Záblatí u Prachatic

Záblatí (deutsch Sablat) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie befindet sich fünf Kilometer südwestlich von Prachatice (Prachatitz) im Böhmerwald und gehört zum Okres Prachatice.

Der Ort liegt am rechten Ufer der Blanice (Flanitz), am tiefsten Punkt eines weiten Talkessels, der im Westen vom Massiv der Berge Boubín (Kubany) und Bobík (Schreiner) und im Süden und Osten von den Ausläufern des Libín begrenzt wird. Nach Norden steigt das Gelände allmählich zu den Höhen der längs der Straße von Vimperk (Winterberg) nach Prachatice sich hinziehenden Ausläufer des Böhmerwaldes an. Am Eingang und am Ausgang dieses Talkessels durchfließt die Blanice eine enge Klamm. Gleich hinter dem Eingang befinden sich auf einem hoch aufragenden Felssporn die Reste der einstigen Burg Hus (Gans). Diese können von Křišťanovice oder dem Friedhof des einstmaligen Dorfes Cudrovice (Zuderschlag) her erreicht werden. Am Ende dieser Klamm liegt ein kleines Naturschutzgebiet, in welchem die Auswirkungen des Hochwassers des Jahres 2002 auf Verlauf des Flusses sowie Fauna und Flora zu sehen sind.

Urkundlich erwähnt wird der Markt Sablat erstmals im Jahre 1337, als König Johann von Luxemburg seinem Oberstkämmerer Peter I. von Rosenberg das Recht verliehen hat, um Sablat Gold zu fördern. Hauptsächlich wurde damals Gold aus dem nur ein kleines Stück unterhalb des Ortes in die Blanice (Flanitz) mündenden Cikánsky Potok (Zigeunerbach) als „Seifengold“ gewaschen. Daneben und später ausschließlich wurde es auch bergmännisch gefördert. Fackel und Beil im Wappen bezeugen das noch heute. Ein letzter Versuch, in der Nähe des Dorfes Wirschenitz Gold bergmännisch zu fördern, endete bereits nach kurzer Zeit wieder im Jahre 1820. Vor wenigen Jahren wurde in der Nähe des Dorfes Albrechtschlag der Eingang in einen Stollen eines mittelalterlichen Bergwerkes entdeckt.

Die Ortsnamen Sablat, Obersablat, Repeschin, Soletin, Wirschenitz und Wihorschen sind slawischen Ursprungs. Die bereits 1359 in einer etwas jüngeren Urkunde erwähnten, höhergelegenen Dörfer mit der Endung „schlag“ – Peterschlag, Albrechtschlag, Christelschlag, Oberschlag und Schneiderschlag – sind hingegen später von deutschsprachigen Siedlern aus dem heutigen Niederbayern und Oberösterreich angelegt worden. Sie rodeten den Urwald auf den Höhen südlich und westlich des Hauptortes, um die so gewonnenen Flächen landwirtschaftlich nutzen zu können.

Im Hochmittelalter hatte Sablat seine beste Zeit. Dem damaligen Herren der nahegelegenen Burg Hus (Gans), seinem Kämmerer Sigmund Huler von Orlik, verlieh der böhmische König Wenzel am 30. Oktober 1400 das Recht, den „Markt“ Sablat mit Türmen, Mauern und Gräben zu befestigen. Außerdem erhielt der Ort das Stadtrecht und die Erlaubnis, wöchentlich einen Markt abzuhalten. Weit einträglicher aber war das Recht, von Sablat aus „eine newe strosze bis ken Passaw“ anzulegen, also einen weiteren Saumpfad parallel zu dem bereits im Süden der Burg Gans verlaufenden Goldenen Steig, auf welchem schon seit langer Zeit Säumer zwischen Passau und Prachatitz Waren beförderten. Ein Teil des Handels zwischen Böhmen und Passau umging somit fortan die Stadt Prachatitz. Selbst nach den verheerenden Hussitenkriegen blühte der Handel auf diesem Weg wieder auf. Nach langem Prozessieren obsiegten die Prachatitzer schließlich im Jahre 1524. Fortan mussten die Säumer, die auf dem ältesten Zweig des „Goldenen Steiges“ bis nach Alt-Prachatitz und auf dem Rückweg von diesem Ort aus ihre Handelsware beförderten, wieder ausschließlich durch die Stadt Prachatitz ziehen und dort ihre Abgaben entrichten. Sablat verlor so die wichtigste Einnahmequelle und fiel auf die Bedeutung einer Ackerbürgerstadt zurück. Infolge der kleinen Hofstellen musste jeder Bürger daneben ein Handwerk oder Gewerbe ausüben, so etwa die Strumpfwirkerei oder Leinenweberei. Immerhin konnten die Sablater ihr Marktrecht und die Freiheit vom Robot über die Zeit des Feudalismus hinweg retten. Im Gegensatz zu den Bewohnern der umliegenden Dörfer waren zwar auch sie Untertanen der Rosenberger und ihrer Nachfolger, der Eggenberger und schließlich der Schwarzenberger; aber sie allein und einige wenige „Freibauern“ in den umliegenden Dörfern und Mühlen, die gleichfalls Sablater Bürger waren, mussten nicht für die Grundherrschaft an vielen Tagen im Jahr unentgeltlich arbeiten. Vermutlich war das der Grund für den ausgeprägten Bürgerstolz, den sich die Sablater bis zur Vertreibung im Jahre 1946 bewahrt haben.

Sablat blieb im Verlauf der Jahrhunderte nicht von Naturkatastrophen, insbesondere von Überschwemmungen, Hungersnöten und auch nicht von Kriegen und Brandkatastrophen verschont. So brannte im Jahre 1874 fast der ganze Ort ab, wobei 56 Häuser bis auf die Grundmauern zerstört wurden und 100 Familien obdachlos geworden sind. Ausweislich der Pfarrmatriken (ab 1646) war die Gegend nach dem Dreißigjährigen Krieg alles andere als menschenleer und musste daher nicht wieder durch Deutsche neu besiedelt werden. Die Hungersnöte zu Beginn der Siebzigerjahre des 18. Jahrhunderts forderten viele Menschenleben, insbesondere unter den zahlreichen Armen und Häuslern (Kleinlandwirten und Handwerkern). So hatte der Sablater Pfarrer mitunter an einem einzigen Tag gleich drei Tote zu beerdigen. Während der Napoleonischen Zeit litt Sablat unter häufigen und langen Einquartierungen durchziehender Truppen. „Rotmäntler“, also Husaren, sollen „alles Wild in den Wäldern“ erlegt haben. So hielt das Pfarrer Johann Adler im „liber memorabilium“, der Pfarrchronik, ausführlich fest mcm taschen sale. Im Revolutionsjahr 1848 wurde in Sablat eine „Nationalgarde“ aufgestellt, die allerdings nur zum „Paradieren“ Verwendung gefunden hat.

Auch in Sablat und den umliegenden Dörfern zwangen Not und Arbeitslosigkeit zahlreiche junge Leute, nach Amerika auszuwandern oder vorübergehend oder auf Dauer ihr Glück in den neuen Industriezentren der Monarchie oder in Sachsen zu suchen. Sablat war während der Ersten Republik Notstandsgebiet

MCM Handtaschen Klassische

MCM Handtaschen Klassische

BUY NOW

€724.00
€61.44

. Dieser Umstand und der zunehmende Nationalitätenzwist in der jungen Tschechoslowakei verhalfen auch hier der staatsfeindlichen Sudetendeutschen Partei zur Mehrheit, zumal in Sablat und insbesondere den umliegenden deutschsprachigen Dörfern mit Ausnahme zugezogener Beamter und sonstiger Staatsbediensteter und einiger weniger schon vor dem Ende des Ersten Weltkrieges hier ansässiger Tschechen ausweislich der Volkszählungslisten Deutsch die Muttersprache der großen Mehrheit der Einwohner gewesen ist. Nach dem Münchner Abkommen wurde Sablat Teil des Deutschen Reiches. Die Grenze zum Protektorat Böhmen und Mähren war im Norden die Grenze der Gemeinden Oberschlag, Repeschin, Sablat und Obersablat. Nach der Kapitulation und noch während der Besetzung des Marktes und der umliegenden Dörfer durch die US-Army kamen aus benachbarten tschechischen Dörfern die ersten tschechischen „Verwalter“, die Interesse an einem Anwesen hatten. Nach der Vertreibung der Deutschen, die sich bis in den Oktober 1946 hinzog, kamen später noch Exiltschechen und Slowaken aus der Ukraine und Rumänien zur Besiedelung der weithin menschenleer gewordenen Dörfer. Nach der Zwangskollektivierung im Jahre 1950 verloren sie alsbald wieder ihren landwirtschaftlichen Besitz.

Die Moderne begann erst nach der Vertreibung der Deutschen, als im Jahre 1948 Sablat und Obersablat mit Elektrizität versorgt worden sind. Wirschenitz folgte schließlich im Jahre 1967. Ab dem Jahre 1990 nutzten viele ehemalige Sablater den Wegfall der Visumpflicht zu Besuchen in der alten Heimat, so insbesondere zur Wallfahrt nach Bad Grindschädel/Gutwasser. Geschäftiges Leben, wie es bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und der Vertreibung der Deutschen in Sablat und den nunmehr eingemeindeten Dörfern geherrscht hat, ist aber schon deshalb nicht möglich, weil die heutige Zahl der Einwohner nur einen Bruchteil der damaligen Bevölkerung einnimmt. Lebten in Sablat und den heute eingemeindeten Ortschaften im Jahre 1939 insgesamt 1731 Menschen, so waren es zu Beginn des Jahres 2014 nur 354 Menschen, die hier ganzjährig wohnen.

Die Gemeinde Záblatí besteht aus den Ortsteilen Albrechtovice (Albrechtschlag), Hlásná Lhota (Wihorschen), Horní Záblatí (Obersablat), Křišťanovice (Christelschlag), Řepešín (Repeschin), Saladín (Soletin), Záblatí (Sablat) und Zvěřenice (Wirschenitz) sowie den Ortslagen Dobrá Voda (Gutwasser) und Petrovice (Peterschlag).

Babice | Bohumilice | Bohunice | Borová Lada | Bošice | Budkov | Buk | Bušanovice | Čkyně | Drslavice | Dub | Dvory | Horní Vltavice | Hracholusky | Husinec | Chlumany | Chroboly | Chvalovice | Kratušín | Křišťanov | Ktiš | Kubova Huť | Kvilda | Lažiště | Lčovice | Lenora | Lhenice | Lipovice | Lužice | Mahouš | Malovice | Mičovice | Nebahovy | Němčice | Netolice | Nicov | Nová Pec | Nové Hutě | Olšovice | Pěčnov | Prachatice | Radhostice | Stachy | Stožec | Strážný | Strunkovice nad Blanicí | Svatá Maří | Šumavské Hoštice | Těšovice | Tvrzice | Újezdec | Vacov | Vimperk | Vitějovice | Vlachovo Březí | Volary | Vrbice | Záblatí | Zábrdí | Zálezly | Zbytiny | Zdíkov | Žárovná | Želnava | Žernovice