(11871) Norge

(11871) Norge ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, der am 7. Oktober 1989 von dem belgischen Astronomen Eric Walter Elst am La-Silla-Observatorium der Europäischen Südsternwarte in Chile (IAU-Code 809) entdeckt wurde. Unbestätigte Sichtungen des Asteroiden hatte es schon vorher gegeben: im Januar 1984 (1984 BL3) am Palomar-Observatorium in Kalifornien und am 28. September 1989 (1989 SJ8) am La-Silla-Observatorium.
Der italienische Astronom Vincenzo Zappalà definiert in einer Publikation von 1995 (et al.) eine Zugehörigkeit von (11871) Norge zur Flora-Familie, einer großen Gruppe von Asteroiden, die nach (8) Flora benannt ist. Asteroiden dieser Familie bewegen sich in einer Bahnresonanz von 4:9 mit dem Planeten Mars um die Sonne. Die Gruppe wird auch Ariadne-Familie genannt, nach dem Asteroiden (43) Ariadne. Nach der SMASS-Klassifikation (Small Main-Belt Asteroid Spectroscopic Survey) wurde bei einer spektroskopischen Untersuchung von Gianluca Masi, Sergio Foglia und Richard P. Binzel bei (11871) Norge ermittelt, dass es sich um einen der seltenen V-Asteroiden handeln könnte.
(11871) Norge wurde am 5. Juli 2001 nach dem nordeuropäischen Staat Norwegen benannt. Norge ist der Name Norwegens in Bokmål, einer der beiden offiziellen Standardvarietäten des Norwegischen.

Antoinette Meyer

Antoinette Josefa Clara Meyer (* 19. Juni 1920 in Hospental; † 19. Juli 2010 in Thun; verheiratete Molitor-Meyer) war eine Schweizer Skirennfahrerin. Ihr grösster Erfolg war der Gewinn einer Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 1948. Sie war die Ehefrau von Karl Molitor.

Meyer wuchs zusammen mit zwei Geschwistern in Hospental im Kanton Uri auf, wo ihre Eltern das Hotel Meyerhof führten. Nach drei Jahren Primarschule in Hospental besuchte sie das Mädcheninternat in Ingenbohl bei Schwyz. Um ihre Französischkenntnisse zu perfektionieren, folgten drei Jahre im Mädcheninternat in Châtel-Saint-Denis. Schliesslich ging sie zwei Jahre in ein Institut in Varese, um Italienisch zu lernen. Meyer sprach ausserdem Englisch und arbeitete im Sommer jeweils im elterlichen Hotel. Dieses war im Winter geschlossen, so dass ihr viel Zeit für das Slalomtraining blieb.
Der Schweizerische Skiverband bot Meyer 1942 aufgrund ihrer guten Leistungen zu einem Trainingskurs in Davos auf, wo sie ihren späteren Ehemann, den Skirennfahrer Karl Molitor, kennenlernte. Meyer wurde in die Nationalmannschaft aufgenommen und gewann von 1943 bis 1945 insgesamt vier Schweizer Meistertitel in Abfahrt, Slalom und Kombination. 1944 beteiligte sie sich an einem schwedisch-schweizerischen Skitreffen in Östersund. 1947 reisten sie mit einer Delegation in die USA, um zahlreiche Rennen zu bestreiten und daneben auch Werbung für das Tourismusland Schweiz zu machen. Bei den Olympischen Winterspielen 1948, die in St. Moritz stattfanden, gewann Meyer im Slalom die Silbermedaille, mit einer halben Sekunde Rückstand auf die Amerikanerin Gretchen Fraser. Die alpinen Skirennen wurden auch als Weltmeisterschaft gewertet, weshalb sie zusätzlich eine WM-Silbermedaille erhielt.
Mit diesem Erfolg beendete Meyer ihre Skisportkarriere. Am 24. November 1948 heiratete sie Karl Molitor und zog daraufhin nach Wengen um, wo sie die nächsten sechs Jahrzehnte lebte. 1950 kam ein Sohn zur Welt. Zusammen mit ihren Schwiegereltern und ihrem Ehemann führte Meyer ein Sportgeschäft, zu dem auch eine Filiale in Interlaken gehörte. Zu ihrem Aufgabenbereich gehörte insbesondere der Einkauf der Skimodeartikel. 1987 übergab das Ehepaar das Sportgeschäft an den Sohn und die Schwiegertochter. Meyer spielte in ihrer Freizeit Golf und fuhr bis 2007 auch Ski. Sie starb im Alter von 90 Jahren in einem Pflegeheim in Thun.

Salvatore Boccaccio

Salvatore Boccaccio (* 18. Juni 1938 in Rom; † 18. Oktober 2008 in Frosinone) war römisch-katholischer Bischof des Bistums Frosinone-Veroli-Ferentino.
Salvatore Boccaccio trat 1950 in das Päpstliche Römische Priesterseminar ein und studierte Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Lateranuniversität, wo er auch in Religionssoziologie promoviert wurde. Er empfing am 9. März 1963 die Priesterweihe für das Bistum Rom durch Luigi Kardinal Traglia. Von 1963 bis 1978 war er Pfarrer in einigen wichtigen römischen Pfarreien, von 1968 bis 1973 unterrichtete er Religion an verschiedenen Schulen in Stadtteilen Roms, die Probleme mit Jugendkrawallen hatten. Von 1975 bis 1983 war er im Status eines Vikars zuständig für die Università Cattolica del Sacro Cuore, von 1978 bis 1983 zudem für die Opera Romana Pellegrinaggi. Von 1983 bis 1987 war er Pfarrer der römischen Großgemeinden Santa Brigida und San Luca.
Er wurde 1987 von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof im Bistum Rom bestellt und zum Titularbischof von Ulpiana ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm am 7. Dezember 1987 der Generalvikar von Rom Ugo Kardinal Poletti in der Lateranbasilika; Mitkonsekratoren waren Erzbischof Ennio Appignanesi und sein Amtsvorgänger Weihbischof Plinio Pascoli. Er war als Bischofsvikar zuständig für den Norden Roms. 1992 wurde er zum Koadjutorbischof des Bistums Sabina-Poggio Mirteto bestellt und nach dem Tod von Nicola Rotunno zum Bischof von Sabina-Poggio Mirteto ernannt. Neben vielen Mandaten war er unter anderem Mitglied der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, des Päpstlichen Rates der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs sowie der Kommission „Sport, Tourismus und Freizeit“ der Chiesa cattolica in Italia.
Seit 1999 war er Bischof des Bistums Frosinone-Veroli-Ferentino. Aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen wurde ihm im Juli 2008 Ambrogio Spreafico als Koadjutor an die Seite gestellt.
Salvatore Boccaccio pilgerte im Juni 2005 nach Međugorje.

Hannes Hanso

Hannes Hanso (* 6. Oktober 1971 in Nõo) ist ein estnischer Politiker. Er ist seit 14. September 2015 Verteidigungsminister der Republik Estland.

Hannes Hanso wurde in der Landgemeinde Nõo im Südwesten Estlands geboren. Sein Abitur legte er 1989 in Orissaare auf der Insel Saaremaa ab. Von 1989 bis 1991 studierte er Behindertenpädagogik an der Universität in Tartu. Anschließend ging er als Praktikant auf einen Bauernhof nach Schweden.
Von 1992 bis 1994 studierte Hannes Hanso Rechtswissenschaft an der Universität Tartu, von 1996 bis 1998 Chinesisch an der Sichuan-Universität in Chengdu.
Seit 1998 war Hannes Hanso als außenpolitischer Kommentator im estnischen Radio und bei Radio Free Europe zu hören. Im selben Jahr ging er nach England. An der University of West London studierte er zunächst Transportmanagement, anschließend von 2001 bis 2004 Entwicklungszusammenarbeit und Politologie an der renommierten School of Oriental and African Studies (SOAS). 2005 erhielt er dort den Magistergrad im Fach Asiatische Politik.
Von 2005 bis 2007 war Hannes Hanso als Berater im estnischen Verteidigungsministerium tätig, anschließend bis 2009 im estnischen Finanzministerium. Von 2009 bis 2011 war er für den Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) in Peking tätig. Von 2011 bis 2013 fungierte Hanso als wissenschaftlicher Mitarbeiter am International Centre for Defence and Security (Rahvusvahelise Kaitseuuringute Keskuse) in Tallinn.
2009 trat Hannes Hanso der Sozialdemokratischen Partei Estlands (SDE) bei. Von 2013 bis 2015 bekleidete er das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Kuressaare auf der Insel Saaremaa.
Bei der Parlamentswahl im März 2015 wurde Hanso als Abgeordneter ins estnische Parlament (Riigikogu) gewählt. Er war dort Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Am 14. September 2015 wurde Hanso im Rahmen einer Kabinettsumbildung neuer Verteidigungsminister in der Koalitionsregierung von Ministerpräsident Taavi Rõivas.
Hannes Hanso ist mit Riina Hanso verheiratet. Das Paar hat ein gemeinsames Kind. Aus seiner früheren Ehe hat Hannes Hanso bereits einen Sohn und eine Tochter.
Er ist der ältere Bruder der Filmproduzentin und Autorin Hille Hanso (* 1976).

Altentherapie

Altentherapie ist eine neue Therapieform, die sich seit etwa 2005 vor allem auf dem Hintergrund der Demographie in Deutschland entwickelt. Sie richtet ihr Interesse auf die sog. multimorbiden geriatrischen Patienten, also auf die über 70-Jährigen, die zudem mindestens zwei von fünf typischen geriatrischen Krankheitsbildern aufweisen. Solche Patienten zählen unter Umständen zu denen, deren Pflegebedürftigkeit ärztliche oder therapeutische Maßnahmen erfordern. Die Geriatrie als fächerübergreifende medizinische Teildisziplin liefert den Bezugsrahmen für Altentherapie durch ihre Aufgabe, die Folgen von Krankheiten des alternden und alten Menschen zu mildern oder zu verzögern, um möglichst lange dessen Eigenständigkeit zu erhalten. Die altentherapeutische Leistung besteht darin, diesen Patienten konkrete, alltagsrelevante Verbesserungen ihrer Lebenssituation zu ermöglichen.

Der demographische Wandel hat dazu geführt, dass sich Art und Qualität des Pflege- und Therapiebedarfs in der Bevölkerungsgruppe der älteren, alten oder hochbetagten Menschen entscheidend verändert haben.
Alte Menschen, die mit oder ohne Angehörige in ihrer angestammten Umgebung leben (wollen), sind besonders gefährdet, ihre Selbständigkeit in vielen Bereichen des täglichen Lebens zu verlieren. Altentherapie setzt immer da an, wo es um Erhaltung und Förderung der lebenspraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten geht.
Altentherapie steht damit in einer schon vor einigen Jahren begonnenen Reihe von Versuchen, eine angemessene Antwort auf die gesellschaftliche Entwicklung zu geben. Bund und Länder, Kostenträger und Sozialverbände, Kirchen und Politik versuchen auf je unterschiedliche Weise, tragfähige Konzepte für eine lange schon bekannte gesellschaftliche Herausforderung zu entwickeln, deren Problempotential erheblich ist.
So haben sie in der Vergangenheit auf diesen Sachverhalt reagiert, indem sie z. B. im Jahr 2005 die „Rahmenempfehlungen zur geriatrischen Rehabilitation“ entwickelten, die 2007/2008 dann in die Anerkennung eines neuen Konzeptes im Angebot der Gesetzlichen Krankenversicherung, der „mobilen geriatrischen Rehabilitation“, mündete. Dem Hausarzt kommt daher in medizinisch-therapeutischer Hinsicht wieder ein größeres Gewicht zu, die ambulante Behandlung hat Vorrang vor der stationären und vor allem wird angestrebt, das Rehabilitationspotential alter Menschen zu nutzen.
In großen Teilen der Öffentlichkeit wird Demenz als typische Alterskrankheit gesehen. Programme der Krankenkassen und der Bundesregierung, Filme und Romane, die Demenz als den langsamen Verlust der eigenen Persönlichkeit beschreiben, haben dazu beigetragen, dass die eigentlichen alterstypischen Krankheiten in den Hintergrund gerieten. Trotzdem sind es Erkrankungen vor allem aus den Bereichen Orthopädie, Innere Medizin und Neurologie, die den alten Menschen belasten und seine Eigenständigkeit einschränken.
Maßnahmen der Altentherapie sind alle Leistungen, die sich pflegerisch, physiotherapeutisch, ergotherapeutisch und logopädisch auf solche Patienten beziehen, die in der ärztlichen Diagnose die indikationsspezifische Anforderungen zur Altentherapie erfüllen.
Indikationsspezifische ambulante Altentherapie kann erfolgen, wenn eine geriatrietypische Multimorbidität sowie ein höheres Lebensalter (i. d. R. 70 Jahre und älter) vorliegen.
Geriatrietypische Multimorbidität liegt vor, wenn die Kombination von Multimorbidität und geriatrietypischen Befunden bzw. Sachverhalten diagnostiziert ist. Ein Patient ist multimorbide, wenn er multiple strukturelle oder funktionelle Schädigungen (nach ICIDH) bei mindestens zwei behandlungsbedürftigen Erkrankungen aufweist.
Geriatrietypische Multimorbidität liegt vor, wenn die folgenden Merkmale (auch in Kombination) im Sinne eines geriatrischen Syndroms diagnostiziert wurden:
Typische Hauptdiagnosen beim geriatrischen Patienten sind:
Zusätzliche Faktoren, die eine altentherapeutische Behandlung indizieren, sind das relativ hohe Risiko der Einschränkung der Selbständigkeit im Alltag bis hin zur Pflegedürftigkeit sowie ein relativ hohes Risiko von Krankheitskomplikationen (Thrombosen, interkurrente Erkrankungen, Frakturen, verzögerte Rekonvaleszenz u.a.). Einem Patienten mit Zustand nach Apoplex z. B. muss durch die Therapie ermöglicht werden, sich in seiner Lebensumgebung wieder zurechtzufinden. Er benötigt also nicht nur isoliert in der Praxis stattfindende Behandlung, sondern zeitaufwendige individuelle Therapie in seiner unmittelbaren Umgebung, die z. B. Hilfe beim Anziehen, Einkaufen, Busfahren, Treppensteigen usw. und vor allem Kontinuität sowie ausreichend Zeit bietet. Die individuelle Anleitung und Begleitung durch den Altentherapeuten während einer bestimmten Zeit des Tages in konkreten Lebenssituationen des Patienten bietet die Möglichkeit, Therapieergebnisse zu verbessern, die jeweiligen Techniken ziel- und situationsbezogen einzusetzen. Durch solche gezielten altentherapeutischen Maßnahmen kann ein älterer Mensch den erwarteten und wünschenswerten Zuwachs an physischer, alltagspraktischer, psychischer und kognitiver Kompetenz entwickeln. Dies geschieht unter Nutzung und unmittelbarer Erprobung, Übung und Festigung der vom Altentherapeuten vermittelten Techniken in alltäglichen Situationen des Patienten. Altentherapie ist hinsichtlich des zeitlichen Aufwandes immer auf die Tages/Ausgangssituation bezogen. Ob ergo- oder physiotherapeutisch zu arbeiten ist, ob außerhalb der Wohnung gearbeitet wird, ob Anzieh- und Esstraining, Rollstuhl- oder Ausdauertraining absolviert werden soll oder ob soziale Aktivitäten verfolgt werden sollen, entscheidet sich nach Tages- und Leistungsform des Patienten.
Der Erfolg rehabilitativer Maßnahmen bei älteren Menschen ist durch eine Vielzahl von Studien belegt (siehe dazu schon den Überblick in Meier-Baumgartner, Nerenheim-Duscha & Görres 1992). Diese Studien weisen auf Rehabilitationspotenziale im Alter hin, d. h. auf die physiologische und psychologische Kapazität zur Wiederherstellung der personalen Ressourcen für ein selbständiges und selbstverantwortliches Leben. Der empirisch begründete Nachweis der Rehabilitationspotenziale hat den Gesetzgeber veranlasst, den Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“ in den Sozialgesetzbüchern (SGB V und SGB XI) zu verankern. Die unbefriedigende Verwirklichung dieses Grundsatzes ist auch darauf zurückzuführen, dass viele Beteiligte keine ausreichenden Kenntnisse über die Rehabilitationspotenziale im Alter besitzen und somit die möglichen Effekte einer Rehabilitation bei älteren Menschen nicht korrekt einschätzen können.
Bedarf für Altentherapie besteht, wenn als Folge einer Schädigung Fähigkeitsstörungen oder Beeinträchtigungen des Patienten vorliegen. Die Fähigkeitsstörungen müssen, unter Beachtung der sozialen Kontextfaktoren (z. B. häusliches Wohnumfeld), für den Patienten alltagsrelevant sein, d. h. sie schränken seine Selbständigkeit und Gestaltungsmöglichkeit in den Bereichen ein, die zu den menschlichen Grundbedürfnissen gehören. Dazu gehören:
Entsprechende Fähigkeitsstörungen und/oder Beeinträchtigungen sind vor allem:
Das Therapieziel besteht darin, möglichst frühzeitig alltagsrelevante Fähigkeitsstörungen zu beseitigen, zu vermindern oder eine Verschlimmerung zu verhüten. Dabei wird das alltagsrelevante Therapieziel aus den Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen abgeleitet, die den Patienten in der selbständigen Bewältigung und Gestaltung der Lebensbereiche beeinträchtigen, die als Grundbedürfnisse menschlichen Daseins beschrieben werden. Der anzustrebende Grad der Selbständigkeit ergibt sich aus der Alltagskompetenz in den Grundbedürfnissen.
Das vorrangige Therapieziel der Altentherapie ist die dauerhafte Wiedergewinnung, Verbesserung oder Erhaltung der Selbständigkeit bei den alltäglichen Verrichtungen, damit ein langfristiges Verbleiben in der gewünschten Umgebung möglich wird. Angestrebt wird dies u. a. durch:
Alltagsrelevant können in diesem Zusammenhang z. B. sein:
Es kommt darauf an, dass der Übergang von einem bereits bestehenden Unterstützungsbedarf zu einem pflegerelevanten Bedarf so weitgehend wie möglich verhindert bzw. solange wie möglich hinausgezögert wird, damit die Menschen solange wie möglich in ihrer häuslichen Umgebung bleiben können, statt in ein Alten- oder Pflegeheim umzuziehen. Das ist auch eine zentrale Forderung des Forschungsprojektes „Möglichkeiten und Grenzen selbständiger Lebensführung in Privathaushalten“, mit dem die Bundesregierung im Jahr 2005 festlegte, die Aufrechterhaltung von Selbstbestimmung und Selbständigkeit im Alltag für ältere Patienten in den Mittelpunkt zu stellen.
Im Gegensatz zu den gesetzlich geschützten Berufsbezeichnungen Physiotherapeut, Ergotherapeut usw. handelt es sich bei den Altentherapeuten um eine ungeschützte, weil nicht staatlich geregelte Ausbildung. Das wieder führt dazu, dass inzwischen eine Vielzahl von Angeboten zur Aus- oder Weiterbildung zum Altentherapeuten besteht, die alle unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Verbindliche Standards für die Ausbildung hat die Bundesvereinigung für Altentherapie festgelegt. Sie versucht, durch eine verbindliche Ausbildungs- und Prüfungsordnung und eine von ihr verantwortete Abschlussprüfung für eine einheitliche und sichere Grundlage einer neuen beruflichen Qualifikation zu sorgen. Von ihr zertifizierte Fachschulen bieten die Ausbildungen an und werden auch von ihr überwacht. Bisher können solche Ausbildungen nur in Köln und Heidelberg absolviert werden.
Unter Berücksichtigung berufsqualifizierender Perspektiven sind bislang aber keine anderen nennenswerten Initiativen entwickelt worden. Einige Bundesländer haben die nun in ihrer Zuständigkeit liegende Altenpflege – Ausbildung um einige Elemente ergänzt, die sich aus dem demographischen Wandelt ergeben, aber keine adäquate Antwort auf neue berufliche Entwicklungen geben können.

DFW C-Typen

Die DFW C-Flugzeuge waren einmotorige Kampfflugzeuge der Deutschen Flugzeug-Werke (DFW). Unter diesen Flugzeugen war der C.V, auch als Aviatik C.VI bezeichnet und in großen Stückzahlen gefertigt, einer der erfolgreichsten Zweisitzer der Fliegertruppe des Deutschen Heeres während des Ersten Weltkriegs.

Mit dem Übertritt von Willi Sabersky-Müssigbrodt von den liquidierten Gustav Otto Flugmaschinenwerken in München kamen neue Ideen in das Konstruktionsbüro der DFW, in dem Heinrich Oelerich und Hermann Dorner bereits die erfolgreichen DFW B.I und B.II und danach auf gleicher Basis einige weniger spektakuläre C-Flugzeuge konstruiert hatten. Der DFW C.I (Werksbezeichnung KD15) unterschied sich vom B.I durch den stärkeren Motor, beließ jedoch immer noch den Beobachter ungünstig platziert vor dem Piloten. In die obere Tragfläche war allerdings eine Aussparung eingelassen, auf der der Beobachter wenn er sich in seinem Cockpit aufrichtete, sich mit einem beweglich angebrachten Parabellum-MG zur Wehr setzen konnte.
Der DFW C.II war eine etwas verkleinerte Abwandlung der C.I, hatte jedoch nunmehr gerade gezogene und leicht gestaffelte Tragflächen, war jedoch weniger stabil als sein Vorgänger gebaut; es ist unklar, ob das Flugzeug in den Einsatz gelangte.
Über einen C.III ist nichts bekannt. 1916 modifizierten die Ingenieure den Rumpf und bauten auf dieser Basis den C.IV, der auch von Aviatik in Lizenz gebaut wurde.
Da sich der Motor aus zu schwach erwies, bestückte man die Maschine mit dem nun verfügbaren 200 PS starken Benz Bz IV-Motor mit Windhoff-Seitenkühlern. Auch die Steuerflächen wurden modifiziert. Das Flugzeug, als DFW C.V bezeichnet, hatte im Mai 1916 seinen Erstflug und wurde trotz Schwierigkeiten bei der Abnahmeprüfung im Juni/Juli 1916 ab August 1916 in Serienfertigung genommen. Im Oktober erfolgte eine Bestellerhöhung auf 1.000 Maschinen und so wurde das Flugzeug auch von BFW (300 Flugzeuge), LVG (250 Flugzeuge), Halberstadt (75 Flugzeuge) und Aviatik (150 Flugzeuge) nachgebaut, dort unter der Bezeichnung Aviatik C.VI.
Über Typen oder Prototypen C.VI oder C.VII ist nichts bekannt. 1918 tauchte jedoch der DFW C.VIII (F37) auf, ebenfalls mit 200 PS Benz Bz.IV-Motor, aber in den Abmessungen wesentlich kleiner und leichter als der D.V. Das Flugzeug erreichte damit eine Höhe von 6.000 m, mit der einsitzigen Testversion DFW C.VIII (F37 III) mit modifiziertem Leitwerk und Querrurdern und 220 PS Benz Bz.IVa Motor erzielte Olt. Diemer am 11. Mai 1919 einen Höhenrekord von 9.620 m.
Es gab allerdings auch noch ein Schulungsflugzeug, DFW CVc. Es war mit einem 185 PS NAG Motor ausgestattet.
Der DFW C.I gelangte in kleiner Zahl 1915/16 in den Einsatz.
Der Einsatz des C.IV, der ab Frühling 1916 ausgeliefert wurde, stand deutlich im Schatten des sehr erfolgreichen DFW C.V. Dieser kam ab Sommer 1916 in die Truppe, war bei den Piloten sehr beliebt: Gut in der Handhabung sowie bei Start und Landung, zuverlässig, stabil, steigfähig und schnell.
Der C.V diente dank seines ausreichenden Platzangebots für Ausrüstung und Bewaffnung auch als leichter Bomber, Fotoaufklärer und Begleitschutzflugzeug verwendet. Es galt als eines der besten deutschen Flugzeuge der C-Klasse und konnte sich auch im Luftkampf gegen feindliche Jäger gut behaupten. Das Flugzeug wurde in sehr großen Stückzahlen bis Kriegsende hergestellt und eingesetzt. Ende 1917 waren ca. 1.000 Flugzeuge, bei Kriegsende immer noch 600 D.V im Einsatz. Die bulgarische Flugzeugabteilung erwarb sechs DFW C.V 1917, die 1920 durch die Alliierte Kontrollkommission gemäß den Bedingungen des Friedensvertrag zerstört wurden.
Über den Einsatz der übrigen C-Typen ist wenig bekannt.
Viele C.IV überlebten den Krieg und wurden zu Passagierflugzeugen umgebaut.
Zwei DFW C.V. wurden in der finnischen Luftwaffe von 1918 bis 1921 verwendet. Viele weitere Luftwaffen verwendeten diesen Typ, auch noch nach dem Krieg.
1925–1926 wurden in der bulgarischen Staatlichen Flugzeugwerkstatt DAR (Darschawna Aeroplanna Rabotilniza) in Boschuriste bei Sofia unter der Leitung des deutschen Ingenieurs (später Professor) Hermann Winter acht Nachbauten der DFW C.V als DAR Uzunow-1 gebaut.
Heute ist nur noch der Rumpf einer DFW C.V(Av) im Polnischen Luftfahrt-Museum Krakau erhalten. Diese Maschine gehört zum im Zweiten Weltkrieg ausgelagerten Bestand des deutschen Luftfahrtmuseums in Berlin; eine Rückgabe dieser sowie der übrigen Flugzeuge aus diesen Beständen wird von polnischer Seite abgelehnt.

Plebejus acmon

Plebejus acmon
Plebejus acmon (Syn. Lycaena acmon) ist ein Schmetterling aus der Familie der Bläulinge (Lycaenidae).

Die Flügelspannweite dieser Bläulingsart beträgt 25 bis 30 Millimeter nach anderen Quellen 20 bis 29 Millimeter. Männchen sind oberseits bläulich während die Weibchen braun mit und nur an Flügelansatz bläulich bestäubt sind. Beim Männchen sind die Flügeloberseiten dunkel blauschwarz gefärbt und werden zu den Rädern hin dunkler. Der Flügelrand ist von einem weißen Saum begrenzt. Auf der Oberseite des Hinterflügels befinden sich orange Flecken mit schwarzen Punkten. Die Unterseite der Flügel ist hellgrau bis weiß mit schwarzen Punkten. Diese Punkte laufen auf dem Hinterflügel vom Schwarzen ins Orange. Weibliche Falter der Frühlingsgeneration sind oft blauer auf der Flügeloberseite gefärbt.
Die Eier sind grünlich weiß.
Der Körper der Raupen ist gelbgrün mit dunkelgrünen Rückenstreifen sowie weiß behaart mit schwarzen Punkten.
Die Puppen sind bräunlich und im Bereich des Abdomens bis zum Thoraxsegment grünlich gefärbt.
Die Falter fliegen an den Küsten in mehreren Generationen von März bis Oktober. Von Arizona bis Texas von Mitte Mai bis Mitte September und in Kanada ist es eine Generation von Mitte Juni bis Ende Juli und nahe der Baumgrenze von Juli bis Ende August. Adulte Falter nehmen Nektar von verschiedenen Blüten auf z. B. Windenknöterich (Fallopia convolvulus), man findet sie aber auch an Schlammpfützen. Männchen patrouillieren in ihrem Revier und halten Ausschau nach Weibchen. Gelegentlich hybridisieren die Falter mit Plebejus lupini.
Die Raupen befressen verschiedene Kräuter und Sträucher darunter die Blätter, Blüten und Früchte von Hülsenfrüchten (Fabaceae) und Knöterichgewächsen (Polygonaceae) wie Buchweizen (Fagopyrum). Sie werde von Ameisen gepflegt aber nicht in deren Nest gebracht wie bei anderen Bläulingen.
Die Eier werden einzeln auf Blätter oder Blüten der Wirtspflanze abgelegt.
Die Art überwintert in ihrem Puppenstadium.
Die Art ist im ganzen westlichen Nordamerika vom Süden Kanadas bis Mexiko verbreitet und bewohnt hier offene trockene Felder, Brach- und Ackerland sowohl Wiesen offenes Waldland, Wüsten und Prärie in niedrige Lagen. In höheren Lagen ist die Art selten anzutreffen.
Neben der Nominatform werden zwei Unterarten und unterschieden:
Der Status der Unterarten ist nicht ganz geklärt da sie mit Plebejus lupini überlappen.
Der Falter ist in der Regel häufig anzutreffen.

John Tavendale

John Tavendale war ein britischer Hersteller von Fahrrädern und Automobilen.

John Tavendale war ein Mühlenbauer. Er stellte in Laurencekirk im Unternehmen, das seinen Namen trug, Fahrräder her. 1899 begann die Produktion von Automobilen. Der Markenname lautete zunächst Mearns Motor, später St. Laurence. 1902 endete die Automobilproduktion. Insgesamt entstanden etwa sieben Fahrzeuge.
Das erste Fahrzeug nannte er Mearns Motor. Ein Einbaumotor von Endurance Motor trieb das Fahrzeug an. Die Karosserie war im Stile eines Dogcart und auffallend hoch.
Es folgten etwa sechs kleinere Fahrzeuge als St. Laurence. Ein Einzylindermotor von Accles-Turrell Autocars mit 6 PS Leistung trieb die Fahrzeuge an.
Abingdon | AC | Accles-Turrell | Accumulator Industries | Achilles | Adams | Ailsa-Craig | Albany | Albion | Allard | Alldays | Arbee | Argyll | Ariel | Armstrong | Arnold | Arrol-Johnston | Arsenal | Attila | Aurora | Autocar | Avon | Bailey & Lambert | Barcar | Bard | Barnes | Bassett | Bat | Bayley | Beaufort | Bedford | Beeston | Begbie | Belgrave | Belle | Belsize | Bersey | Bijou | Billings | Blake | Bradbury | Bristol | Brit | Britannia | British Ideal | British Lion | Brooke | Brooks | Brotherhood | Brough | Brown | Brush | Brushmobile | Bushbury | Cadogan | Caledonian | Calthorpe | Canterbury | Capel | Carlton | Carpeviam | Cassell | Cavendish | Celer | Celeripede | Celtic | Centaur | Century | Champion | Channon | Chase | Chelmsford | Chenhall | Chinnock | Chriton | City & Suburban | Clarendon | Clarkson | Clement-Talbot | Clift | Clyde | Comet | Continental | Coronet | Coventry Motette | Craig-Dorwald | Crampin-Scott | Crawford | Crawshay-Williams | Cremorne | Crossley | Crowden | Crown | Croxted | Crypto | Cundall | Cycar | Daimler | Dawson | Dennis | Diana | Dickinson Morette | Dougill | Downshire | Du Bois | Dunkley | Eadie | Eagle | Eastmead-Biggs | Eclipse | Electromobile | Elieson | Ellis | Elswick | Emerald | EMP | Endurance | English Mechanic | Esculapius | Excelsior | Farnell | Firefly | Fleetbridge | Forman | Frick | Gainsborough | Gamage | Garrard | Geering | General | Gilbert | Gilburt | Globe | Godiva | Gordon | Grand National | Greyhound | Grose | Gue | Hallamshire | Harrington | Hart | Headland | Hercules | Hermes | Heron | Hewitt-Bell | Highgate | Hind | Hitchon-Weller | Holderness | Holdsworth | Horbick | Horley | HPS | Hubbard | Hudlass | Humber | Hurst | Hurst & Lloyd | Hutton | Iden | Ilford | Immisch | Imperial (1900–1905) | Imperial (1904–1905) | International | Invicta | Ivel | Jackson | James & Browne | JAP | Joel | John O’Gaunt | Keenelet | Kelvin | King | King & Bird | Kingsburgh | Knight of the Road | Korte | Kyma | La Plata | Lacre | Lamplough-Albany | Lancaster | Lanchester | Lea-Francis | Legros & Knowles | Lems | Leonard | Lifu | Lindsay | Lipscomb | Lister | Liver | Lloyd & Plaister | Loidis | Lonsdale | Lutonia | Madelvic | Magnet | Mail | Malvernia | Manchester | Marriott | Mars | Marsh | Marshall | Martin | Matchless | Maudslay | Maxim | Mayfair | McLachlan | Medici | Meredith | Meteor | Metropolitan | Milnes | Milo | MMC | Mobile | Morgan | Morrison | Mytholm | Napier | National (1902–1912) | National (1904–1905) | Neale | New Century (1902–1903) | New Century (1902–1904) | New Orleans | No Name | Norfolk | Offord | Oppermann | Osmond | Owen | Pandora | Parker | Parr | Peerless | Pelham | Pennington | Petter | Phoenix | Phoenix | Pick | Planet | Portland | Princeps | Pritchett & Gold | Progress | Provincial | QC | Quadrant | Queen | Raglan | Raleigh | Rational | Regent | Relyante | Renfrew | Repton | Rex | Ribble | Richardson | Rickett | Ridley | Riley | Robertson | Rolls-Royce | Roots & Venables | Rothwell | Rover | Royal Enfield | Royal Hereford | Royce | Rulex | Ryde | Ryknield | Ryley | Sandringham | Santler | Scout | Sefton | Siddeley | Simms | Simplex Perfecta | Simpson | Sinclair | Singer | SM | Soames | Speed King | Speedwell | Sports | SS | St. Laurence | St. Vincent | Standard | Star (1898–1902) | Star (1898–1932) | Stephens | Stirling | Stonebow | Sunbeam | Swan | Swift | Talbot | Taylor | Thomas | Thor | Thornycroft | Thrupp & Maberly | Turner-Miesse | Turrell | Tyne | Utile | Valkyrie | Valveless | Vapomobile | Vauxhall | Velox | Victrix | Vipen | Voitucar | Volk | Vulcan | Waddington | Walker & Hutton | Walton | Warfield | Waverley | Wearwell | Weller | Wellington | West | White | Whitlock-Aster | Wilbury | Wilkinson | Wilson-Pilcher | Wolf | Wolseley | Yeovil

Goya/Beste Nachwuchsregie

Goya: Beste Nachwuchsregie (Mejor dirección novel)
Gewinner und Nominierte in der Kategorie Beste Nachwuchsregie (Mejor dirección novel, früher Mejor director) seit Einführung der Kategorie im Jahr 1990. Ausgezeichnet werden die besten Filmemacher einheimischer Filmproduktionen (auch spanische Koproduktionen) des jeweils vergangenen Jahres.
Benito Zambrano, Preisträger des Jahres 2000 für Solas, ist der bislang einzige Filmemacher, der gleichzeitig eine Nominierung in der Kategorie Beste Regie erhielt. Mit Ana Díez (1990), Rosa Vergés (1991), Ángeles González-Sinde (2004) und Mar Coll (2010) setzten sich bisher viermal Filmemacherinnen durch.
Die unten aufgeführten Filme werden mit ihrem deutschen Verleihtitel (sofern ermittelbar) angegeben, danach folgt in Klammern in kursiver Schrift der spanische Originaltitel.
1990
Ana Díez – Ander und Yul – Eine tödliche Freundschaft (Ander eta Yul)
1991
Rosa Vergés – Boom Boom (Boom boom)
1992
Juanma Bajo Ulloa – Schmetterlingsflügel (Alas de mariposa)
1993
Julio Médem – Kühe (Vacas)
1994
Mariano Barroso – Mein Seelenbruder (Mi hermano del alma)
1995
La Cuadrilla – Justino – Der Mordbube (Justino, un asesino de la tercera edad)
1996
Agustín Díaz Yanes – Nadie hablará de nosotras cuando hayamos muerto
1997
Alejandro Amenábar – Tesis – Der Snuff Film (Tesis)
1998
Fernando León de Aranoa – Familie (Familia)
1999
Santiago Segura – Torrente – Der dumme Arm des Gesetzes (Torrente, el brazo tonto de la ley)
2000
Benito Zambrano – Solas
2001
Achero Mañas – El bola
2002
Juan Carlos Fresnadillo – Intacto
2003
Julio Wallovits und Roger Gual – Smoking Room
2004
Ángeles González-Sinde – La suerte dormida
2005
Pablo Malo – Frío sol de invierno
2006
José Corbacho und Juan Cruz – Tapas
2007
Daniel Sánchez Arévalo – dunkelblaufastschwarz (AzulOscuroCasiNegro)
2008
Juan Antonio Bayona – Das Waisenhaus (El orfanato)
2009
Santiago A. Zannou – El truco del manco
2010
Mar Coll – Tres días con la familia
2011
David Pinillos – Bon appétit
2012
Kike Maíllo – Eva
2013
Enrique Gato – Tad Stones – Der verlorene Jäger des Schatzes! (Las aventuras de Tadeo Jones)

Bester Film | Beste Regie | Beste Nachwuchsregie | Bester Hauptdarsteller | Beste Hauptdarstellerin | Bester Nebendarsteller | Beste Nebendarstellerin | Bester Nachwuchsdarsteller | Beste Nachwuchsdarstellerin | Bestes Original-Drehbuch | Bestes adaptiertes Drehbuch | Bester Produzent | Bestes Szenenbild | Beste Kamera | Beste Kostüme | Beste Maske | Bester Schnitt | Bester Ton | Beste Spezialeffekte | Bester Filmsong | Beste Filmmusik | Bester Kurzfilm | Bester Animationsfilm | Bester animierter Kurzfilm | Bester Dokumentarfilm | Bester Dokumentarkurzfilm | Bester ausländischer Film in spanischer Sprache | Bester europäischer Film | Ehrenpreis

Fahnengasse

Die Fahnengasse befindet sich im 1. Wiener Gemeindebezirk, der Inneren Stadt. Sie wurde 1898 nach dem sogenannten Fahnentumult benannt, der sich hundert Jahre zuvor in unmittelbarer Nähe, in der französischen Botschaft in der Wallnerstraße, abgespielt hatte.

Die Fahnengasse lag früher etwas weiter südlich als heute, etwa im Bereich Wallnerstraße 3 und Herrengasse 8. Sie galt im Mittelalter als Teil der Wallnerstraße. 1770 war sie als Liechtensteinisches Gässchen eine Sackgasse; der Name bezog sich auf das hier gelegene Palais Liechtenstein. Seit 1786 sprach man vom Brunngässl oder von der Brunngasse, weil sich im Mittelalter ein Brunnenhaus hier befand, das zur Badstube Die Kanzlerin gehörte.
Im April 1798 hisste der französische Botschafter in Wien, Jean Baptiste Bernadotte, im Zuge eines Festes die Fahne der Französischen Revolution. Dies wurde als Provokation aufgefasst, und rasch kam es zu einer großen Demonstration, bei der die Bevölkerung vor dem Gebäude zusammenströmte und es schließlich stürmte. Bernadotte musste die Stadt verlassen. 1798 wurde die Brunngasse zum Gedenken an den Tumult um die französische Fahne in Fahnengasse umbenannt. Als das Palais Liechtenstein 1913 abgerissen wurde kam es zur Verlegung der Gasse an den heutigen Standort.
Die kurze Fahnengasse verläuft von der Herrengasse in nordöstlicher Richtung bis zur Wallnerstraße. Eine Fahrspur ist für Autos als Einbahnstraße in umgekehrter Richtung befahrbar, während der übrige Teil der Gasse den Fußgängern vorbehalten bleibt.
Unter der Fahnengasse verläuft die Trasse der U-Bahnlinie U3 mit der Station Herrengasse. Einer der Abgänge zur U-Bahn liegt in der Mitte der Fahnengasse.
In der Fahnengasse gibt es Lokale und Geschäfte. Zahlreiche Touristen bilden gemeinsam mit der einheimischen Bevölkerung, die hier zu tun hat, ein relativ großes Fußgängeraufkommen.
Die Gebäude an der Fahnengasse stammen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und stehen unter Denkmalschutz.
Der freistehende Baublock zwischen Herrengasse, Fahnengasse, Wallnerstraße und Leopold-Figl-Gasse wurde 1913 von Viktor Siedek im neoklassizistischen Stil errichtet. Im Gebäude befanden sich bis 2006 das Café Herrenhof, ein bekannter Künstlertreff, und bis 1938 die Schule der Reformpädagogin Eugenie Schwarzwald. Heute ist das ganze Haus ein Hotel. Es liegt an der Hauptadresse Herrengasse 10.
→ siehe auch Hauptartikel Hochhaus Herrengasse
An dieser Stelle befand sich einst die Liechtenstein’sche Winterreitschule, die 1872 in einen Konzertsaal umgewandelt wurde, der als Bösendorfersaal bis zum Abbruch des Gebäudes 1913 bestand und wegen seiner guten Akustik von zahlreichen prominenten Künstlern bespielt wurde. Der stattdessen geplante Bau von Gründerzeithäusern scheiterte, wodurch der Platz längere Zeit brach lag. Während der Ersten Republik kam es schließlich zum Projekt eines ersten Wiener Hochhauses, das nicht unumstritten war. Wegen der Lage inmitten der Wiener Innenstadt verwirklichte man letztlich einen mit 50 Meter Höhe moderat geratenen Prestigebau, den die Architekten Siegfried Theiss und Hans Jaksch unter Mitwirkung von Rudolf Saliger in den Jahren 1931 bis 1932 gestalteten. Der Bau, der von zahlreichen Prominenten bewohnt wurde, liegt zwischen Herrengasse, Fahnengasse und Wallnerstraße; die Hauptadresse ist Herrengasse 6–8.
→ siehe auch Hauptartikel U-Bahn-Station Herrengasse
Direkt unter der Fahnengasse befindet sich zwischen Wallnerstraße und Minoritenplatz die U-Bahnstation Herrengasse der U-Bahnlinie U3. Sie wurde 1991 eröffnet. Einer der beiden Abgänge liegt in der Fahnengasse und ist mit Rolltreppen ausgestattet.
48.20962816.366299Koordinaten: 48° 12′ 35″ N, 16° 21′ 59″ O