischen Provinz Hebei, etwa 100 Kilometer nordwestlich von Peking.

Der russische und teils auch im Deutschen benutzte Name „Kalgan“ (Калган) sowie der mongolische Name Haalgan (Хаалган) lassen sich vom Wort kaalga(n) für „Tür“, „Passtor“ im späten Mittelmongolischen herleiten.
Zhangjiakou liegt im Nordwesten der Provinz Hebei, nordwestlich von Peking in einer Entfernung von 20 bis 100 Kilometer von der Hauptstadt. Die bezirksfreie Stadt liegt am Fluss Sanggan He an einer Stelle, an der die Gebirge Hengshan, Taihang Shan und Yanshan aufeinanderstoßen. Zhangjiakou ist im Norden von Hochebenen umgeben und hat Sommertemperaturen, die um die 23 °C liegen, was die Gegend zu einer Sommerfrische für die Bewohner der heißen Stadt Peking macht. Das urbane Zentrum (das eigentliche Stadtgebiet) liegt am Qingshui He, der über den Yang He in den Sanggan mündet.
Bei Zhangjiakou gibt es insgesamt sechs Korridore, durch die Sandstürme bis nach Peking wehen.
Zhangjiakou war in seiner Geschichte schon immer ein militärischer Vorposten der Hauptstadt, „Pekings Nordtor“. Hier führte ein wichtiger Verkehrsweg über den Pass Juyongguan in die Stadt Datong und die mongolische Steppe. Dies war auch der einzige Weg, auf dem die mongolischen Horden nach Peking vordringen konnten. Aus diesem Grund wurde während der Ming-Dynastie die Große Mauer verdoppelt. Die so genannte „innere Mauer“ verlief vom Pass Juyongguan südlich von Zhangjiakou bis zum Gelben Fluss. Die nördliche, „äußere Mauer“ verlief von Juyongguan über Zhangjiakou und Datong. Am Gelben Fluss traf sie dann wieder mit der „inneren Mauer“ zusammen.
Die Kaiserwitwe Cixi machte auf ihrer Flucht während des Boxeraufstands in Zhangjiakou Station, denn hier endete damals die Eisenbahnlinie. Eine Erinnerung an diese Zeit ist der Jimingshan, der Berg des krähenden Hahns, der seinen Namen von der Kaiserwitwe hat, die sich durch die Form des Berges an einen krähenden Hahn erinnert sah.
Zhangjiakou war eine wichtige Station an der Karawanenstraße von Peking nach Ulan Bator. Es verlor aber an Bedeutung als im Jahr 1905 die Transsibirische Eisenbahn eröffnet wurde.
Im Jahr 1928 wurde Zhangjiakou die Hauptstadt der Provinz Chahar und 1937 des „autonomen“ japanischen Satellitenstaates Mengjiang (Innere Mongolei). Gleich zu Beginn des sinojapanischen Kriegs war Zhangjiakou von japanischen Truppen besetzt worden, die Japan den Zugang zu den Kohlevorräten der Region sichern sollten.
Die japanischen Truppen wurden von den oft marodierenden Truppen der Guomindang verdrängt bevor die chinesischen Kommunisten die Macht übernahmen und im Jahr 1952 die Provinz Chahar auflösten.
Zhangjiakou liegt an den Straßenverbindung nach Datong in der Provinz Shanxi (Xuanda), nach Peking (Jingzhang) und in die Innere Mongolei.
Außerdem führt durch die Stadt die Eisenbahnlinie von Peking nach Baotou. Die Südroute der Transsibirischen Eisenbahn führt durch Zhangjiakou, wo der Zug einen kurzen Aufenthalt hat. Von da bis nach Peking sind es dann lediglich 193 Kilometer.
Zhangjiakou ist reich an Mineralien und besitzt elf größere Minerallager. In der Provinz Hebei liegt es, was Gold, Kohle, Blei, Zink, Phosphor und fünf andere Mineralien betrifft, an erster Stelle.
Zhangjiakous Goldmine wurde im Jahr 1970 in Betrieb genommen und gilt als eine der führenden Goldproduzenten Chinas.
In Xuanhua befinden sich beträchtliche unterirdische Kohlelager und Metall verarbeitende Betriebe sowie chemische Industrie, Kraftwerke, Papierverarbeitung und Brauereien.
Zhangjiakou, das durch seine Nähe zu den Weidegebieten bereits ein Zentrum für Lederverarbeitung ist, engagiert sich auch in der Produktion von Schuhen. Die Wuhuan Shoe Holdings Ltd. ist ein großer Staatsbetrieb, der Turnschuhe und Hausschuhe in großer Stückzahl herstellt. 600 verschieden Arten von Schuhen werden in einer Menge von 20 Millionen Paar pro Jahr produziert.
Die Zhangjiakou Knitting Mill wurde im Jahr 1965 als Staatsunternehmen gegründet und begann im Jahr 1983 mit dem Export ins Ausland.
Die China Great Wall Wine Company Ltd. ist ein Joint Venture, das im Jahr 1983 gegründet wurde und mit Firmen in Italien, Frankreich und Deutschland zusammen arbeitet.
Zhangjiakou investiert 6,9 Milliarden Yuan, um die Sanddünen durch Aufforstung zu kontrollieren. Diese Bemühungen stehen im Zusammenhang mit dem erklärten Ziel Pekings, im Jahr 2008 „grüne Olympische Spiele“ zu veranstalten. Aus diesem Grund sollen 800.000 Hektar Land aufgeforstet werden. In diesem Zusammenhang steht auch die Förderung der Windenergie, deren Kapazität von 10 Megawatt innerhalb von zehn Jahren auf 5.000 Megawatt gesteigert werden soll.
Um Tourismus aus anderen Regionen Chinas anzulocken strebt die Stadtregierung das Ziel an, Zhangjiakou zu einem nationalen Wintersportzentrum zu machen und wirbt um Investitionen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar für die Entwicklung des Saibei Skiing Resorts 塞北滑雪场 und des Hebei Cuiyunshan huaxuechang 河北翠云山滑雪场. Im Winter 2007 wurde das Skigebiet Saibei Dolomiti im Bezirk Chongli eröffnet. Zusammen mit dem Cuiyun Mountain Recreational Village Ski Resort, sind dort insgesamt zwei Kilometer Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade sowie acht Lifte mit einer Länge von insgesamt 3 Kilometern verfügbar.
Gemeinsam mit Peking hat sich Zhangjiakou erfolgreich um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022 beworben.
In Zhangjiakou drehte der berühmte chinesische Regisseur Zhang Yimou 1999 seinen Film Nicht einer weniger (一个都不能少, Pinyin: Yígè döu bù néng shǎo), die Geschichte um ein 13-jähriges Mädchen auf dem Land, das den Unterricht in der Schule übernimmt, nachdem der Schullehrer das Dorf verlassen hat.
Zhangjiakou ist Sitz der Hebei Beifang Xueyuan (河北北方学院), deutsch: Hebei-Hochschule des Nordens.
Auf Kreisebene setzt sich die Stadt Zhangjiakou besteht aus vier Stadtbezirken und 13 Kreisen zusammen. Diese sind:
Die Kreise (xian 县) sind:
Baoding | Cangzhou | Chengde | Handan | Hengshui | Langfang | Qinhuangdao | Shijiazhuang | Tangshan | Xingtai | Zhangjiakou
40.816638888889114.88330555556Koordinaten: 40° 49′ N, 114° 53′ O

Flachstöckheim

52.08565555555610.439666666667106Koordinaten: 52° 5′ 8″ N, 10° 26′ 23″ O
Lage von Flachstöckheim in Salzgitter
Flachstöckheim ist einer der insgesamt 31 Stadtteile der kreisfreien Stadt Salzgitter in Niedersachsen, gelegen in der Ortschaft Südost. Flachstöckheim gehörte bis zum 31. März 1942 zum Landkreis Goslar und wurde durch einen Verwaltungsakt am 1. April 1942 ein Teil der Großstadt Watenstedt-Salzgitter. Am 23. Januar 1951 wurde diese amtlich in Salzgitter umbenannt.

Flachstöckheim gehört sprachwissenschaftlich zu den sogenannten „hêm“-Orten, was im Altsächsischen für „Siedlung“ oder „Dorf“ stand. Zu dieser Gruppe zählen heute die Ortsnamen, die auf -heim, „am“ oder „um“ enden. Im Salzgittergebiet sind diese Orte etwa im 5. und 6. Jahrhundert entstanden. Das Bestimmungswort „stöck“ des Ortsnamens wird mehrheitlich auf das Altsächsische „stokk“ zurückgeführt, das auf eine Ansammlung von Baumstümpfen oder -stämmen hindeutet, wahrscheinlich ein Hinweis auf die Rodungsgeschichte des Dorfes. Eine andere Deutung geht von dem Eigenschaftswort „stockig“ (für Stauung von Feuchtigkeit) aus, durch das die Lage des Ortes in einer feuchten Niederung der Fuhse beschrieben wird. Der Ortsname variierte anfänglich nur wenig von Stocheim (Ende 8. Jh.), Stokem (1209) zu Stockeim (1264). Zu Beginn des 13. Jahrhunderts erscheint auch der Ortsname Vlaslande, womit auf die Flachsgewinnung im Ort hingewiesen wird. Ab 1349 werden beide Namen zusammengefasst (Flasstockem), wohl um den Ort besser von den anderen Stöckheim-Orten der Umgebung zu unterscheiden. 1590 findet man in einem Kirchenvisitationsbuch erstmals die heute gebräuchliche Form „Flachstöckheim“.
Eine Zuordnung früher Schriften zum Ort Flachstöckheim stellt sich als schwierig heraus, da es im nahen Umkreis fünf Orte mit dem Namen „Stöckheim“ gab: Flachstöckheim, Groß Stöckheim im Landkreis Wolfenbüttel, die Wüstung Klein-Stöckheim bei Fümmelse, eine Wüstung Stockim am Harly bei Lengde (Vienenburg) und der Braunschweiger Stadtteil Stöckheim. Man geht heute davon aus, dass die älteste Erwähnung des Ortes im Codex Eberhardi steht, einem Verzeichnis des Klosters Fulda. Danach hat zwischen 780 und 802 Wodiltag, ein sächsischer Häuptling, dem Kloster Fulda einen Teil seiner Besitzungen aus 20 Orten übertragen, darunter auch Land in „Stocheim“. Unumstritten ist eine Urkunde vom 28. August 1188, in der Kaiser Friedrich I. eine Stiftung von sieben Hufen in Stöckheim an das Klosters Neuwerk in Goslar bestätigt.
Flachstöckheim lag im Mittelalter im Leraga (auch Leragau oder Liergau), der wiederum zum 815 durch Ludwig den Frommen gegründeten Bistum Hildesheim gehörte. Nach Neuordnung des Fürstentums Hildesheim (so die Bezeichnung des weltlichen Besitzes des Bistums) gehörte der Ort ab 1330 zum Amt Liebenburg. Zwischen 1523 (Ende der Hildesheimer Stiftsfehde) und 1643 gehörte der Ort zum Herzogtum Braunschweig, danach wurde das Gebiet wieder Hildesheim zugesprochen. 1802 verlor das Bistum Hildesheim seine Eigenständigkeit und Flachstöckheim zählte von da an zu Preußen. In der Zeit der Napoleonischen Herrschaft von 1807 bis 1813 war Flachstöckheim eine Commune im Canton Salzgitter des Distrikts Goslar im Königreich Westfalen. Mit dem Wiener Kongress wurde 1815 das Königreich Hannover geschaffen, dem auch die Gebiete des früheren Hochstifts Hildesheim zugeschlagen wurden. Hannover wiederum wurde 1866 vom Königreich Preußen annektiert. Nach der Neugliederung der preußischen Landordnung vom 6. März 1884 wurde aus der Stadt Goslar und den Amtsbezirken Liebenburg und Wöltingerode der Landkreis Goslar gebildet, dem Flachstöckheim ab 1885 angehörte. Zum 1. April 1942 wurde Flachstöckheim ein Stadtteil der neugegründeten Stadt Watenstedt-Salzgitter, seit 1951 lautet der Ortsname Salzgitter-Flachstöckheim.
Die Familie von Schwicheldt wurde bereits 1350 mit einem Hof und Gütern in Flachstöckheim belehnt. Die Familie baute danach ihren Besitz im Dorf ständig aus, so dass ihr 1428 bereits das ganze Dorf gehörte. Außerdem erhielt Conrad von Schwicheldt die Erlaubnis, für sich und seine Familie einen Walhof (eine umfriedete Hofanlage) zu erbauen, dieser lag südlich des heutigen Worthlahweges. Als Charlotte Eleonore von Schwicheldt 1718 den Familienbesitz übernahm, wurden der Bau einer neuen Gutsanlage geplant. Erste Bauten wurden um 1722 begonnen, um auf dem Gelände der Alten Burg Wohnraum für die Handwerker und Tagelöhner zu schaffen. Der Neubau des Gutes wurde um 1730 begonnen. Ein Plan der Gutsanlage von 1734 zeigt an der Nordseite des Geländes das Herrenhaus, das auch heute noch erhalten ist. Östlich schließen sich ein Küchenhaus und weitere Garten- und Gewächshäuser an. Im Osten begrenzt ein Brauhaus das Gelände, im Süden das Torhaus mit Ställen und Wagenremise. Im Westen bilden eine Scheune und ein Schafstall den Abschluss.
Etwa ab 1750 begannen die Söhne von Charlotte Eleonore – Ernst Otto, August Eberhard und August Wilhelm – eine umfangreiche Erweiterung der Gutsanlage. Die Planungen hierzu lagen in der Hand des Festungsbaumeisters Dinglinger und des Hof-Baumeisters Johann Dietrich Heumann – beide aus Hannover. Die Gutsanlage wurde nach Westen hin erweitert und es wurden weitere Wirtschaftsgebäude, Ställe und eine zweite Scheune erbaut. Eine letzte Baumaßnahme durch die Familie von Schwicheldt wurde 1807 durchgeführt, als das im Osten stehende Brauhaus abgerissen und durch das „Kavalierhaus“ ersetzt wurde. Die Familie von Schwicheldt erwarb 1859 das Schloss Söder und verlegte 1869 ihren Familiensitz dorthin. Die Gutsanlage in Flachstöckheim wurde danach verpachtet. Im Zuge des Aufbaus der Hermann Göring Werke erwarben die Reichswerke die Anlage Ende der 1930er Jahre. Diese ließen die Gutsgebäude umbauen und hier Wohnungen für die Beschäftigten der nahen Bergwerke errichten. Die Anlage wurde 1981/82 umfassend renoviert und befindet sich heute im Besitz der Wohnbau Salzgitter.
Mit dem Bau der Gutsanlage wurde an der Nordseite auch ein Garten angelegt, von dem Baupläne aus dem Jahr 1753 erhalten sind. Diese zeigen einen im Stil der Gartenanlagen von Versailles angelegten Barockgarten. Der Garten war nahezu quadratisch und umfasste eine Fläche von etwa 20 Morgen. Vom Eingang des Herrenhauses führte ein Hauptweg nach Norden, der in der Gartenmitte einen kleinen Platz querte. An der West- und Ostseite des Gartens schlossen sich verschiedene Nutzgärten an, später wurde im Westen noch ein Baumgarten angelegt. Die Anlage war von einer Mauer umgeben, den Zugang zum Hauptweg bildete ein schmiedeeisernes Tor in der Nordwand. Im Jahr 1837 ließ die Familie von Schwicheldt den Garten im Stil eines englischen Landschaftsgartens umbauen. Während des Zweiten Weltkriegs und in den folgenden Jahren verfiel der Garten. Heute (2013) sind noch ein Teil des Baumbestandes und die Außenmauer erhalten. Die Gartenanlage, zu der auch eine Freilichtbühne gehört, wurde zuletzt 2008 bis 2010 durch die Stadt Salzgitter saniert.
Die Familie von Schwicheldt ließ erstmals 1720 eine Wassermühle anlegen. Diese lag am Mühlenteich, der durch die Fuhse gespeist wird. Da die Mühle wohl ohne behördliche Genehmigung gebaut worden war, ließ das Amt Liebenburg als zuständige Behörde diese im folgenden Jahr wieder abreißen. Erst 1744 erteilt der Hildesheimer Fürstbischof Clemens August die Konzession zum Bau einer Mühle. Diese wurde im nächsten Jahr fertiggestellt, es handelte sich um eine oberschlächtige Wassermühle, das Wasserrad hatte einen Durchmesser von vier Metern. Dem Müller wurde auch das Recht verliehen, eine Branntweinbrennerei zu betreiben. Zur Verbesserung der Leistung erhielt die Mühle 1927 einen zusätzlichen Motorantrieb. Die Mühle wurde 1943 außer Betrieb genommen, das Gebäude ist heute noch erhalten.
Angeregt durch den wirtschaftlichen Erfolg des nahen Kaliwerks Thiederhall in Thiede wurde ab 1905 in der Gemarkung südlich von Flachstöckheim nach Kalisalzen gesucht. Betreiber war die von den Kaliunternehmern Max und Hermann Gumpel in Hannover gegründete Gewerkschaft Friedrichroda. Nachdem in mehreren Probebohrungen abbauwürdige Kalisalze nachgewiesen werden konnten, wurde im Frühjahr 1911 mit den Teufarbeiten für einen Schacht begonnen. Dieser wurde im Frühjahr 1914 mit einer Endteufe von 615 Metern fertiggestellt. Die Förderung konnte kriegsbedingt aber erst im August 1919 aufgenommen werden. In Folge der Kalikrise zu Beginn der 1920er Jahre und dem damit einsetzenden Konzentrationsprozess im Kalibergbau wurde die Produktion 1924 eingestellt.
Im Gegensatz zu den früh bekannten Eisenerzlagern im Süden Salzgitters wurden die Erzvorkommen bei Flachstöckheim erst zu Beginn der 1920er Jahre durch Probebohrungen von Anton Raky entdeckt. Ein erster Versuch, ab 1936 auf dem Gelände des Kaliwerks Friedrichroda einen Schacht zu teufen, scheiterte wegen starker Wasserzuflüsse. Ein zweiter Schacht (Schacht Wortlah) wurde ab 1937 etwa 200 m weiter östlich niedergebracht, dieser erreichte im Dezember 1939 seine Endteufe von 779 m. Im April 1940 wurde östlich von Ohlendorf mit den Teufarbeiten für den zweiten Schacht begonnen, dieser wurde am 11. November 1941 fertiggestellt. Das Eisenerzbergwerk wurde bis 1965 betrieben, seit dem Beginn des Abbaus Ende 1939 wurden hier 9,01 Millionen Tonnen Roherz gefördert.
Quellen: Die Bevölkerungszahlen von 1821 bis 2000 basieren auf dem Statistischen Jahrbuch des Referats für Wirtschaft und Statistik der Stadt Salzgitter. Die Bevölkerungsstatistik ab 2001 basiert auf den statistischen Monatsberichten der Stadt Salzgitter (Einwohner mit Hauptwohnsitz) gemäß Melderegister zum Monatsende Dezember.
Die beiden gekreuzten „flachen Stöcke“ stehen hier als Symbol für den Ortsnamen. Der Löwenkopf ist dem Wappen der Adelsfamilie von Schwicheldt entnommen, der das Gut Flachstöckheim seit 1350 gehört hatte und die bis 1869 hier wohnte. Die Farben Blau und Gelb verweisen auf die Jahrhunderte dauernde Zugehörigkeit des Ortes zum Land Braunschweig.
Das Wappen wurde am 16. März 1987 von einem Dorfausschuss als Ortswappen von Salzgitter-Flachstöckheim angenommen.
Das heutige Kirchengebäude wurde Anfang des 18. Jahrhunderts auf alten Fundamenten der früheren Befestigungsmauern des Walhofes des Dorfes errichtet. Die Außentür trägt die Jahreszahl 1748 und gibt damit einen Hinweis auf eine damalige Erweiterung der Kirche. Ursprünglich wurde der Fachwerksanbau an der Südseite als Leichenhaus genutzt, später wurde der Eingang zur Kirche hierin verlegt. Das Kirchengebäude wurde aus Bruchsteinen der alten Befestigungsanlagen gebaut, der Seitenanbau und der Kirchturm sind in Fachwerkbauweise errichtet. Der Turm erhielt später eine Schieferverkleidung. Ursprünglich war auch das Kirchendach schiefergedeckt, bei einer Erneuerung von 1948 wurde es aus Kostengründen durch ein Ziegeldach ersetzt. Das Innere ist noch im ursprünglichen Stil geblieben, die Wände sind in hellen Farben verputzt. Noch erhalten sind Kugel und Wetterfahne des Kirchturms von 1774, ebenso die beiden Glocken; die größere der beiden wurde 1732 von Charlotte Eleonore von Schwicheldt gestiftet, die kleinere Glocke stammt von 1750. Die Glocken mussten zwar in den Weltkriegen abgegeben werden, wurden aber nicht eingeschmolzen und kamen, abgesehen von einem Sprung, unbeschädigt wieder zurück. Die Turmuhr stammt aus dem Jahr 1907 und war eine Spende des damaligen Kirchenvorstehers. Die Orgel wurde der Gemeinde 1895 von Curd von Schwicheldt geschenkt.
Das Patronat über die Kirche lag bis 1817 beim Goslarer Kloster Neuwerk, danach ging es bis 1940 an der Familie von Schwicheldt. Über eine Pfarre wird bereits in einem Visitationsbericht von 1542 bis 1544 berichtet, für den Ort war zu dieser Zeit ein Lohnpfarrer zuständig, der seinen Sitz in Lobmachtersen hatte. Dieser Verbund der beiden Pfarrämter währte bis 1658, danach wurde die Pfarre Flachstöckheim von Beinum aus betreut. Als die Pfarre 1757 selbstständig wurde, wurde auch der Bau eines eigenen Pfarrhauses geplant, das 1769 fertiggestellt wurde. Die Reformation wurde 1568 durch Herzog Julius (1568–1589) eingeführt. Heute gehört Flachstöckheim zur Propstei Salzgitter-Bad und bildet mit den Gemeinden Flöthe, Groß Mahner und Ohlendorf einen Pfarrverband.
Durch den Aufbau der Reichswerke und den Ausbau des Eisenerzbergbaus wurden ab 1937 in großem Umfang Arbeitskräfte nach Salzgitter geholt. Hierdurch wuchs auch der Anteil der katholischen Einwohner und so wurden bereits ab Sommer 1938 die ersten katholischen Notgottesdienste in einem Gasthaus von Flachstöckheim gehalten. Zuständig war die Pfarrkirche St.-Marien in Salzgitter-Bad, die nach dem Krieg den Pfarrbezirk Salzgitter-Flachstöckheim gründete. Diesem gehörten auch die umliegenden Dörfer Beinum, Ohlendorf, Barum, Lobmachtersen (alle Salzgitter), Groß Flöthe und Cramme (Landkreis Wolfenbüttel) an. Die Gottesdienste wurden zunächst in einem Ladenraum des Gutes abgehalten, später auch in der evangelischen Kirche. 1958 wurde an der Bergmannstraße am Ortsausgang nach Lobmachtersen mit dem Bau einer eigenen Kirche und eines Pfarrhauses begonnen. Das Gotteshaus St. Pius X. und St. Barbara wurde am 16. April 1959 der Gemeinde übergeben. Am 12. Dezember 2008 wurde die Kirche profaniert, im Oktober 2009 wurde das Kirchengebäude abgerissen.
Barum | Beddingen | Beinum | Bleckenstedt | Bruchmachtersen mit Sukopsmühle | Calbecht | Drütte | Engelnstedt | Engerode | Flachstöckheim | Gebhardshagen | Gitter | Groß Mahner | Hallendorf | Heerte | Hohenrode | Immendorf | Lebenstedt mit Fredenberg | Lesse | Lichtenberg mit Altenhagen | Lobmachtersen | Ohlendorf mit Gut Nienrode und der Schachtsiedlung | Osterlinde | Reppner | Ringelheim | Salder | Salzgitter-Bad | Sauingen | Thiede mit Steterburg | Üfingen mit Gut Nortenhof  | Watenstedt

59th Street (Manhattan)

Die 59th Street quert von West nach Ost New York Citys Stadtbezirk Manhattan. Sie ist zugleich die Grenze zwischen Midtown Manhattan im Süden und Upper Manhattan im Norden.
Die 59th Street verläuft von der York Avenue bzw. Sutton Place zum West Side Highway mit einer Unterbrechung zwischen der Ninth Avenue/Columbus Avenue und Eighth Avenue/Central Park West wegen des Time Warner Centers.
An der Südseite des Central Park verläuft der Verkehr in beiden Richtungen. Auf diesem Abschnitt heißt die 59th Street Central Park South. Der Teil zwischen der Ninth Avenue und der Eleventh Avenue/West End Avenue ist hingegen eine Einbahnstraße (Richtung Westen). Der Teil zwischen der Fifth Avenue und Second Avenue verläuft ebenso als Einbahnstraße (Richtung Osten).
An der Second Avenue zweigt die 59th Street auf die Queensboro Bridge ab, die oft auch als 59th Street Bridge bezeichnet wird, obwohl die 59th Street danach noch weiter Richtung Osten führt – bis zur York Avenue/Sutton Place.
Die Avenues westlich des Central Park sind nördlich der 59th Street nicht mehr durchnummeriert, sondern haben dort andere Namen. So heißt dann die 8th Avenue Central Park West, aus der 9th Avenue wird die Columbus Avenue, aus der 10th Avenue wird Amsterdam Avenue und aus der 11th Avenue wird die West End Avenue.

Bundestagswahlkreis Aalen – Heidenheim

Der Wahlkreis Aalen – Heidenheim (2005: Wahlkreis 271, 2009: Wahlkreis 270) ist seit 1965 ein Bundestagswahlkreis in Baden-Württemberg. Er umfasst den Landkreis Heidenheim sowie die Gemeinden Aalen, Adelmannsfelden, Bopfingen, Ellenberg, Ellwangen (Jagst), Essingen, Hüttlingen, Jagstzell, Kirchheim am Ries, Lauchheim, Neresheim, Neuler, Oberkochen, Rainau, Riesbürg, Rosenberg, Stödtlen, Tannhausen, Unterschneidheim, Westhausen und Wört aus dem Ostalbkreis. Der Wahlkreis wurde bisher stets von den Direktkandidaten der CDU gewonnen.
Bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2009 waren 224.418 Einwohner wahlberechtigt.

Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 standen folgende Kandidaten zur Wahl:
Die Bundestagswahl 2009 hatte folgendes Ergebnis:
Der Wahlkreis wurde zur Bundestagswahl 1965 neu eingerichtet. Die Gemeinden des Wahlkreises gehörten vorher zu den Wahlkreisen Aalen und Ulm. Die bisherigen direkt gewählten Abgeordneten waren Manfred Abelein (1965–1990) und Georg Brunnhuber (1990–2009).
Stuttgart I | Stuttgart II | Böblingen | Esslingen | Nürtingen | Göppingen | Waiblingen | Ludwigsburg | Neckar-Zaber | Heilbronn | Schwäbisch Hall – Hohenlohe | Backnang – Schwäbisch Gmünd | Aalen – Heidenheim | Karlsruhe-Stadt | Karlsruhe-Land | Rastatt | Heidelberg | Mannheim | Odenwald – Tauber | Rhein-Neckar | Bruchsal – Schwetzingen | Pforzheim | Calw | Freiburg | Lörrach – Müllheim | Emmendingen – Lahr | Offenburg | Rottweil – Tuttlingen | Schwarzwald-Baar | Konstanz | Waldshut | Reutlingen | Tübingen | Ulm | Biberach | Bodensee | Ravensburg | Zollernalb – Sigmaringen

Carl Holst

Carl Holst (* 29. April 1970 in Rødding) ist ein dänischer Politiker der Partei Venstre und war 2015 in der Regierung Lars Løkke Rasmussen II kurzzeitig Verteidigungsminister und Minister für nordische Zusammenarbeit.

Holst schloss 1996 seine Ausbildung zum Lehrer ab und arbeitete bis 2000 in diesem Beruf an einer Grundschule in Vojens.
Er engagierte sich bereits früh politisch und war von 1993 bis 1995 Vorsitzender der Jugendorganisation der Partei Venstre. Von 2000 bis 2007 war er Landrat in Sønderjyllands Amt, nach dessen Auflösung stand er an der Spitze der neu geschaffenen Region Syddanmark. Seit 2010 ist er Mitglied des Venstre-Parteivorstands. 2015 wurde er im Wahlkreis Sydjyllands Storkreds ins Parlament gewählt und von Lars Løkke Rasmussen zum Minister der Verteidigung und für nordische Zusammenarbeit ernannt. Er musste sein Amt am 30. September 2015 aufgeben, weil ein Mitarbeiter der Regionalverwaltung gesetzwidrig mit Holsts Wahlkampfkampagne befasst gewesen war. Nachdem weitere Unregelmäßigkeiten aufgedeckt worden waren und die Region Syddanmark Anzeige erstattet hatte, ließ sich Holst am 25. November 2015 von der Ausübung seines Abgeordnetenmandats beurlauben.
Holst ist mit Lone Holst verheiratet und hat drei Kinder.

Inkretin-Effekt

Als Inkretin-Effekt wird in der Medizin die Mitte der 1960er Jahre beschriebene Beobachtung bezeichnet, dass bei gleichen Blutzuckerspiegeln die intravenöse Injektion von Glukose zu einer deutlich geringeren Ausschüttung des blutzuckersenkenden Hormons Insulin führt als eine orale Glukosezuführung. Die Konzentration von Glukose im Blut erklärt daher nicht allein die Menge der Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse. Mitte der 1980er Jahre wurde auf der Basis experimenteller Daten das Ausmaß des Inkretin-Effekts in Abhängigkeit von der Glukosemenge auf etwa 25 bis 60 Prozent der Insulinantwort geschätzt.
Als Ursache für den Inkretin-Effekt wurde die Existenz von Hormonen postuliert, die von der Darmschleimhaut gebildet werden. Auf der Suche nach diesen als Inkretine bezeichneten Hormonen wurde zunächst das von den K-Zellen der Zwölffingerdarmschleimhaut gebildete Glukoseabhängige insulinotrope Peptid (GIP) gefunden, dessen insulinfreisetzende Wirkung um 1970 nachgewiesen wurde. Da eine Neutralisation des GIP den Inkretin-Effekt jedoch nur um 20 bis 50 Prozent reduziert, wurde nach weiteren Inkretinen gesucht. Mitte der 1980er Jahre wurde dann das Glucagon-like Peptid 1 (GLP-1) beschrieben, das von den L-Zellen der Darmschleimhaut produziert wird. Die höchste Dichte dieser Zellen findet man am Ende des Dünndarms, dem sogenannten Ileum, sowie dem als Caecum bezeichneten Anfang des Dickdarms. Es konnte gezeigt werden, dass GLP-1 einen wesentlichen Anteil am Inkretin-Effekt hat und dass seine Wirkung additiv zur Wirkung des GIP ist. Gegenwärtig wird davon ausgegangen, dass diese beiden Hormone für den gesamten Inkretin-Effekt verantwortlich sind.
Aufgrund detaillierter Untersuchung von GIP und GLP-1 wurde versucht, auf diesen Hormonen oder ihren Regulationsmechanismen beruhende Medikamente für die Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln.
Für GIP zeigte sich, dass es bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel keine stimulierende Wirkung auf die Insulinfreisetzung hat. Für GLP-1 ist die Wirkung bei Diabetikern zwar geringer als bei stoffwechselgesunden Menschen, allerdings ausreichend für einen blutzuckersenkenden Effekt. GLP-1 selbst erwies sich jedoch bei einer medikamentösen Anwendung aufgrund des Abbaus durch das Enzym Dipeptidylpeptidase 4 als zu instabil und damit als zu kurzzeitig in seiner Wirkung.
Es wurden jedoch andere Substanzen gefunden, die nicht dieser enzymatischen Spaltung unterliegen und die aufgrund struktureller Gemeinsamkeiten eine mit dem GLP-1 vergleichbare Wirkung an dessen Rezeptor zeigen. Diese Substanzen werden als Inkretin-Mimetika bezeichnet. Leitsubstanz dieser neuen Wirkstoffklasse ist das Exenatid. Dabei handelt es sich um die synthetische Version eines Hormons, das als Exendin-4 im Speichel der Gila-Krustenechse (Heloderma suspectum), einer amerikanischen Echsenart, gefunden wurde. Eine weitere Wirkstoffklasse auf der Basis des Inkretin-Effekts sind die Inhibitoren der Dipeptidylpeptidase 4, die durch die Hemmung der Dipeptidylpeptidase 4 den Abbau des körpereigenen GLP-1 verzögern.
Für beide Wirkstoffklassen zeigte sich, dass ihre Wirkung auf einer Stimulation der Freisetzung von Insulin und einer Hemmung der Glucagon-Sekretion beruht und dass ihre Anwendung den Blutzuckerspiegel nüchtern und nach Nahrungsaufnahme verringert. Für Exenatid wurde darüber hinaus eine Senkung des Körpergewichts nachgewiesen. In weiteren Studien wurden zudem Hinweise darauf gefunden, dass eine längerfristige Behandlung mit Inkretin-Mimetika und Inhibitoren der Dipeptidylpeptidase 4 möglicherweise die insulinproduzierenden Betazellen schützt und ihren Untergang verhindert oder zumindest verzögert. Der Effekt beider Wirkstoffklassen ist zudem abhängig vom Blutglukosespiegel, so dass im Gegensatz zu den anderen zugelassenen antidiabetischen Medikamenten praktisch kein Risiko einer Unterzuckerung besteht.

Ludolph Schrader

Ludolph Schrader (* 1531 in Braunschweig; † 8. Juli 1589 ebenda) war ein deutscher Jurist, Professor und Rektor der Brandenburgischen Universität Frankfurt. Verheiratet war er seit 1566 mit Catharina Gastmeister.
Mit seinem Bruder Autor studierte er 1545 in Wittenberg, 1547 in Leipzig und 1553 in Bologna, wo er zum Dr. jur. promovierte, die Rechte. Ab 1553 hielt er an der Universität Wittenberg Vorlesungen, wurde 1558 o. Professor der Rechte an der Brandenburgischen Universität Frankfurt, an der er bis 1584 lehrte. 1559 und 1568 sowie ab 1579 war er Rektor dieser Universität.
Als Rechtsberater und Rechtsbeistand der Kaiser Maximilian II. und Rudolf II., ferner der Kurfürsten von Brandenburg, zahlreicher anderer Fürsten sowie etlicher bedeutender Adelsfamilien hatte er politischen Einfluss und wurde zu einem berühmten Juristen seiner Zeit. Er avancierte zum Kaiserlicher, Brandenburgischen und Braunschweig-Lüneburgischen Rat und wurde vom Kaiser in den Ritterstand erhoben.
1585 kehrte er nach Braunschweig zurück und stiftet 1589 das „Dr. Ludolph Schradersche Familienstipendium zu Braunschweig“. Begraben ist er in der Katharinenkirche seiner Vaterstadt Braunschweig, wo sich noch seine Grabstätte mit Bildnis und ein Epitaph mit Kreuzigungsrelief und den knienden Gestalten des Prof. Ludolph Schrader und seiner Gattin von Georg Roettger sowie ein von ihm gestifteter Abendmahlskelch mit Emaillewappen befinden. Seine Frau starb am 24. August 1591.

Henner Löffler

Henner Löffler (* Juli 1943 in Dresden) ist ein deutscher Autor, Übersetzer und Mäzen. Er lebt in Köln und Toronto.

Nach dem Abitur 1962 begann Henner Löffler das Studium der Wirtschaftswissenschaft, Soziologie und Politikwissenschaft in Köln, das er 1968 mit seiner Diplomarbeit über Totalitarismustheorie abschloss. Seine Dissertation über Territorialverhalten bei Tieren und Menschen brach er 1969 ab.
Er begann in der Industrie zu arbeiten und war bis 1984 in einem mittleren multinationalen Unternehmen tätig, zuletzt als Vertriebs- und Marketingvorstand. Nach einem Leveraged Buyout sah Löffler sich seit 1988 als „Privatier mit ein paar Aufsichtsratsmandaten…. Ansonsten lesend und schreibend sowie als stiller Teilhaber von Literaturverlagen tätig.“ (Zitiert nach Selbstdarstellung.)
Seither baute er eine Kunstsammlung auf und engagierte sich stark als Förderer und Sponsor in den Bereichen Wohltätigkeit, Literatur, Theater, Musik und Bildende Kunst. 1996 stiftete Löffler den Heimito von Doderer-Literaturpreis, mit dem er einerseits die Erinnerung an den Dichter Heimito von Doderer wachhalten möchte und andererseits die Öffentlichkeit auf Gegenwartsautoren aufmerksam machen will. Preisträger waren u. a. Ror Wolf, Martin Mosebach, Walter Kempowski, Galsan Tschinag, Felicitas Hoppe, Anne Weber, Gerhard Polt, Daniel Kehlmann, Anna Katharina Hahn und Heinrich Steinfest. Der Preis wurde zum vorläufig letzten Mal im Jahr 2010 vergeben.
Löffler schrieb u. a. über Carl Barks, Charles Dickens, Heimito von Doderer, Arthur Conan Doyle, Vladimir Nabokov und Marcel Proust. Seine Essay-Sammlung Doderer-ABC erschien 2000. Hier führt Löffler mit Aufsätzen zu 100 Stichworten durch Doderers Werk. Der Band enthält außerdem ein vollständiges kommentiertes Personenverzeichnis und stellt die vielfältigen Zusammenhänge im Gesamtwerk Doderers dar. Das Buch wurde 2002 von der Universität Wien als Dissertation angenommen.
In seinem 2004 erschienenen Lexikon Wie Enten hausen – die Ducks von A – Z würdigt er Carl Barks als bedeutenden Schriftsteller und Zeichner. In Artikeln zu über 50 Stichworten stellt Löffler den Kosmos von Entenhausen mit seinem tierisch-menschlichen Personal ausführlich vor. Denn Barks, so die These Löfflers, ist nicht nur Bestandteil der Geschichte der Comics, sondern prägte auch die Geschichte der Literatur des 20. Jh. insgesamt.

Roger von San Severino

Roger von San Severino (italienisch Ruggiero di Sanseverino; † 1285), Graf von San Severino und Marsico, war ein italienischer Adliger normannischer Abstammung aus dem Haus Sanseverino im Königreich Sizilien bzw. Neapel. Für König Karl I. von Anjou war er der stellvertretende Regent (Bailli) im Königreich Jerusalem (Akkon).
Sein Vater, Thomas (Tommaso) von San Severino, war mit Kaiser Friedrich II. verfeindet und musste ins Exil in den Kirchenstaat gehen. Auch Roger und sein älterer Bruder Wilhelm (Guglielmo) stellten sich gegen die Stauferherrschaft, unterstützten daher Karl von Anjou bei der Eroberung des Königreichs Sizilien und kämpften dabei 1266 in der Schlacht bei Benevent gegen König Manfred mit. Verheiratet war er mit Teodora di Aquino, eine Schwester des berühmten Kirchengelehrten Thomas von Aquin. Ihr gemeinsamer Sohn war der Graf Tommaso di San Severino, welcher 1306 die Kartause von Padula gegründet hatte. 1271 wurde Roger von König Karl zu dessen Vikar in Rom ernannt.
Im März 1277 hatte Karl von Anjou mit der Vermittlung des Papstes Johannes XXI. der Fürstentochter Maria von Antiochia ihren mehr als dünnen Anspruch auf die Krone Jerusalems abgekauft und sich somit zum König von Jerusalem erklärt. Roger wurde zu seinem Stellvertreter (Bailli) ernannt und mit einer Flotte nach Akkon entsandt, wo er im September 1277 eintraf. Der tatsächlich amtierende und von den Baronen Jerusalems anerkannte König war Hugo III. von Zypern, dessen Bailli in Akkon wiederum Balian von Ibelin war. Mit der Unterstützung der Templer, der Venezianer und des französischen Regiments besaß Roger jedoch eine militärische Übermacht an seiner Seite, die Ibelin zur Aufgabe zwang. Somit konnte er die angevinische Herrschaft in Akkon errichten, der tatsächlichen Hauptstadt des Königreichs, welches nur noch über einen schmalen Streifen entlang der Küste Palästinas gebot. Hier aber war Roger faktisch isoliert, da die verbliebenen Barone in Tyrus und Beirut weiterhin den König von Zypern anerkannten.
Roger führte die positiven Kontakte zu dem Mameluken-Sultanat von Kairo fort, die Karl von Anjou zuvor schon geknüpft hatte. Im Oktober 1281 besuchte er den Sultan Qalawun persönlich in dessen Feldlager, um ihn für den Sieg zu gratulieren, den die Mameluken zuvor bei Homs über ein mongolisches Heer davongetragen hatten. Nach dem Ausbruch der sizilianischen Vesper im Mai 1282 wurde Roger von Karl von Anjou aus Akkon abgerufen, um ihm im Kampf gegen Aragón in Italien beizustehen. Roger verließ das heilige Land im September 1282 und ließ seinen Seneschall Odo Poilechien als neuen Bailli zurück, der allerdings die angevinische Herrschaft in Akkon 1286 aufgeben musste.