Scotch Cup 1967

Der Scotch Cup 1967 war die 9. Austragung des Curling-Turniers und wurde vom 20. bis 23. März des Jahres in der schottischen Stadt Perth im Perth Ice Rink veranstaltet. Der Pokalwettbewerb trägt heute den Status der Curling-Weltmeisterschaft der Herren. Es war der letzte Scotch Cup, da im darauffolgenden Jahr daraus die Curling-Weltmeisterschaft der Herren wurde.
Der Scotch Cup wurde in einem Rundenturnier (Round Robin) zwischen den Mannschaften aus Schottland, Kanada, den Vereinigten Staaten, Schweden, Norwegen, Frankreich und der Schweiz ausgespielt. Vervollständigt wurde das Teilnehmerfeld durch die Bundesrepublik Deutschland. Die Spiele wurden auf zwölf Ends angesetzt.
Schottland konnte sich als letzte Mannschaft in die Siegerliste des Scotch Cup eintragen. Für Schottland war es der erste Erfolg in diesem Wettbewerb.

Skip: David Lampl Third: Günther Hummelt Second: Ottmar Paebst Lead: Rolf Klug
Skip: Jean Albert Sulpice Third: Maurice Sulpice Second: Phillipe Chambat Lead: Pierre Boan
Skip: Alf Phillips, Jr. Third: John Ross Second: Ron Manning Lead: Keith Reilly
Skip: Erling Brusletto Third: Erland Naess Second: Kare Oyo Lead: Einar Rebne
Skip: Chuck Hay Third: John Bryden Second: Alan Glen Lead: David Howie
Skip: Bob Woods Third: Totte Åkerlund Second: Bengt af Kleen Lead: Ove Söderström
Skip: Franz Marti Third: Ueli Stauffer Second: Peter Staudenmann Lead: Kurt Maier
Skip: Bruce Roberts Third: Tom Fitzpatrick Second: John Wright Lead: Doug Walker
1959 | 1960 | 1961 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015
Weitere Curling-Weltmeisterschaften: Damen · Mixed-Doubles · Rollstuhlcurling

Bremer Discontokasse

Die Bremer Discontokasse war eine Geschäftsbank für die Hansestadt Bremen. Sie wurde 1817 gegründet, um das Bremer Geschäftsleben zu befördern.
Das Grundkapital betrug 300.000 Thaler Gold. Thaler Gold ist der Name der damaligen Bremer Währung im Goldstandard und im Wert etwa einem Taler gleich. Das Grundkapital war eingeteilt in 600 Aktien zu je 500 Thaler Gold. Entsprechend dem in Bremen zu Beginn des 19. Jahrhunderts umlaufenden Geld war das Kapital in Pistolen zu je 5 Thaler Gold einzuzahlen. Die Discontokasse nahm Einlagen im Gegenwert von mindestens 50 Reichstalern an. Die Gutschrift war durch eine Verpfändung des eingezahlten Grundkapitals gesichert. Es war gesetzlich vorgeschrieben, dass das Barkapital (der Actienfonds) nicht unter 100.000 Thaler Gold fallen durfte.
Die Aktionäre der Bremer Discontokasse einigten sich 1856 mit zusätzlichen Investoren darauf, die Bremer Bank zu gründen, in der die Discontokasse aufging. Über eine Fusion mit der Dresdner Bank (1896) geht die Bremer Niederlassung der Commerzbank auf die Discontokasse zurück.

Peregrine Osborne, 3. Duke of Leeds

Peregrine Hyde Osborne, 3. Duke of Leeds (* 11. November 1691; † 9. Mai 1731) war ein britischer Aristokrat (Peer) während der Regentschaft von Georg I. und Georg II.
Peregrine Hyde Osborne war der zweite Sohn von Peregrine Osborne, 2. Duke of Leeds, (1659−1729) und Bridget Hyde (1662−1733), Tochter von Sir Thomas Hyde, 2. Baronet, of Aldbury (1594−1665). Sein älterer Bruder William Henry Osborne, Earl of Danby (1690−1711) war bereits früh verstorben, so dass Peregrine Hyde Osborne 1712 den Höflichkeitstitel Marquess of Carmarthen als Erbe des Herzogtitels erhielt.
1712 heiratete Osborne Lady Elizabeth Harley (1686−1713), jüngste Tochter von Robert Harley, 1. Earl of Oxford and Mortimer, der damals Lord High Treasurer war. 1713 verstarb Elizabeth bei der Geburt des einzigen Kindes von Peregrine Osborne, Thomas Osborne, der später der 4. Duke of Leeds werden sollte.
Von 1712 bis 1713 war Osborne Lord Lieutenant von East Riding of Yorkshire. 1719 heiratete Osborne Anne Seymour, Tochter von Charles Seymour, 6. Duke of Somerset, die bereits 1722 starb. 1725 vermählte sich Osborne ein drittes Mal, diesmal mit Juliana Hele (1705−1794), Tochter von Roger Hele of Holywell Devon.
Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1729 erbte er dessen Titel Duke of Leeds, Viscount Latimer of Danby, Baron Osborne of Kiveton, Viscount Oseborne of Dunblane, Marquess of Carmarthen und Earl of Danby. Bereits zwei Jahre später 1731 starb Peregrine Hyde Osborne im Alter von 39 Jahren.

Bill Foulkes


William Anthony „Bill“ Foulkes (* 5. Januar 1932 in St Helens; † 25. November 2013) war ein englischer Fußballspieler und -trainer.

Foulkes wurde 1932 in St Helens in der Grafschaft Lancashire geboren. Sein Großvater war Kapitän der englischen Rugbynationalmannschaft. Die ersten Erfahrungen mit dem Fußball machte der Engländer beim Whiston Boys Club. In der Anfangszeit seiner Karriere arbeitete er in der Lea-Green-Kohlengrube.
Der Engländer wurde 1950 von Matt Busby zu Manchester United geholt. Seine bevorzugte Position war im Verlauf der Karriere die des Innenverteidigers bzw. des Vorstoppers. Er bestritt 679 Pflichtspiele für die Red Devils und ist damit noch heute hinter Ryan Giggs und Sir Bobby Charlton der Spieler mit den drittmeisten Einsätzen für den Verein. In den Spielzeiten 1957/58, 1959/60, 1963/64 und 1964/65 bestritt der Verteidiger alle Spiele in der Saison. Foulkes erzielte neun Pflichtspieltore in 18 Spielzeiten als Profi, gewann dabei vier Meisterschaften, einen FA Cup, sowie im Jahr 1968 einmal den Europapokal der Landesmeister. Trotzdem spielte er nur ein Mal für die englische Fußballnationalmannschaft.
Foulkes wurde 1950 während eines Spiel für den Whiston Boys Club von Manchester United entdeckt. Er unterschrieb im März desselben Jahres 18-jährig seinen ersten Profivertrag und wurde im August 1951 in die erste Mannschaft befördert. Sein Pflichtspieldebüt gab er am 12. Dezember 1952 als rechter Außenverteidiger gegen den FC Liverpool. In dieser Zeit absolvierte er auch zwei Spiele für die englische U-23-Auswahl. Parallel arbeitete Foulkes weiterhin halbtags in der Kohlenmine, da er von seinen eigenen Qualitäten als Fußballprofi noch nicht überzeugt gewesen war. Das erste Tor für die „Red Devils“ schoss Foulkes am 2. Januar 1954 im St. James’ Park gegen Newcastle United. Am 2. Oktober 1954 spielte er gegen Nordirland (2:0) das erste und letzte Mal für die englische Nationalmannschaft. Nach der Einberufung ins Team gab der Verteidiger seine Arbeit in der Mine auf, um sich nun voll auf den Fußball zu konzentrieren. In der Saison 1955/56 gewann Foulkes seine erste englische Meisterschaft und knapp zwei Jahre später war Bill Foulkes Mitglied der United-Mannschaft, die am 6. Februar 1958 nach einem Europapokalspiel auf British-European-Airways-Flug 609 auf dem Flughafen München-Riem verunglückte. Während Mannschaftskameraden wie beispielsweise Duncan Edwards, Tommy Taylor und Roger Byrne verstarben, blieb Foulkes aber nahezu unverletzt und konnte seine Karriere unmittelbar fortsetzen.
Nach dem Flugzeugunglück wurde Foulkes Kapitän der Red Devils und dabei Nachfolger von Roger Byrne. Die dezimierte Mannschaft belegte anschließend nur den neunten Platz in der Meisterschaft und schied zudem im Landesmeisterpokal im Semifinale aus. In der Saison 1962/63 erreichte Manchester United nur den 19. Rang in der Liga, gewann dafür aber das FA-Cup-Finale gegen Leicester City. In der Saison 1964/65 errang Manchester United die erste englische Meisterschaft seit dem Flugzeugunglück.
Drei Jahre später errang Bill Foulkes international seinen größten Erfolg, nachdem Manchester United in der vorangegangenen Spielzeit ein weites Mal Meister geworden war. Bill Foulkes war neben Bobby Charlton der einzige Überlebende des Unglücks von München, der auch zehn Jahre später noch Teil der Mannschaft war. Im Halbfinale des europäischen Landesmeisterpokalwettbewerbs stand der Klub Real Madrid gegenüber und nach einem 1:0-Hinspielerfolg in Old Trafford, lag United zur Halbzeit des Rückspiels mit 1:3 hinten. Das Spiel endete schließlich 3:3 und Bill Foulkes besorgte in der 77. Minute selbst den Ausgleich zum Endstand. Im Endspiel wurde Benfica Lissabon nach zwei Toren von Bobby Charlton in der Verlängerung mit 4:1 besiegt.
Das letzte seiner 683 Pflichtspiele machte Foulkes am 16. August 1969 gegen den FC Southampton.
Unmittelbar nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn begann Foulkes seine Tätigkeit als Trainer. Von 1970 bis 1975 betreute er die Jugendspieler von Manchester United und arbeitete anschließend vorzugsweise im Ausland. Dazu zählten in den USA die Vereine Chicago Sting, Tulsa Roughnecks und San José Earthquakes, sowie in Norwegen die Klubs IL Bryn, Steinkjer FK, Lillestrøm SK und Viking Stavanger. Mit seinem letzten Engagement in Japan beim FC Mazda (heute: Sanfrecce Hiroshima) verließ er nach mehr als vierzig Jahren im Geschäft den Fußballsport.
Seit Juni 2000 führte Foulkes japanische Touristen durch das Old-Trafford-Stadion.

Hinterlegung (Verzug)

Die Hinterlegung ist im Schuldrecht ein Instrument, um sich im Falle eines Annahmeverzugs durch den Gläubiger von der Leistungspflicht zu befreien.
Nach dem deutschen Schuldrecht ist ein Schuldner zur Hinterlegung berechtigt, wenn sein Gläubiger in Annahmeverzug ist (§ 293 ff. BGB), eine Ungewissheit über die Person des Gläubigers besteht (z. B. strittige Abtretung) oder er aus einem anderen in der Person des Gläubigers liegenden Grund seine Verbindlichkeit nicht oder nicht mit Sicherheit erfüllen kann (§ 372 BGB). Die Hinterlegung ermöglicht dem Schuldner auch in diesen Fällen eine rechtzeitige Erfüllung, ohne sich Risiken auszusetzen.
Hinterlegt werden können nur Geld, Wertpapiere und sonstige Urkunden sowie Kostbarkeiten. Grundsätzlich muss die Hinterlegung bei der Hinterlegungsstelle des Leistungsorts erfolgen. Sie ist jedoch auch wirksam, wenn sie an einem anderen Ort vorgenommen wird. Hinterlegungsstellen sind die Amtsgerichte.
Der Schuldner hat das Recht zur Rücknahme der hinterlegten Sache, wenn er auf dieses Recht nicht gegenüber der Hinterlegungsstelle verzichtet hat. Die Rücknahme ist auch ausgeschlossen, wenn der Hinterlegungsstelle eine Annahmeerklärung des Gläubigers oder ein die Hinterlegung für rechtmäßig erklärendes rechtskräftiges Urteil vorliegen.
Ist das Rücknahmerecht des Schuldners ausgeschlossen, hat die Hinterlegung dieselbe Wirkung wie eine Leistung an den Gläubiger. Bei nicht ausgeschlossenem Rücknahmerecht kann der Schuldner den Gläubiger auf die hinterlegte Sache verweisen.
Das Hinterlegungsverfahren ist nach Abschaffung der bundesrechtlichen Hinterlegungsordnung in den landesrechtlichen Hinterlegungsgesetzen geregelt.
In der Schweiz ist eine Hinterlegung gemäss Art. 92 OR möglich, wenn sich der Gläubiger in Annahmeverzug befindet. Waren können dabei auch ohne Erlaubnis durch den Richter hinterlegt werden. Die Kosten gehen zu Lasten des Gläubigers, ebenso wie dieser die Gefahr trägt. Der Schuldner kann die hinterlegte Sache wie bei jedem Hinterlegungsvertrag jederzeit wieder zurücknehmen, wodurch die ursprüngliche Obligation wieder auflebt. Ist die Ware verderblich, so kann sie mit richterlicher Genehmigung öffentlich versteigert werden, wobei sich der Schuldner anschliessend durch Hinterlegung des Erlöses von seiner Erfüllungspflicht befreien kann.

Revolutions (The-Great-Divide-Album)

Besetzung
Revolutions ist das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Countryband The Great Divide.

Während das Album Platz 73 der Country-Charts erreichte, konnten die Single nicht das Niveau des Vorgängers Break in the Storm halten. Anders als die – 1998 veröffentlichten – Titel Never Could und Pour Me a Vacation konnte sich keiner der – auf dem Album enthaltenen – Songs in den Charts platzieren.
Allmusic lobte zwar die Mischung aus tanzbaren Rocksongs und Balladen, gab dem Album mit drei von fünf möglichen Sternen jedoch eine weniger gute Wertung als dem – ein Jahr zuvor erschienenen – Break in the Storm. John Wooley von der Tulsa World bezeichnete Revolutions als „großartiges Album“, das „mehr Soul, Integrität und Frische“ habe als die Werke anderer „Major Label Country-Acts“.
Der Titel San Isabella war die erste Singleauskoppelung des Albums. Das Musikvideo, das zum ersten Mal im Country Music Television aufgeführt wurde, wurde in New Mexico gedreht. Regie führte, wie bereits bei früheren Werken der Band, Bob Gabrielsen.
Mike McClure • Kelley Green • Scotte Lester • J.J. Lester • Micah Aills
Goin’ for Broke • Break in the Storm • Revolutions • Afterglow: The Will Rogers Sessions • Dirt and Spirit • Remain • Under Your Own Sun
Absolutely Live Volume 1 • Absolutely Live Volume 2

Schlacht bei Vellinghausen

Hastenbeck – Krefeld – Lutterberg 1758 – Bergen – Minden – Gohfeld – Fulda – Korbach – Emsdorf – Warburg – Kloster Kampen – Langensalza – Saalfeld – Vellinghausen – Arnsberg – Wilhelmsthal – Lutterberg 1762
Die Schlacht bei Vellinghausen war ein Gefecht des Siebenjährigen Krieges am 15./16. Juli 1761 zwischen den Alliierten und Frankreich.

Im Februar und März 1761 startete Herzog Ferdinand von Braunschweig überraschend eine Offensive gegen die französische Armee. Deren Oberkommando war durch diesen Vorstoß zunächst überrascht, erst im Sommer konnte man sich zu einer Gegenoffensive durchringen. Charles de Rohan, Prince de Soubise vereinte daher seine Truppen mit dem Korps Victor-François de Broglies. Mit dieser Streitmacht von 140.000 Soldaten, welche den alliierten Truppen zahlenmäßig deutlich überlegen war, wollten die Feldherren Ferdinand vernichtend schlagen. Dieser hatte sich mit seinen Truppen in einem festen Lager bei Vellinghausen eingerichtet.
Am 10. Juli unternahm Broglie zusammen mit seinem Bruder eine Erkundung der Stellungen Ferdinands, bei der er beinahe von einer preußisch-englischen Abteilung gefangen genommen worden wäre. Ein preußischer Husar konnte lediglich den Hut und das Fernrohr Broglies erbeuten.
Am Nachmittag des 15. Juli begann der französische Angriff. Broglies Truppen griffen von Osten her an, während Soubise zunächst nur weiter heranmarschierte und am nächsten Tag von Süden aus angreifen sollte. Das Gefecht zog sich am ersten Tag bis ca. 22.00 Uhr hin, bevor Dunkelheit und Erschöpfung der Kombattanten weitere Kampfhandlungen unmöglich machten. Ferdinands Armee war es im Verlauf des Gefechtes immer wieder gelungen, die Vorstöße der französischen Truppen zurückzuschlagen.
Mit Tagesanbruch des 16. Juli wurden die Gefechtshandlungen wieder aufgenommen. Broglie übernahm mit seinen Kräften den rechten Flügel und Soubise den linken. Im Verlauf des Tages scheiterten die offensiven Bemühungen der Franzosen abermals. Nachdem die Truppen Ferdinands eine wichtige Anhöhe einnehmen konnten, lösten sich die französischen Truppen schließlich auf und zogen sich fluchtartig zurück. Aufgrund des Geländes konnte Ferdinands Kavallerie die Unordnung des französischen Rückzuges nicht ausnutzen, dies ersparte den französischen Kräften weitere und schwerere Verluste.
Die Franzosen büßten ca. 5.000 Mann, fünf Fahnen und neun Kanonen ein, die Verbündeten unter dem Befehl Ferdinands beklagten ca. 300 Tote und 1.000 Verwundete.
Die Schuld an der Niederlage schoben sich Broglie und Soubise gegenseitig zu. Die abermals auftretende Uneinigkeit der französischen Führung verhinderte weitere Operationen für den Rest des Jahres.
Nachstehender Bericht stammt aus der Feder des Oberst Ernst-Christoph von Heinemann (18. Mai 1734 – 27. Dezember 1785), seinerzeit Kommandeur des herzoglich-braunschweigischen Artilleriecorps.
„Aktion bei Wellinghausen [Vellinghausen a. d. Lippe], den 15 ten und 16 ten Juli 1761
Das Korps des Gen.Lieut. Granby [hannover- und braunschweigische Truppen] kampierte auf der Anhöh bei Süd-Denkeren [Süd-Dinker]; der rechte Flügel stieß an obengenannten Ort und der linke nach Wellinghausen, doch so, daß dieses Wellinghausen hinter dem linken Flügel lag. Die Fronte war mit couchirtem [unübersichtlichem] Terrain, als Büschen und Gruben und dem Fluße Aes [Ahse, linker Zufluss der Lippe], welcher mit den hessischen Jägern besetzt war, gedecket. Am linken Flügel auf dem Anger nach Heintrop standen die Husaren und noch weiter links ein Bataillon von Penz aus der Legion Britanique. Unsere Commandos und piqueter [von pique = Lanzen, franz. Militärsprache = Vorposten] standen dicht hinter denen Husaren postiret. Den 12 ten Juli des Nachmittags um 4 Uhr repoussirten [jmd. zurückdrängen] die Feinde unsere leichten Truppen und waren bereits bis an unsere piqueter avancieret und charmuzirten [vorrücken und scharmützeln/plänkeln] hiermit. Es wurde im Lager gleich Lärm und Alles setzete sich unters Gewehr; ein Bergschottisches Bataillon, so den linken Flügel ausmachte, mußte sogleich zum soutiens [Verstärkung] der piqueter nebst 2 Canons von uns auf unserer Flanque sich aufschließen und formiren; wir thaten einige Canon-Schüsse unter die Feinde, worauf sich selbige sogleich wieder zurückzogen; doch hatten die Bergschotten auch 1 Capitain und 30 Mann dabei verloren.
Am 13 ten und 14 ten war und blieb Alles sehr ruhig. Den 15 ten July um 3 Uhr nachmittags aber kam auf einmahl das Lermen. Der Feind rückte auf unseren linken Flügel an, wir erhielten daher Ordre, sogleich zum Ausrücken parat zu sein; es mußten auch 2 Stück 6- pfündige Canons nach dem linken Flügel fahren, es wurde aber sogleich alles wieder ruhig und die Canons kehrten nach ihrem parc wieder zurück, Um 5 Uhr aber, da Alles in Ruhe, hörten wir auf einmahl hinter unserem linken Flügel ein heftiges kleines Feuer [Gewehr-Schießen], so uns ganz nahe und bereits bei den piquetern war. Alles lief hierauf sogleich zu Gewehr und setzten uns in Marsch, um uns auf unserer Flanque auf der Anhöhe hinter den Busch zu formiren und zu postiren. Wir waren aber kaum auf diesem Platz angelangt und die Regiments-Canons postiret, so hatten wir auch schon ganz nahe vor uns, etwa 500 Schritt, 1 feindliches Bataillon gehabt aufmarchiret – und wenige Canon-Schüsse hatten wir getan, so erhielten wir schon die feindliche Canonade, ohngeachtet wir fleißig feyerten und die Munition meistens verschossen, so wurden die Feinde uns doch gar baldt in der Anzahl der Canons als deren Größe überlegen und dies machete unseren großen Verlust, welcher unendlich grösser sein müssen, wenn wir nicht eine Anhöhe und sie aber einen Grund [Tal] gehabt, daß dadurch die mehrsten Kugeln über [uns] weggingen. Unter dieser Zeit wurde unser Lager durch Zurückgelassene abgebrochen und die Bagage sodann weggeschicket; dabei aber geschah es, daß die Canon Kugeln, so über uns wegpaßireten, unser Lager erreichten und daselbst noch Leute getödtet hatten. Die feindliche Infanterie zog sich immer rechts, um uns die linke Flanque abzugewinnen und das kleine Feuer fing an unserem linken Flügel bei der Legion Britanique bereits stark an. Wir hatten also etwa 1½ Stunden diesen Posten behauptet, so mußten wir uns etwas zurück von der Anhöhe nach dem Lager hinter dem Busch [Wald] ziehen und, da die Feinde sich mehr und mehr links zogen und allda durchbrechen wollten, so mußte unser Regiment links in’s Holtz, um die Feinde allda abzuhalten oder zu delogieren [zu vertreiben]. Das kleine Musquetenfeuer ging daselbst auf das entsetzlichste an und dauerte auch bis zur Dunkelheit der Nacht; fast alle Munition hatte die Infanterie verschossen und war auch nicht capable [fähig] gewesen, die Feinde wieder aus dem Holtze zu delogiren. Das Regiment hatte sich also aus dem Holze heraus auf ein Camp gezogen, davor herdurch ein kleiner hohler Weg ging. Der linke Flügel stand an Wellinghausen, welches Schloß mit 100 Mann besetzt war. Auf der anderen Seite von Wellinghausen standen die Bergschotten und Legion Britanique. In dieser Stellung blieben wir durch die Nacht, welche durch ihre Dunkelheit nur allein eine Pause im Feuern machte. Das Wutgenauische Corps stieß die Nacht an unseren linken Flügel, um die große Straße nach Hamm zu vertheidigen, wo auch die Nacht durch immer gefeuert wurde und wo die Feinde am heftigsten anrückten.
In dieser Nacht nun waren die Feinde bis auf die Anhöhe, die wir verlassen, vorgerückt, hatten daselbst schwere Canons placiret und wie der Tag des 16 ten July nur etwas an zu grauen fing, so erhielten wir daher die heftigste Canonade und da dies recht auf unsrer Flanque war, so hatten wir das heftigste Canon und Cartätschenfeuer en flanque.Von dem Regiment würde ohne Zweifel wenig überblieben sein, wenn man sich nicht des Vortheils der Situation bedient und sich in den kleinen hohlen Weg, so nur einige Schritte vor der fronte war, gelegt hätte. En fronte brachte uns der Feind auf 350 Schritte nahe 10-Pfund- und 16-Pfund-Canons, womit er uns trefflich fassen und föllig zu Grunde richten konnte, es aber nicht so sehr that, weil wir ihm ziemlich verdeckt standen. Wir behaupteten also unseren Platz immer noch. Das kleine Feuer fing hierauf links hinter Wellinghausen bei dem Wutgenauischen Corps immer stärker an und wurde daselbst unsererseits durch die heftigste Canonade unterstützet. Der Feinde ihre Hauptabsicht war also,auf diesem Weg nach Hamm durchzudringen und uns von der Lippe zu coupiren [abzuschneiden]; Sie macheten daher die heftigsten attaquen daselbst hintereinander und ließen ein Regiment hinter einem anderen vor uns vorbei dahin marchiren, welchen wir dann auch nichts aus unseren Canons schenketen, also daß unsere Regiments-Canons alle Kugeln verschossen hatten. Das Feuer continuirte [dauerte an] also auf das heftigste bis etwa 8 Uhr, da das Corps des Generallieutenants von Spörken noch zu unserem Flügel ankam und der General Braun mit einer Brigade Artillerie dem Feinde auf das heftigste zusetzte, daß wir dem Feind also überlegen wurden.
Der Durchlauchtigste Prinz Friedrich [von Braunschweig] brachte dann endlich mit dero Regiment und anderen Regimentern vom Wutgenauischen Corps den Feind zum Weichen durch dero muthiges Vorrücken. Die Feinde haben in der Gegend durch das Artillerie- und das kleine Feuer terrible verloren. Die Feinde mußten auf 300 Schritt ihre retraite [Rückzug] vor uns vorbei nehmen und wir säumeten nicht, diesen aus unseren Regiments-Canons mit Cartätschen und wieder erhaltenen Kugeln den Vorbei-Pass recht heiß zu machen, folgten auch mit dem Regiment sogleich nach. Sie lieffen aber so entsetzlich, daß nur Cavallerie sie hätte einholen können, wenn solche so nahe gewesen und in den Büschen etwas hätte ausrichten können, Die Feinde wurden also bis auf 1 starke Stunde nach Höltrop [Hultrop] durch das ganze Corps verfolgt, ein ganzes französisches Regiment wurde durch die englischen Grenadiere coupiret [abgeschnitten] und gefangen gemacht und wir bekamen 2 Canons, so die Feinde auf der Retraite verlassen. Die Defilees [Engstellen, militärisch gesehen also gut zu verteidigende Stellen im Gelände] hinter Höltrup, so die Feinde besetzet hatten, hinderten wohl, ihn weiter zu verfolgen und wir marschiereten also um 1 Uhr Mittags wieder nach dem vor der Affaire gehabten Lager zurück.“
Reliquien und Fundstücke werden im Heimathaus zu Welver ausgestellt.
51.6622222222227.9952777777778Koordinaten: 51° 39′ 44″ N, 7° 59′ 43″ O

Huang Taiji

Huáng Tàijí (chinesisch 皇太極, Pinyin Huáng Tàijí, auch Hungtaiji oder Abahai; Regierungsdevisen: 1627–1636 abkai sure, ᠠᠪᡴᠠᡳ ᠰᡠᡵᡝ, chinesisch 天聰, Pinyin Tiāncōng „Weisheit des Himmels“, 1636–1643 wesihun erdemungge ᠸᡝᠰᡳᡥᡠᠨ ᡝᡵᡩᡝᠮᡠᠩᡤᡝ, chinesisch 崇德, Pinyin Chóngdé „Erlauchte Tugend“; Tempelname: Tàizōng 太宗) (* 1592; † 21. September 1643) war der achte Sohn und Nachfolger Nurhacis. Er erweiterte das Mandschureich und starb kurz vor der Übernahme der Macht in Peking.
Zu seiner Zeit hatten wiederholte Missernten 1627/28 in China eine Hungersnot ausgelöst. Es kam zu Bauernaufständen, welche die Ming-Dynastie existenziell bedrohten. Hong Taiji nutzte sie, konsolidierte seine Macht in der Mandschurei bis an den Amur, gegenüber Korea, der Mongolei und stieß schon 1629 bis Peking vor.
Hong Taiji geriet auch in Konflikt mit dem mongolischen Nominalherrscher Ligdan Khan, als mehrere von dessen Stammesgruppen zu ihm überliefen. 1632–1634 wurden Ligdan Khan und seine Chaqar vertrieben, so dass Hong Taiji danach auch viele Mongolen hinter sich hatte. 1635 änderte Hong Taiji offiziell den Namen des Jurchen-Volkes in Mandschu um.
1641/42 waren die Ming von den Bauernaufständen des Li Zicheng (李自成)(1606–1645) und Zhang Xianzhong (1606–1647) so geschwächt, dass die Mandschu in Innerchina bis nach Shandong vorstoßen konnten, dabei 94 Städte eroberten bzw. zur Kapitulation zwangen und in 39 Gefechten siegreich blieben. Chinesen wie z.B. Hong Chengchou (洪承畴)(1593–1665) traten dabei zu ihnen über und halfen bei der Organisation des Staates.
Als Hong Taiji am 21. September 1643 verstarb, übernahmen seine Brüder Dorgon und Dsirgalang die Regierung für den sechsjährigen Kaiser Fulin (Shunzhi, 1643–1661, neunter Sohn Hong Taijis) und setzten seine Politik zielbewusst fort. Am 13. Mai 1644 setzte sich die Armee Dorgons nach Peking in Bewegung, das noch im gleichen Jahr besetzt wurde.

Campiglia Cervo

Campiglia Cervo ist eine Gemeinde mit 156 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der italienischen Provinz Biella (BI), Region Piemont.
Die Nachbargemeinden sind Andorno Micca, Mosso, Piedicavallo, Quittengo, Rosazza, San Paolo Cervo und Valle Mosso.
Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 11 km².
Ailoche | Andorno Micca | Benna | Biella | Bioglio | Borriana | Brusnengo | Callabiana | Camandona | Camburzano | Campiglia Cervo | Candelo | Caprile | Casapinta | Castelletto Cervo | Cavaglià | Cerreto Castello | Cerrione | Coggiola | Cossato | Crevacuore | Curino | Donato | Dorzano | Gaglianico | Gifflenga | Graglia | Lessona | Magnano | Massazza | Masserano | Mezzana Mortigliengo | Miagliano | Mongrando | Mosso | Mottalciata | Muzzano | Netro | Occhieppo Inferiore | Occhieppo Superiore | Pettinengo | Piatto | Piedicavallo | Pollone | Ponderano | Portula | Pralungo | Pray | Quaregna | Ronco Biellese | Roppolo | Rosazza | Sagliano Micca | Sala Biellese | Salussola | Sandigliano | Selve Marcone | Soprana | Sordevolo | Sostegno | Strona | Tavigliano | Ternengo | Tollegno | Torrazzo | Trivero | Valdengo | Vallanzengo | Valle Mosso | Valle San Nicolao | Veglio | Verrone | Vigliano Biellese | Villa del Bosco | Villanova Biellese | Viverone | Zimone | Zubiena | Zumaglia

Wandhydrant

Wandhydranten sind in Gebäuden installierte Wasserentnahmestellen, die zur ersten Brandbekämpfung vorgesehen sind.
In einer meist plombierten Wandnische ist ein Ventil angebracht, an das ein gerollter Druckschlauch mit dem dazugehörigen Strahlrohr angeschlossen ist. In Deutschland dient dazu meist ein formbeständiger Druckschlauch-W, der von Wasser durchflossen werden kann, auch wenn er noch aufgerollt ist. Eine Normierung existiert durch die Norm DIN 14 461. In Österreich wird eher ein C-Druckschlauch verwendet. Zwar muss er vor dem Einsatz komplett abgerollt werden, dafür ist sein Platzbedarf wesentlich geringer. Sie müssen der Norm ÖNORM EN671 und der TRVB F-128 00 entsprechen.
Versorgt werden Wandhydranten von einer unter Druck stehenden Steigleitung. Wandhydranten werden durch ein Piktogramm gekennzeichnet: früher ein weißes H auf rotem Grund, heute ein symbolisch dargestellter weißer Schlauch auf rotem Grund.
Wandhydranten sind nicht nur für die Feuerwehr vorbereitet, sondern ähnlich einem Feuerlöscher für jedermann zugänglich, um einen Brand in der Entstehungsphase bekämpfen zu können. Häufig sind daher neben dem Wandhydranten auch ein Feuerlöscher und ein Druckknopffeuermelder untergebracht. Der Platz vor einem Wandhydranten muss immer frei bleiben, damit er leicht zugänglich ist.
In der Norm DIN 14 461, Teil 1, werden Wandhydranten seit der Ausgabe 2003-07 in die Typen „S“ und „F“ unterschieden.
TYP „S“ beschränkt sich auf Wandhydranten „zur Selbsthilfe“. Die Ausführung des Feuerlöschschlauchs ist zwingend aus einem formstabilen Material (min. 3/4“) auszuführen. Die geforderte Wassermenge beträgt nach 24 l/min bei einem Fließdruck von 2 bar bei einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 2 Wandhydranten und können somit abweichend den üblichen Installationsregeln der DIN 14 461 mit den Nennweite DN 25 (1“) angeschlossen werden. Die Piktogramme sind nach BGV A8 mit einem zusätzlichen „S“ zu versehen.
TYP „F“ beschreibt die Wandhydranten „zur Selbsthilfe und zum Einsatz der Feuerwehr“. Die Ausführung des Feuerlöschschlauchs kann entweder aus formstabilem Material (min. 1“) oder aus einem vollsynthetischen C-42-Druckschlauch bestehen. Die Dimensionierung der Steigleitungen wird in der DIN 1988 geregelt, während die nötigen Löschwassermengen der DIN 14 461, Teil 1 zu entnehmen sind. Am letzten Wandhydranten des Steigstranges müssen 100 l/min (6 m³/h) bei einem Fließdruck von 3 bar bei einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 3 Wandhydranten bereitgestellt werden. Die Piktogramme sind nach BGV A8 mit einem zusätzlichen „F“ zu versehen.