Sonderschullehrer

Als Sonderschullehrerin bzw. -lehrer oder Förderschullehrerin bzw. -lehrer wird eine Lehrkraft bezeichnet, die an einer staatlichen oder privaten Sonderschule oder Förderschule auf der Grundlage der Sonderpädagogik unterrichtet. Mittlerweile unterrichten auch immer mehr Sonderschullehrer in sogenannten „integrativen” oder Inklusions-, Kooperations- oder Aussen-Klassen“, dort sind sie vor allem für die Kinder mit einem festgestellten „sonderpädagogischem Förderbedarf“ zuständig. Vereinzelt arbeiten Sonderschullehrer auch im außerschulischen Bereich auf Stellen von Diplom-Sonderpädagogen.

Da in Deutschland das Bildungswesen in der Verantwortung der Länder liegt, werden in verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Bezeichnungen gebraucht.

Die Ausbildung des Sonderschullehrers umfasst in Deutschland zwei Ausbildungsphasen: Grundlage bildet ein Studium für Lehramt an Sonderschulen an einer Universität oder Pädagogischen Hochschule (nur in Baden-Württemberg). Es umfasst allgemeine Erziehungswissenschaften sowie sonderpädagogische und fachdidaktische Inhalte und schließt mit dem ersten Staatsexamen ab. Die sonderpädagogischen Inhalte werden in zwei Fachrichtungen (in Bayern ist nur eine Fachrichtung vorgeschrieben) belegt, die den Sonderschultypen entsprechen.

Zur Wahl stehen

Die Regelstudienzeit umfasst neun, in Baden-Württemberg acht Semester; das darauf folgende Referendariat dauert abhängig vom Bundesland 18 oder 24 Monate und wird an einer oder zwei Sonderschulen oder auch in einer integrativen/inklusiven Schule absolviert. Es endet mit dem zweiten Staatsexamen.

Zur Aufgabe des Sonderschullehrers gehört die Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts, die Erstellung von sonderpädagogischen Gutachten, die Teilnahme an Konferenzen usw. Die tatsächlichen Aufgaben unterscheiden sich stark nach dem Sonderschultyp, an dem der Sonderschullehrer arbeitet. Während er an einer Schule für Kinder mit Lernbehinderung oder Sprachbehinderung oft alleine eine Klasse unterrichtet, wird an Schulen für Kinder mit Körperbehinderung oder geistiger Behinderung oft ein Lehrerteam gebildet, das eine Klasse betreut.

Mittlerweile hat die Veränderung der aktuellen didaktischen Konzepte im Sonderschulbereich von einer speziell an der Schädigung ausgerichteten Pädagogik hin zu einer lern- und entwicklungspsychologischen Sicht auch die Veränderung des Berufsbildes mitsichgebracht. So werden Sonderschullehrer auch an ambulanten Förderzentren (BFZ) und im Gemeinsamen Unterricht eingesetzt.